Jahrgang 
1912
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Rremer gehen, dae sie vornamen, das der kram syn nicht was, also sin briff ubwißte. Da ging der Rremer hkeyn vsenache czu syme herren vnde clagitte om, das her den Rostlichen Rram vorlorn hette. Da lachte der toguntsamme furste vnde spracheLiber geselle, hab Reyne not umb vnbir kouffmanschatz. Due salt auch nerne hyn gehen, sundern blib in vnbirme hoffe also lange, das wir widder eynen vßgerichthen. Vnde machte da czustunt eyne heerfart, die was groß, vndée czoch da mitte in franchen vndée brante vnde heerte biß vor wyrczeborg. Da liß on der bisschoff von wyrczeborg fragen, wurvmbe her om also großen schaden tethe, des her vmb on nicht vordynt hette. Da sprach her? Ach suche mynen esil. Da das der bisschoff vornam, da quam her selber czu om unde fragitte vmb den esil. Da sprach her- Vwir manne vnde rouber, die haben mir mynen dyner geschint vnde ome eynen esil mit simée Rrame genommen. Vnde da wart om von stundt syn ebil bracht mit dem Roufman- schatz. Alßo czoch da der toguntsamme landtgęraue widder heym mit syme Rrame.

Nach cristi gebort tußend CCLXIX jare. Landtgraue Albrecht der hilt czu mit eyner synes wibis jungfrawen genant Ronne von yßenberg heymelichen vnde hette siner frawen mar- gharethan gerne vorgeben vnde konde das nicht wol vorborgen zu wege brengen, hervmbe so quam her an eynen esiltriber, der holtz mit czwen eßeln tegelichen zu wartporg in die Ruchen treib vnde gelobete dem groß' vnde reddte mit om, das her des nachtis siner frawen margarethan den hals brechen solde, also ab es der tufil gethan hette. Die czit wart om gesaltezt. Dem knechte was leide vnde gedachte- ab due wol arm bist, so hastu doch frome eldlern gehat, saltu nue mit diner suren erbeit ein schalh werde vnde dine eigene frowe toten? Unde wan du das getuest, so lest dich vmbe die bobßheit din herre auch selber toten, tuestu es aber nicht, so schicht her doch, das due getot wirdest, wan her forchtet, due meldist on. Lauffestu dann henweg, so sendet her dir botschafft nach vnde gibet dir diberye ader vorretherige schult vndeé lest dich tothen. Also wordestu libelos vndeée erlos. Vnde hatte große sorge vnde eneiste uf ome. Czu letczt als nue die czit quam, das her es nicht lenger vor- halten Ronde, da ging her des nachtis obir der frawen betthe, also ome die Ronne von ysen- berg wege vorgegeben hatte vnd vil uff ore decke vnde spracheGnadet mir des libis, libe genediige frawe! Da antworte sie?:Eya, wer bistu? Da nante her sich. Da sprach sie: Was hastu danne gethan? Da sprach here dch habe nicht gethan, ich sal nach thun. Da Sprach sie?Due hbist lychte getrunken ader vnsinnig. Da sprach her-Frawe ichenben nicht trunchen nach vnsinnig. Swiget vnde rat mir vnde auch uch vnde gnadet vnber beyder. Myn herre hat geheißen, ich solle uch toten, des wel ich nicht thun. Nue rath, wie ich thun solle, das wir beide icht sterben. Da sprach sie:Gehe balde nach myme hoffemeistere, das her vns rathe. Der rith, das sie das leben friste vnde machte sich dar von. Da ging sie uf das gemalte huß bie deme thorme, da lagen ore hindere in eyner hotczin, vnde ge- seynette die vnde weynette bermlichen vnde beyh den eynen friddrichen in synen bachen, das her sere blutthe. Da wolde sie den andern auch gebissen habe, da werte or der hofemeister vnde sprache-Was tuth ir? Wollet ir die kindere erworgen? Da sprach sier Ach habe on gebissen, das her an ditz jammer vnde scheiden gedenche, wan her groß wert. Da nam sie ore Rleynotteée vnede or gelt vnde ging uf das ritterhuß mit deme hofemeistere. Der liß sie czu eyme fenster an seilen vnde an lylachen vnde den Rnecht vnde eyne jungfrawe vnde eyne mayt mit or. Da ginę sie die nacht mit großeme jamere biß kegen Rreynberg. Da liß sie der apt von hirßfelde furen vnde geleiten biß hkeyn fulda. Der apt empfing sie da erbare- lichen vndeée liß sie furen vnde geleiten biß czu frangkenfort. Da empfingen sie die burgere durch ores vater willen, der etzwanne or herre gewest was, vnde gewonnen or eyne herberge vnde hilden sie erbarclichen, vnde die fursten alvmme vnd vmbe, die sie hanten vnd ange- horten, die schigkten or silbfirde gnug. Vnde in deme andern jare da starb sie von großeme jammere vndée senen vnde wart czu frangkfort begraben.

Vergleicht man die zweite Geschichte mit derselben Erzählung in L Kap. 519521, so hat man das sei beiläufig bemerkt ein gutes Beispiel für die Art, wie Rothe die