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beiden Tertien. Am Schluss der aus Anlass des Umbaues etwas verlängerten grossen Ferien war der Bau im Wesentlichen vollendet, und damit den empfindlichsten Ubelständen abgeholfen. Besonders erfreulich ist es für die Anstalt, dass der geräumige bisherige Garten des Direktors der Benutzung der Schüler während der Unterrichtspausen frei gegeben ist. Der hohen Staatsregierung sei hiermit ehrerbietiger Dank für die dadurch bekundete Fürsorge ausgesprochen.
Am 24. Mai fand die Turnfahrt statt, welche die einzelnen Klassen unter Führung ihrer Lehrer nach verschiedenen Punkten der Umgegend machten. Die Primaner unternahmen dann im September unter Führung des Direktors, des Prof. Schmidt und Dr. Krumbholz einen Ausflug nach Cassel. Die Kosten wurden zum grossen Teil aus der Cäsar Butschke-Stiftung bestritten, aus der auch für kleinere Spaziergänge anderer Klassen gelegentlich Beiträge gewährt wurden. Aus derselben Stiftung erhielten auch zwei Schüler Unterstützungen für eine Kur.— Die Pfingstferien dauerten vom 28. Mai bis 7. Juni.— Die Abendmahlsfeier, abgehalten vom Superintendent D. Kieser, fand am 16. Juni in der Nicolaikirche statt. Die Vorbereitungsandacht Tags zuvor hielt Herr Schmiedel.
Die allerwärts in unserem engerem Vaterland mit freudigem Dankgefühl begangene Feier des 80. Geburtstages unseres Landesherrn vereinigte auch das Gymnasium zu einem festlichen Actus in der Aula. Der Direktor hielt die Festrede, in welcher er, ausgehend von der festlichen Bedeutung des Tages, in kurzen Zügen die Geschichte des Weimarischen Regimentes„Carl Alexander Gross- herzog von Sachsen“ vorführte. Zum Schluss gab er dem Dank Ausdruck für ein herrliches Geschenk, welches Herr Julius v. Eichel zur Erinnerung an diesen festlichen Tag dem Gymnasium als Schmuck der Aula gemacht hat: ein grosses Gemälde in Wachsfarbe von Friedrich Preller„Prometheus, den Menschen vom Olymp herab das Feuer bringend“. Ich setze die schlichten Worte her, mit denen der edle Spender das Geschenk begleitet hat:„Zu Ehren des Geburtstages unseres hochverehrten Grossherzogs erlaube ich mir, Ihnen das heute in der Aula des Gymnasiums aufgestellte Bild „Prometheus“ zu geneigter Annahme zu überreichen. Möchte es beitragen, zu allen Zeiten das Andenken an die grossen Verdienste des gütigen Fürsten um Kunst und Wissenschaften wach zu halten.“ Es sei dem hochherzigen Geber auch an dieser Stelle unser wärmster Dank dargebracht.— Die Sommerferien dauerten mit einer durch den Umbau veranlassten Verlängerung(s. o.) um zwei Wochen vom 4. Juli bis 16. August, wogegen die Herbstferien um eine Woche gekürzt wurden. Sie dauerten vom 31. September bis 10. Oktober. Am Tage des Schulanfangs nach den grossen Ferien fand die Gedächtnissfeier für den Fürsten Bismarck in der Aula statt. Der Direktor hielt die Ge-
dächtnisrede.— Die Feier des Sedantages ward mit einem öffentlichen Schülerturnen begangen, vor dessen Beginn der Erste der Oberprima, Wernick, eine Ansprache an seine Mitschüler hielt.— Am
24. Oktober statteten I. K. HH. der Grossherzog und der Erbgrossherzog dem Gymnasium einen Besuch ab, um das von Herrn Julius von Eichel für die Aula gestiftete Bild in Augenschein zu nehmen.— Am 29. Oktober feierte der seit einigen Jahren bestehende Turnclub der Schüler sein Jahresfest in der Turnhalle.— Am 31. Oktober ward die Erinnerungsfeier an die Reformation ab- gehalten. Herr Schmiedel hielt die Rede über Luthers Werdegang bis zur Reformation.— Am 17. und 18. November stattete Herr Regierungs- und Schulrat Dr. Urtel dem Gymnasium einen Besuch ab und wohnte dem Ünterricht in den einzelnen Klassen bei.— Am 11. Dezember fand unter
Leitung des Herrn Professors Thureau eine öffentliche musikalische Aufführung durch Schüler in der Aula statt. Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember bis einschliesslich 9. Januar.— Der Geburtstag Sr. Majestät des deutschen Kaisers ward festlich begangen. Herr Dr. Flex hielt die


