Jahrgang 
1895
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Dr. von Boxberg gedachte des Landesherrn, der Direktor brachte ein Hoch auf das Grossherzogl. Staatsministerium aus, Herr Oberschulrat Dr. Leidenfrost auf das Carl Friedrich-Gymnasium. fierr Professor Dr. Burkhardt aus Würzburg toastete auf den Festausschuss, Herr Rechtsanvwalt Dr. Wernick auf die Ehrengäste, Herr Gymn.- Dir. Prof. Dr. Briegleb aus Magdeburg gedachte der alten Lehrer des Gymnasiums, Herr Professor Dr. Schneidewind der alten Schüler, Herr Dr. Flex der Frauen. So folgte noch eine Reihe von Trinksprüchen, die die Erinnerung an die ehemalige Schulzeit der Sprecher in manigfaltiger Weise zum Ausdruck brachte, unter ihnen besonders wirksam der des Herrn Dr. O. von Hase aus Leipzig; sie durften ihres Zieles gewiss sein, bleibt doch diese Erinnerung für Alle lebendig und nachhaltig.

Noch gingen zahlreiche Telegramme ein, die an der Festtafel mitgeteilt wurden. Die Bestel- lung des Telegramms an Se. Königl. Hoheit den Grossherzog hatte sich, da es inzwischen nach Bologna weiter gegangen war, verzögert. Höchstderselbe sandte am 19. Oktober von Bologna aus herzliche Glückwünsche, der übrige Wortlaut des Telegramms war so stark entstellt und verstümmelt, dass wir darauf verzichten mussten, ihn mitzuteilen. Von Jhren Hoheiten den Prinzen langte folgendes Telegramm während des Festmahles an: Cassel den 18. Oktober. Dem Carl Friedrichs-Gymnasium senden zur heutigen Jubelfeier herzliche Wünsche Wilhelm Erust, Bernhard Heinrich.

An demselben Nachmittage hatten sich die Primaner zu einem festlichen Mahle in Milles Wirt- schaft vereinigt. Am Abend ward im Stadttheater zu Ehren des Tages von der Gesellschaft des Herrn Direktors Egli-Wirth Antigone aufgeführt.

Für den 19. Oktober vormittags war ein Spaziergang nach der Wartburg bestimmt, deren Be- sichtigung S. Königl. Hoheit der Grossherzog freigegeben hatte. Sämtliche Schüler des Gymnasiums, die Lehrer und viele Festgäste fanden sich ein. Der Festausschuss bewirtete die Schüler mit Bier und Bratwurst. Die frohe und heitere Stimmung, die der voraufgegangene Tag bei Allen erweckt, hatte, setzte sich fort, auch trotz des trüben Himmels und des fein und beharrlich niedergehenden Regens; das fröhliche, ungezwungene Wesen der Schüler, namentlich auch der jüngsten, vom Chore vorgetragene Gesänge, der Verkehr der Gäste verbreiteten während der Stunden des Beisammenseins Freude und Behagen. Am Abend fand im Tivoli ein Festball statt, der sehr zahlreich besucht war.

Das Fest hatte einen glücklichen Verlauf genommen und man durfte dankbar derer gedenken, die dazu beigetragen hatten. Der Festausschuss sprach der Bürgerschaft Eisenachs für die vielen Beweise der Anteilnahme an der Jubelfeier und den reichen Flaggenschmuck seinen Dank aus; der Direktor dem Festausschusse in folgenden Worten: Die Ehren und die herzliche Anteilnahme, die in den Tagen des Jubelfestes dem Carl Friedrichs-Gymnasium in So reichem Masse von allen Seiten erwiesen worden sind, verpflichten den Vertreter der altehrwürdigen Anstalt zu unauslöschlichem Danke. Und wenn den ehemaligen Schülern, den Gästen und allen Teilnehmern an der schönen Feier diese Tage in froher und angenehmer Erinnerung zu bleiben vermõögen, 80 darf ich dankbaren Herzens bekennen, dass die treue Anhänglichkeit an die alte Schule und das thatkräftige Eintreten der ehemaligen Schüler hiesiger Stadt, die sich zum Festausschuss für die Bildungsanstalt ihrer Jugend vereinigten, das glückliche Gelingen aller Veranstaltungen herbeigeführt und für Alt und Jung ein freudiges und fröhliches Fest bereitet haben. Daher statte ich auch an dieser Stelle dem verehrten Festausschuss der früheren Schüler für alle seine Bemühungen aufrichtigen Dank ab. Eisenach den 22. Oktober 1894.

Der Festausschuss ehemaliger Schüler hat noch weiter ein dauerndes Andenken an diesen Tag, zum grösseren Teile aus eigenen Mitteln, gestiftet, die Schapersche Büste des Fürsten Bismarck in Bronzeguss, die im Saale des Gymnasiums ihre Aufstellung gefunden hat und die nicht blos uns am 80. Geburtstage des einzigen Mannes in ihren ausdrucksvollen und lebendigen Zügen die Persönlich- keit des Gründers unseres Reiches vergegenwärtigt, sondern auch für die kommenden Geschlechter ein Zeichen sein wird, in dem sie des gewaltigen Staatsmannes gedenken, der auch ihnen ein Vater- land gegeben hat. Dem Festausschusse spreche ich auch an dieser Stelle im Namen des Gymnasiums aufrichtigen Dank aus.

Auf Veranlassung eines Beschlusses der fünften ordentlichen Landessynode vom 21. Novbr. 1892 und nach Genehmigung dieses Antrages durch den landesfürstlichen Synodalbescheid vom 17. Dezbr. 1892 hat das Grossherz. Staatsministerium angeordnet, dass am 31. Oktober jedes Jahres in allen