Jahrgang 
1904
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dh. in E. gekaufte Artikel sind geleitsfrei und zahlen nur den Marktzoll], das Weiderecht in der Umgebung der Stadt[Art. 19: pascua etiam in omne futurum et communitates ante omnes portas et valvas civitatis, secus fluvios et torrentes, circa montes atque valles, dictis nostris burgensibus et

eorum heredibus... jure proprietatis contulimus et donavimus... et in aliis quippe locis viven- tibus et in campis sitis in confinio civitatis pascantur eorum pecora jure praenotato], das Recht freien Holzlesens in den landgräflichen Waldungen[Art. 18: ligna sicca seu ventis dejecta... in

nostris silvis et nemoribus nostris burgensibus cedant ad utilitatem et profectum] und endlich die Braugerechtigkeit innerhalb eines einmeiligen Umkreises der Stadt[Art. 21: volumus etiam propter utilitatem civium, ne aliqui praefata nostra civitate Isenach infra unum milliare aliquam cerevisiam vendibilem braxare praesumant, ut ne aliqua cerevisia extranea ad eivitatem seu ad villas in termino memorato aliqualiter deducatur].

Hieran reiht sich naturgemäss das Marktrecht, db. ausser dem Rechte des freien Marktes über- haupt sowie an den dazu bestimmten Wochentagen Mittwoch und Sonnabend¹) die Berechtigung, jährlich vier mal, nämlich am St. Georgentag(23. April), am Fest Johannes des Täufers(24. Juni), am Tage Mariae Geburt(8. September) und am Tage des Apostels Matthaeus(21. September²) einen allgemeinen Markt abzuhalten, wozu den auswärtigen Verkäufern und Käufern ein sechstägiges freies Geleit, drei Tage vorher und drei Tage nachher gewährt wird[Art. 29: in festis S. Georgii, S. Joannis Baptistae, nativitatis S. Mariae et S. Matthaei Apostoli omnes, qui ad nostras liberales nundinas Isenach venerint, nostrum ducatum firmum tribus diebus antea tribus diebus post habebunt...j.

Eine weitere Reihe von Artikeln[Art. 5, 7, 8, 10, 11, 12, 14, 15, 25, 26, 32, 33 37, deren einzelne Bestimmungen ausführlich mitzuteilen hier zu weit führen würde] beschäftigen sich mit juri- dischen Freiheiten, sowohl auf dem Gebiete des kriminellen als des privaten Rechtes und Rechts- verfahrens. Neben der allgemeinen Zusicherung[Art. 14]), dass kein Bürger Eisenachs durch die landgräflichen Beamten irgend welche Vexation erleiden solle, sind hier die Art. 25 und 26 von besonderer Wichtigkeit, welche die Bürger ausdrücklich von der Gerichtsbarkeit des landgräflichen villicus resp. scultetus eximieren und vor den städtischen Schöffengerichtshof verweisen, ferner Art. 5, der dem angeklagten Bürger gestattet, während der Untersuchung gegen Bürgschaft auf freiem Fusse zu verbleiben. Auch Bestimmungen über Strafmündigkeit finden sich schon lin Art. 30].

Hieran schliessen wir naturgemäss am besten an einige Bestimmungen polizeilicher Natur, nämlich

a. Das Verbot unberechtigten Waffentragens[Art. 16];

b. das Verbot Häuser an die Stadtmauer unmittelbar heran zu bauen[Art. 23];

c. die Verpflichtung aller Bürger, die Mauern und sonstigen Verteidigungswerke der Stadt stets

in gutem Zustande zu erhalten[Art. 24].

Von besonderem Interesse sind eine Anzahl weiterer Artikel, die das finanzielle Gebiet betreffen.

Hier ist in erster Linie hervorzuheben Art. 20[... nullas petitiones seu exactiones vel pre- carias(sog. Bede)... a burgensibus requirimus, sed annis singulis centum marcas usualis argenti, nomine petitionis, nobis dabunt, de qua pecunia quinquaginta marcas dabunt in festo S. Michaelis

¹) cf. Rein in Z8. II, 159 Anm. und die daselbst verzeichnete Literatur. Die Wochenmärkte waren ursprünglich mit den Pfarrkirchen zu St. Georgen und St. Nicolai verbunden. ²) Der Matthaeusmarkt ist später auf den November verlegt worden