sein, wenn die bösen Zauberer nicht wären. Ihr Einfluß ist nicht zu brechen. Denm, wenn ihre Mittel nicht helfen, Sso ist das in den meisten Fällen kein Grund, an dem Zauberer zu zweifeln, sondern man glaubt, der Zauber sei nur nicht mächtig genug oder von einem noch gefährlicheren Zauberer gebrochen. Manchmal werden sie übrigens doch von ihrem Schicksal ereilt, an einen Pfahl gebunden und langsam am Feuer geröstet, bis sie ihre Untaten eingestehen.
Neben den Priestern gibt es auch Priesterinnen. Bei den Wanika in Ostafrika treten neilige Frauen auf, die hysterisch veranlagt, durch Fasten sich auf das Weissagen vorbereiten und in Träumen die Zukunft sehen. Die Sulukaffern kennen Hexensucherinnen und weibliche Arzte, welche eine vor allen Frauen bevorzugte Stellung einnehmen. Sie besitzen alle Rechte des Mannes, tragen Waffen, gehen auf die Jagd und schmücken sich mit den Trophäen ihres Sieges, Schlangenhäuten und Leopardenfellen.
3) Eine der Haupttâtigkeiten der männlichen und weiblichen Zauberer ist naturgemäß die Befragung der Götter. Sehr häufig ist die auch bei Griechen und Römern weit ver rbreitete Eingeweideschau und die Beobachtung des Vogelflugs. Die Basutho-Stämme Dnieae wenn jemand gefäâhrlich krank ist, einem Ziegenbock eine besondere Medizin einzugeben und ihn dann zu ersticken. Dann wird er geschlachtet, und vom Zauberer aus seinen Eingeweiden geweissagt, wo der Sitz der Krankheit zu suchen ist. Die Dajaken auf Borneo halten den großen roten Raubvogel Antang(Kolong) für einen guten Geist, in den sich einer ihrer berühmtesten Fürsten verwandelt habe. Ihn fragen sie um Rat und entscheiden nach seinem Fluge, ob sie ein Geschäft, eine Seefahrt, einen Kriegszug unternehmen sollen oder nicht.
Die Befragung der Zukunft durch Orakel geschieht vor allem im Traum. Bei den Dshagga müssen sich Kranke auf die Gräber Verstorbener legen. Daselbst erscheinen ihnen die Toten im Traum, der von den Priestern ausgelegt wird. Sehr einflußreich sind die Traumorakel bei den Dajaken. Es gibt unter ihnen Leute, welche für Geld träumen und dadurch eine Art priesterliches Ansehen erlangen. Träumt ein Mann, er habe etwas Saures gegessen, so fürchtet er den Tag ein Unglück, träumt er, es werde jemand gefangen genommen, so rudert er an diesem Tage nicht aus; sonst wird er vom Krokodil gefressen. Neben den Träumen gibt es noch zahlreiche andere Orakelmittel. Speke erzählt aus der Gegend der Nilquellen folgenden Fall: Will ein Häuptling erfahren, ob er in den Krieg ziehen soll oder nicht, so stellt der Magier des Stammes ein großes Gefäß halb voll Wasser über einen Holzstoß, legt über dessen Offnung einen Rost von Stöcken und auf diesen dicht nebeneinander ein kleines Kind und ein Huhn, bedeckt dann beide mit einem irdenen Gefäß, um den Dampf darin zu erhalten, und brennt das Feuer an. Sind seine Opfer nach einer bestimmten Zeit tot, so muß der Krieg verschoben werden, leben sie noch, So muß er sofort beginnen.
4) Kann man durch die Orakel Aufschluß über die Zukunft, 80 kann man durch andere Zaubergebräuche Macht über Geister und Menschen erlangen. Ein solcher ist z. B. die Nahak-Ceremonie. Das Nahak ist ein Nahrungsüberrest, Kleiderfetzen, ausgekämmte Haare, ab- geschnittene Nägel, Schalen von Früchten u. dergl. Findet ein Zauberer solch' einen UÜberrest, so nimmt er ihn mit, setzt sich des Nachts hin und verbrennt ihn langsam. Dann hat der Zauber Kraft und der Zauberer Gewalt über Leben und Tod des Mannes, der den Gegenstand verloren. Wird nun irgend jemand sich bewußt, etwas dergleichen verloren zu haben, so läßt er in der Nacht das Muschelhorn blasen, damit der Schamane in seinem Werk der Vernichtung einhalte,


