Jahrgang 
1899
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Bericht

öber das Schuljahr 1898/99.

I. SCHULEREIGNISSE.

Der Beginn des neuen Schuljahres brachte der Anstalt einen Wechsel in der Person ihres Leiters. Am 10. April 1898 trat der bisherige Direktor, Geh. Hofrat Prof. Dr. Weber, nach mehr als 40 jähriger Dienstzeit und nach 17jähriger Leitung des Eisenacher Gymnasiums in den Ruhestand, der ihm auf sein Ansuchen durch gnädigste Entschliessung Sr. Königl. Hoheit des Grossherzogs ge- währt worden ist. Möge dem verdienten Manne, der mit dem Amte nicht dem Dienste der Wissen- schaft entsagt hat, noch lange Jahre seine geistige und körperliche Frische erhalten bleiben. Durch nöchstes Dekret vom 2. April 1898 wurde der Unterzeichnete, bisher Professor am Gymnasium zu Weimar, als sein Nachfolger berufen.

Otto Apelt, geb. d. 29. Dzbr. 1845 zu Jena, besuchte die Stoysche Austalt in Jena, dann das Gymnasium zu Weimar. Seit 1865 studirte er Philologie in Jena, Leipzig und Berlin, wo er die Staatsprüfung bestand. Seit Ostern 1869 bekleidete er, zuerst provisorisch, dann 1870 definitiv eine Lehrerstelle am Gymnasium zu Weimar, an welcher Anstalt er bis zu seiner Berufung nach Eisenach wirkte.

Am 19. April fand die feierliche Einführung des neuen Direktors in der Aula des Gymnasiums qurch Herrn Regierungs- und Schulrat Dr. Urtel statt, der zunächst in warmen Worten des bisherigen Leiters der Anstalt gedachte, um dann den neuen Direktor auf die Pflichten seines Amtes hinzuweisen. Die Antrittsrede des Direktors ist oben S. 3 ff abgedruckt.

Am Tage vor der Einführung hatte die Aufnahmeprüfung stattgefunden. Der Unterricht begann am 20. April. Schon seit Neujahr 1898 war Herr Dr. Sigismund wegen seines leidenden Gesund- heitszustandes beurlaubt worden. Die Fortdauer seines nervösen Leidens machte die Fortsetzung seiner Vertretung durch Herrn Dr. Bäumer(s. vorjähriges Prgr. p. 3) während des ganzen Schul- jahres nötig. Wir begleiten Herrn Dr. Bäumer, der von Ostern ab eine Stelle am Gymnasium zu Rudolstadt übernehmen wird, mit unseren herzlichsten Wünschen unter dem Ausdruck des Dankes für seine treue Amtsführung.

Schon in den Osterferien hatte der, seit längerer Zeit geplante und durch den Landtag bewilligte Umbau des Gymnasiums begonnen, der sich auf den südlichen und teilweis auch auf den östlichen

Flügel erstreckte. Durch Einziehung der bisherigen Direktorwohnung war Raum geschaffen für Verlegung der beiden, bis dahin in ungünstigen, feuchten Räumen des Erdgeschosses untergebrachten