Jahrgang 
1889
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dieser Schenkung herrührende Bücher sind durch eingeklebte Zettel mit der AufschriftAlexander Zieglers Vermächtnis 1886 das ist das Jahr der testamentarischen Verfügung für alle Zeit kenntlich gemacht worden, wie es ehemals mit dem Funkhänel'schen Vermächtnis geschehen ist. Eine Tafel mit. dem Namen Alexander Ziegler's, seinem Geburts- und Todestag ehrt sein Gedächtnis.

Durch die gnädige Fürsorge des Fürsten unseres Landes, durch das Wohlwollen der Staatsbe- hörde und durch die Gunst der Umstände ist ein guter Anfang zu einer öffentlichen Bibliothek für unsere Stadt gemacht, nur erst ein Anfang. Überall auf allen Gebieten der Wissenschaft und Kunst, welche in der Carl Alexander-Bibliothek vertreten sind, klaffen grosse, empfindliche Lücken, welche mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht ausgefüllt werden können. Diese Mittel können und dürfen gegenwärtig nur für die Bedürfnisse des Gymnasiums verwendet werden und werden daher nur in dem Masse auch den Wünschen des die Bibliothek benutzenden Publikums dienen, als die Bedürfnisse beider Kreise im einzelnen Falle übereinstimmen.

Weimar und Jena besitzen reichhaltige Bibliotheken; dass auch die hiesige Carl Alexander- Bibliothek, wenn auch nicht zu gleicher Grösse, doch in entsprechendem Masse wachsen und gedeihen möge, dass sie den Nutzen und Segen stiften möge, der den in ihr ruhenden Kräften innewohnt, das ist ein Wunsch, dessen Erfüllung davon Aleſee dass sich die entsprechenden Bedürfnisse geltend machen, dass die Zwecke, we lchen eine solche Bibliothek dient, von immer weiteren und grösseren Kreisen empfunden werden. Die hohe Staatsregierung ist darauf bedacht, das Wohl des Landes zu fördern;

sie hat die gewerblichen Bestrebungen unserer Stadt unterstützt, sie wird ebenso auch des dürfen wir gewiss sein die im Dienste der Bildung und Wissenschaft stehenden gemeinnützigen Einrich-

tungen überall, wie bisher, kräftig zu fördern bereit sein. Nur unsere Stadt würde die Schuld treffen, wenn der Pl lan, zu dessen glücklicher Weiterführung und Ausführung alle Vorbedingungen gegeben sind, keine Verwirklichung finden sollte

Die Benutzung der Carl Alexander-Bibliothek steht Jedem in Stadt und Land frei, welcher die für die Bibliothek vom Grossherzogl. Staatsministerium genehmigte Ordnung beobachtet. Ein Buch. liegt zugleich in dem unteren Raume der Bibliothek auf, welches dazu bestimmt ist, etwaige Wünsche und Anträge aufzunehmen. Die Bibliothek wird zur Ausgabe und Rückgabe von Büchern Mittwochs und Sonnabends von 11 ½ 1 Uhr geöffnet sein; auch ist rechts im Eingange zum Gymnasium ein Kasten für Bibliothekszettel angebracht, in welchen schriftliche Bestellungen eingelegt werden können, welche ebenso wie die mündlich angebrachten in den bezeichneten Stunden erledigt werden. Die Bibliotheksverwaltung wird in jeder Beziehung den Wünschen des benutzenden Publikums nach Mög- lichkeit entgegen zu kommen bereit sein.

Am Tage der Eröffnung wird eine kleine Auswahl von Drucken, welche in irgend einer Be- ziehung ein besonderes Interesse bieten, zur Einsicht des Publikums ausgelegt sein; ein Jeder, welcher geneigt ist, am 9. Januar vormittags von 11 Uhr ab seine Schritte hierher zu lenken, wird will- kommen sein. Die Teilnahme des Publikums, der Männer und Frauen, welche die Bibliothek mit ihrem Besuche beehren, wird als ein Zeichen für die fernere Entwicklung der neuen Schöpfung unseres Landesherrn gelten dürfen.

Vorstehender Aufsatz etwas verkürzt und mit einigen wenigen Ldtert hat der Herausgeber des Zentralblattes für Bibliothekswesen, Herr Oberbibliothekar Dr. O. Hartwig in Halle a. S. in seine Zeitschrift aufgenommen 1889 S. 86 88 und zu dieser Veröf dend lichung den Zusatz gefügt: Die gedruckt vorliegenden Statuten[s. den Jahresbericht 1887/88 S. 7 f.] der Bibliothek entsprechen fast vollständig denen der Grossherzogl. Bibliothek zu Weimar. Die Nerstatumg der Bibliothek bietet alle Bürgschaften auch für die an sie gesendeten Werke auswärtiger Bibliotheken. Wir begrüssen die Eröffnung dieser neuen deutschen Bibliothek mit Freuden.

Am 10. Januar starb ein begabter und liebenswürdiger Schüler der Obertertia Caesar Butschke von hier, im 16. Lebensjahre. Seit Michaelis 1886 war er Schüler des Gymnasiums. Ein schleichendes Ubel, ein Herzleiden, das ihn infolge von Gelenkrheumatismus seit längerer Zeit befallen hatte, hat ihn einem frühen Tode zugeführt, durch dessen raschen Eintritt er vielen qualvollen Leiden, denen er noch entgegen gegangen wäre, enthoben wurde. Sein Gesundheitszustand lat ihm seit Ostern 1888, seit seinem Eintritt in die Obertertia, nur immer auf kurze Zeit den regelmässigen Schulbesuch