Jahrgang 
1912
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II. Die Chronik G.

Die Chronik ist noch ungedruckt und nur in einer einzigen Handschrift ¹⁴) vorhanden, die die Gothaer Bibliothek aufbewahrt. Daher bezeichnen wir sie nach Petersens Vorgang als G. Geschrieben ist sie 1487 von dem Tenneberger Schösser Urban Schlorf. Wie L in der gereimten Vorrede akrostichisch die Widmung an die Landgräfin enthält, so gehen auch dieser Chronik G eine Reihe Strophen voraus, deren Anfangsbuchstaben den Namen des Empfängers ergeben: Deme gestrengedn) Brunen von T(eiteleibin amchtmane vff wartherg. Bruno von Teutleben wird 1407 bloß mit seinem Namen genannt,¹) ebenso 1415, wo er als Zeuge des Landgrafen Friedrich erscheint.¹) 1418 aber finden wir als Bürgen für einen von Farnrode in Wenigenlupnitz Hans von Stotternheim, Amtmann zu Markgrafenstein (Schloß Altenstein) und Bruno von Teyteleibin, Amtmann zu Wartburg. ¹*) Ebenso steht in den Eisenacher Ratsfasten ¹⁸) zum Jahre 1419 Advocatus in Wart- burg Bruno de Toiteleben. 1428 wird Bruno zum letzten Mal genannt, ¹⁹) ohne weitere Be- Zeichnung.

Nun hat A. Witzschel ²°) nachgewiesen, daß G früher verfaßt ist als die 1421 entstan- dene Chronik L. Wenn ferner Witzschels weiterer Nachweis richtig ist, daß man Rothe als Verfasser auch von G anzusehen hat, so ist bei dem großen Umfang von L, bei der Länge der Zeit, die ein solches Werk in Anspruch nehmen mußte, anzunehmen, daß G schwerlich nach 1419 abgeschlossen wurde. Nehmen wir nun hinzu, daß Lutz v. Farnrode, der 1403 als Amtmann auf Wartburg genannt wird,²*¹) 1417 starb, so ist es nicht unwahrscheinlich, daß unsere kürzere Chronik G 1417, 1418 oder 1410 geschrieben worden ist, denn es hindert uns nichts, anzunehmen, daß Lutz v. Farnrode als Amtmann gestorben ist, zumal da Bruno 1415 noch nicht als solcher bezeichnet wird. Daß das Werk schon mit dem Jahre 1407 abschließt, ist nicht weiter verwunderlich, denn der Tod Balthasars 1406 und seines Bruders Wilhelm 1407 gaben einen ungezwungenen, natürlichen Abschluß. Auch bot die Regierungszeit Fried- richs des Einfältigen wenig Erquickliches, und überdies versagten hier des Verfassers Haupt- quellen, die beiden Landgrafengeschichten, und zwar die Hist. Pist. wohl schon 1404, spätestens 1412,²2²) die Hist. Ecc. wahrscheinlich 1400.)

Daß es Johannes Rothe war, der diese Thüringer Chronik verfaßt und dem Amtmann auf Wartburg gewidmet hat, um sie nachher auf Wunsch der Fürstin zu einer thüringischen Weltchronik umzuarbeiten und zu ergänzen, das hat Witzschel meines Erachtens völlig hin- reichend bewiesen. Er hat dargetan, daß der Verfasser von G Eisenacher ist und zugleich für Kreuzburg besonderes Interesse hat, daß er ein Geistlicher ist, der der Eisenacher Frauen- 14) Cod. Chart. B 180. Für die freundliche UÜberlassung derselben sage ich Herrn Oberbibliothekar Dr. Ehwald besten Dank.

15) Mitteilung Reins in Bechs Abhandlung Germ. VI S. 258.

16) Regesten und Urk. des Geschlechtes von Wangenheim, Hannover 1857.

17) Regest in der Großh. Bibl. in Weimar Q 177.

18) Rein, Ztschr. des V. f. thür. Gesch. 3,(1861), S. 176.

19) Germ. VI, S. 258.

20) Germania 17(1872) S. 129 ff.

21) K. Wenck bei Petersen a. a. O. S. 14 A.

22 er-Egger, Studien zu Thür. Geschichtsquelle Lues Archiv 20 S G Zur nir Segc e heaene e seſin e a, i ir dae.ee e e dede Malteeieur d

23) Denn offenbar gehörte unter das Jahr 1400 ursprünglich nur der erste SatzDomini Misnenses bis Sibi dominium. Was folgt, gehört den Jahren 1412 bis 1431 an. Und wenn dann noch Bemerkungen zu den Jahren 1409, 1414, 1400 und 1430 kommen, so sind das wahrscheinlich ebenfalls Eintragungen, die erst nach 1431 in die Urschrift gemacht worden sind.