(Oppurg), Rraußewitz, triptis, vma(Auma), citez(Zeitz) und lipczh als von den Wenden herrührender(Bl. 172).
Wo nun G und L denselben Namen deuten, findet sich tatsächlich mehrfach Abwei- chung, ähnlich wie bei dem oben angeführten Beispiel von Schwarzburg. Aber auch hier liegt nichts anderes vor, als das Bestreben, der hohen Empfängerin Neues, wenn möglich auch Besseres zu bieten. In G Bl. 200 heißt es: Dysßer graue loddewig(der Springer) der huwitte das sloß wartberg bie yßendche, vnde also man saget, so quam es ulso: Czu einen gecziten reyt her jagen an dem emseberge(Inselsberg) vnde volgitte deme wilde hiß an die horßel bvenedder(unter) ysenache vnde quam uff den berg, da nue wartperg lyt zue warten, wue das wilt uß deme walde life. Später befriedigt ihn diese einfältige Erklärung wohl nicht mehr und er findet die andere, freilich nicht viel bessere L Kap. 345: unde sprach do-„Warte, welch eyn bergh!“ also wart is Wart)pergh gnant. Ebenso leitet er den Namen Schowinburgh oder Schonburgk in G von schon(= schön) ab, während er in L den bärtigen Ludwig ausrufen läßt:„Nua schowe, welch eyne burgh,“ und hinzusetzt: also wart ir der nameèe gegeben Sehowin burgk.
Etwas anderer Art ist eine Abweichung bei dem Bericht von der Erbauung der Georgen- kirche in Eisenach. Hier vereinigt sich das Bestreben abzuwechseln mit der Verschiedenheit der OQuellen. In G wird nach der Hist. Pist. Kap. 28 erzählt, wo es heißt: Iste Ladovicus in honorem sancti Georgi militis et martvris, quem multum coluit, dedificavit ecclesiam sancti Georęii in Vsenach. Dann folgt, beginnend mit den Worten: Et cruce signatus postedu cum Friderico imperatore, die Erzählung vom Kreuzzug und von dem Banner des hl. Georg, das der Landgraf vom Himmel herab empfängt. Wie es nun Johannes Rothe liebt, annalistisch nebeneinander gestellte Tatsache pragmatisch zu verbinden, so stellt G hier einen Zusam- menhang her, der sich leicht durch die Erwähnung des hl. Georg in beiden Nachrichten dar- bot(Bl. 221): Disser landtgraue loddewig(der Dritte) buwitte eæyne schone kirche in der stat czu ysenache in sente ieorien ere, des heiligen ritthers, den her bibundern lib hatte. Ditz ge- schach nach cristi gebort 1190 jar. Das was die sache- Keißer Friddrich der wolde obir mer mit vil fursten czihen vnde das heilige grab gewynnen. Es folgt die Erzählung vom Banner und dann: Darvmbe so liß der landtgraue buwin sente jeorien kirchen zu ysenache usw. Das war freilich sehr unbesonnen verbunden, denn Ludwig starb auf dem Kreuzzug und konnte daher 1190 nicht die Kirche in Eisenach bauen. Wohl aus diesem Grunde läßt ihn der Chronist entgegen seiner Quelle nicht im Heiligen Lande sterben, sondern erwähnt seinen Tod erst weiter unten ohne Zusammenhang mit dem Kreuzzug. Das befriedigte nachher den mit der thüringi- schen Geschichte vertrauter Gewordenen nicht mehr, aber er wollte doch seinen Lesern gern etwas Näheres über die Gründung von St. Georgen sagen. Nun fand er in der anderen Land- grafengeschichte, die er für L zu seiner Hauptquelle gemacht hatte, folgendes:(Hist. Ecc. Sp. 395): Anno Domini MCLXXX Heinricus Dux Brunswigensis, dolens de renunciatione facta Imperatori de aliquibus terris, ut dictum est supra, pactum violovit, et inimicus Impera- toris effectus, multa damna Imperatori fecit. Ouapropter Imperator misit contra eum Lant- gravios, qui capti fuerunt, ut supra scriptum est de Friderico Imperatore. Iste Lodewicus in honorem S. Georü militis et martyris, quem multum coluit, aediticavit Eeclesiam in Isenach. sub anno Domini MCLXXXNI. Hic cum Frederico Imperatore obiüt in Terra sancta. Hier fehlt dann die Erzählung vom Banner. Ließ sich also die Verbindung nach unten nicht gut her- stellen, dann vielleicht nach oben. Und so erzählt Rothe mit einer Unbefangenheit, die uns als Unverfrorenheit gelten würde, das Märchen von dem Gelübde des Landgrafen, das er im Kampfe mit Heinrich dem Löwen abgelegt hatte: her wolde yn sente Jorgen ere, ab her gesegete(wenn er siegte), eyne kirche buwen.(L Kap. 392.) Und obwohl wenige Kapitel vorher(383) das Gegenteil berichtet ist, läßt der Chronist den Landgrafen wirklich siegen, denn er fährt fort: Also buwete her dornoch sente Jorgenhirche zu Isenache.


