den im Laufe der Zeit noch einige neue Mitglieder eintraten, gehörten folgende Herren als ehemalige Schüler des Gymnasiums an: Kommerzienrat Degenring, Rittergutsbesitzer Fr. von Eichel-Streiber, Rechnungsrat Hoffmann, Amtsgerichtsrat Jungherr(als Vorsitzender), Rentmeister Kuhn, Referendar Dr. Lungers- hausen, Rentner Alexander Markscheffel, Hofapotheker Osswald, Apotheker Streck, Diakonus Trabert, Oberförster Trautvetter, Postsekretär a. D. Curt Walther, Rechtsanwalt Dr. Wernick, Sanitätsrat Dr. R. Witthauer, Dr. med. Hugo Witthauer, Bankier Walter Ziegler. Zu ihnen kamen vom Gymnasium hinzu: der zeitige Direktor, die Professoren Dr. O. Schmidt und Dr. Kühn, ferner Dr. Flex und Dr. Nicolai.
Als infolge der Finanzlage des Staates ein Beitrag zu den Festkosten nicht gewährt werden konnte(M.-Vf. 12. Febr.), zeichnete der Festausschuss einen Garantiefonds, um die ursprünglich be- absichtigte Ausdehnung der Festfeier über eine kirchliche Feier und einen Schulaktus hinaus auch weiter festzuhalten. Das Grossherzogl. Staatsministerium erteilte auf den dahin gehenden Antrag der Direktion seine Genehmigung zu der Beteiligung des Gymnasiums an der Feier, wie sie vom Fest- ausschusse entworfen war(M.-Vf. 20. Mai).
Am 1. Juni wurden vom Festausschuss unter Mitteilung des Festprogramms durch Herrn Curt Walther, der sich dieser Mühe mit dankenswerter Bereitwilligkeit unterzog, Aufforderungen zur Teil- nahme an der Jubelfeier erlassen, die überall die freudigste Aufnahme fanden. Die eingegangenen Zustimmungserklärungen liessen eine grosse Beteiligung erwarten. Gegen Ende August wurden die Vorbereitungen zur Festfeier von neuem aufgenommen und ununterbrochen fortgesetzt, die einzelnen Ausschüsse traten in Thätigkeit, weiterhin erfolgten im September die Einladungen an Se. Königl. Hoheit, den Grossherzog, Se. Königl. Hoheit den Erbgrossherzog und an Ihre Hoheiten die Prinzen Wilhelm Erust und Bernhard Heinrich; ferner an das Grossherzogl. Staatsministerium, an die Ehrengäste aus niesiger Stadt und an alle, die dem Gymnasium als Lehrer ehemals angehört hatten, ebenso an die Lehrerkollegien der höheren Schulen des Landes. Se. Königl. Hoheit der Grossherzog befand sich während des Oktobers in Italien; Se. Königl. Hoheit der Erbgrossherzog, durch Unwohlsein verhindert, liess mit teilen, dass Höchstderselbe ebenso wie Ihre Hoheiten die Prinzen bedauerten an der Gedenkfeier per- sönlich nicht teilnehmen zu können.
Als Festschrift zur Jubiläumsfeier hatte Herr Professor Dr. G. Kühn ‚Regesten zur Geschichte des Carl Friedrich-Gymnasiums' verfasst, die mit 1190 beginnen und bis zum Jahre 1894 fortgeführt sind. Der Festausschuss hatte eine Denkmünze prägen lassen, die an die Festteilnehmer wie an die sämtlichen Schüler des Gymnasiums verteilt und während der Festtage an grün-goldnem Bande ge- tragen ward.
Dem Herrn Professor Dr. E. Schneidewind ward das Ritterkreuz II. Abteilung des Grossher- zoglichen Hausordens der Wachsamkeit oder vom weissen Falken verliehen, dem Gymnasiallehrer Herrn Br. Otto der Titel ‚Professor“ und nach Verfügung des Grossherzogl. Staatsministeriums wurden ihnen die Dekrete und das Ordenszeichen am Vortage des Festes, am 17. Oktober, ausgehändigt.
Das Jubiläum ward am 17. Abends im Tivoli in würdiger Weise durch einen Begrüssungs- Commers eingeleitet, an dem auch Herr Geh. Staatsrat Dr. von Boxberg und Herr Oberschulrat Dr. Leidenfrost teilnahmen, die im Auftrage des Grossherzogl. Staatsministeriums zum Feste ent- sendet waren. Der grosse neu hergerichtete Saal mit seinen Galerien, die den Frauen eingeräumt waren, war dicht von Gästen jedes Alters und jedes Standes gefüllt, auch die Schüler der Prima und der Obersekunda des Gymnasiums und des Realgymnasiums waren anwesend. Die ältesten Häupter ehemaliger Schüler sah man mit der grünen Mütze des Gymnasiasten bedeckt und Freude und Frohsinn ergoss sich in vollen Wellen über die ganze Versammlung, in der durch das Wieder- sehen alter Schulgenossen und Freunde, durch die Erinnerung an verflossene Jahre und unter dem Einfluss zahlreicher Ansprachen, Trinksprüche und Konzertvorträge die Stimmung rasch und kräftig sich steigerte. Herr Professor Dr. H. Meurer in Weimar, ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums, hatte ein Gaudeamus gedichtet, das mit andern Liedern gesungen ward. Im Namen des Festaus- schusses bewillkommnete Herr Amtsgerichtsrat Jungherr die Gäste, aus deren Mitte Herr Professor Burkhardt aus Würzburg in humorvoller Rede die Erinnerungen der frühesten Schulzeit wieder auf- leben liess und ein jubelnd aufgenommenes Hoch auf das Carl Friedrich-Gymnasium ausbrachte. Der zeitige Direktor erwiederte dankend und weihte sein Glas der Jugend des Gymnasiums; der Oberprimaner Leinhos vom Realgymnasium trank auf die gute Kameradschaft beider Gymnasien, der


