Jahrgang 
1895
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Im Namen des Gymnasiums in Weimar sprach glückwünschend der Direktor Herr Hofrat

Dr. Weniger, der selbst dem Eisenacher Gymnasium acht Jahre gedient habe, dessen Direktor er von 1875 81 gewesen war und somit noch ein persönliches Verhältnis zu ihm empfinde.

Zugleich übergab er als Festgabe eine Mappe mit Photographien altgriechischer Landschaften Fr. Prellers des Jüngeren, deren Entwürfe der Künstler dem Weimarischen Gymnasium gestiftet hat. Das vollständige Werk, von dem erst ein Teil fertig gestellt werden konnte, hoffe er bald dem Eisenacher Gymnasium übermitteln zu können. Das bevorstehende Jubiläum war für ihn ausser- dem ein Anlass gewesen, seine Schrift: ‚Die Dominikaner in Eisenach dem Gymnasium zu widmen.

Herr Hofrat Dr. Richter, der die Glückwünsche des Jenaer Gymnasiums brachte, überreichte eine gelehrte Festschrift, zu der Lehrer des Gymnasiums Beiträge geliefert haben. Er hob besonders die Bedeutung hervor, die wissenschaftlichen Studien und wissenschaftlichem Geiste der Lehrer für die Schule uud die erfolgreiche Thätigkeit an ihr beizulegen sei. Die Festschrift unter dem Titel: Symbola doctorum Jenensis gymnasii in honorem gymnasii Isenacensis collecta edidit G. Richter' enthält folgende Beiträge: G. Richter, de corruptis quibusdam Senecae tragoediarum locis; E. Wilhelm, Sranica; P. Koetschau, ein Fragment des Origenes; O. Schrader, Linguistisch-historisches; A. Rausch, Christian Thomasius als Gast in Erhard Weigels Schule zu Jena.

Im Namen des Pfeifferschen Instituts in Jena überreichte Herr Dr. Planer einen lateinisch ab- gefassten Glückwunsch.

Zahlreiche Glückwünsche und Telegramme, darunter eines der philosophischen Fakultät in Jena, waren eingegangen; in den Zuschriften trat nicht selten eine rührende Anhänglichkeit an die Schule zu Tage. Der Direktor sprach für alle die freundlichen Worte und die Aufmerksamkeiten, die dem Carl Friedrichs-Gymnasium zu seiner Festfeier in so reichem Masse erwiessen seien, im Namen der Anstalt herzlichen Dank aus und gab der Festversammlung noch davon Kenntnis, dass im Einver- nehmen mit dem Festausschuss und mit massgebenden Persönlichkeiten von ihm der Text eines Tele- grammes entworfen sei, das er unter Zustimmung der Versammlung an Se. Königl. Hoheit nach Florenz abzuschicken gedenke. Das Telegramm, dessen Absendung allseitig freudig aufgenommen ward, lautete: Eure Königliche Hoheit wollen in landesväterlicher Huld die ehrfurchtsvolle Begrüs- sung entgegen nehmen, die von der zur Jubiläumsfeier des Carl Friedrich-Gymnasiums vereinigten Festversammlung dem durchlauchtigsten Landesherrn dargebracht wird, in dessen erhabener Person wir den Sohn Carl Friedrichs, des Fürsten gesegneten Angedenkens, und den Förderer aller edlen Bildung aufrichtig und dankbar verehren. I. A. der Festversammlung Hofrat Dr. Weber.

Ein Gesang des Schülerchores beschloss die Feier.

Zahlreiche Gaben für das Gymnasium gingen uns von ehemaligen Schülern zu: Herrn Vice- admiral Batsch sendete das von ihm verfasste WerkAdmiral Prinz Adalbert von Preussen. Ein Lebensbild. 1890; Herr Dr. Oscar von Hase seine Schrift ‚Breitkopf und Haärtel, Buch- und Noten- drucker, Buch- und Musikalienhändler in Leipzig. Aus den Papieren des Breitkopf und Härtelschen Geschäftsarchives. 1894; Herr Professor Dr. O. Kohl in Kreuznach widmete die 2. Auflage seines griechischen Lese- und Ubungsbuches I. II. dem Gymnasium und übersandte noch ,Vorläufige Mit- teilung über ein römisches Mosaik bei Kreuznach, Abdruck aus den Jahrb. des Vereins von Alter- tumsfreunden im Rheinland, Heft XCV, Bonn 1894, ferner die Veröffentlichung des Antiquarisch- Historischen Vereins zu KreuznachBlücher in Kreuznach. 1894 und nach dem Feste ausserdem 24 Exemplare des Planes jenes Mosaiks und der Zeichnung zweier Rundbilder für die Oberprima als nachträgliche Festgabe. Das Kreuznacher Mosaik ist eines der vier grössten und besten römischen Gladiatorenmosaiks, soweit Solche bisher aufgedeckt sind. Herr Professor Dr. Meister in Breslau übersendete einen handschriftlichen Beitrag zur Geschichte der lateinischen Schule in Eisenach von prof. H. Bauch über den ältesten Lehrer Trebelius. Ferner hatte Herr Professor Dr. Jungfer in Berlin, der 1875 /76 am hiesigen Gymnasium sein Probejahr ablegte, ein Exemplar seiner Schrift der Prinz von Homburg. Berlin 1890 gesendet; Herr Kaufmann Nagy aus Leipzig schenkte die genaue farbige Nachbildung eines Thores der Alhambra.

Das Festmahl, an dem sich etwa 180 Gäste beteiligten, nahm am Nachmittage 43 Uhr im Rautenkranz seinen Anfang und verlief in lebhaftester Stimmung. Die Lauterbachsche Kapelle stellte die Tafelmusik. Eine Reihe von Trinksprüchen ward ausgebracht: Herr Geh. Staatsrat