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Chloris aber dessen Sohn Neleus zum Gatten gehabt habe. Welche Rolle Poseidon in der Del- phischen Sage spielt, ist bekannt ¹). Wichtiger ist Paus. X, 6, 2, wo Thyia die Mutter des Delphos heisst und von ihr geradezu die Orgien und die Benennung der späteren Thyiaden abgeleitet werden: 0d⁴ ϑε Kauoτανιονν εᷣ d νρς ατõs ova du fauredα εέ⁴ονυσννναάια νεκνεέαᷣα νyνy, zu tsος α τᷣ τ ουιαν dtcço ντον ν νορꝓάνα de'mνα̈Qκάνν ε ϑε n aoνmc aα 5Gινέοοων 6Gα—νw☚ν fiõννοσρς εμτμνονντια υ—dαẽ αρςνα ρέσmννιν νμι eερσν νιτοανο ν oνν α³d ac Ouice voμεoνσν εiναμεᷣνU. Und wie Thyia hier die Tochter des Kastalios heisst, So wird sie bei Herodot VII, 178 als Tochter des Kephissos bezeichnet ²), von der ein Ort Thyia den Namen hatte, wo sich noch zu Herodot's Zeiten ihr Temenos befand: ol 4e⁴†ο ⁷⁷σι υνέηιαοα⁸⁵ειιν ε dnιιέκεεαν εν din, In so vis Kn†ι ϑννα uims τ ᷣμνμεᷣνς sGτ, εν jc α υςσοσο οdτυοο T roννυιμμι ννμε, 2u Hpoisdi σOααα μνηαααν. Das den Winden dargebrachte Opfer spricht, wie manches andere, für die Ansicht Welcker'’s, der in Thyia, wie Oreithyia, eine Gottheit des Windes sieht und den Namen selbst von der sausenden, schwunghaften Bewegung deutet. Alle diese Sagen, welche von der Vorliebe der Hellenen in ihren Gründungsmythen zu personificiren und zu genealogisiren zeugen, beweisen für unseren Zweck doch wenigstens soviel, dass nach antiker Anschauung die Dionysischen Orgien der Mythe wie der Wirklichkeit in Delphi ein sehr hohes Alter besassen. Sie hingen ohne Zweifel mit dem Dionysoscultus der, in früher Zeit nach Phokis, wie in die benachbarten Striche Boiotien’s, eingewanderten Thrakischen Stämme zusammen, auf welche noch in späteren Jahrhunderten das Delphische Geschlecht der Thrakiden hinweist. ³) Das meiste von der Geschichte dieses eigenthümlichen, schon im Alterthum geheimnissvollen
Gottesdienstes wird für uns allezeit dunkel bleiben. Von Interesse ist aber einerseits die Zähig-
keit, mit der man an ihm festhielt, und anderseits der Aufschwung, welchen er in den Zeiten des sinkenden Hellenenthums von neuem bekam. Die Ueberlieferungen der christlichen Schriftsteller beweisen namentlich, wie man auch auf die mystische Seite des Dionysosdienstes noch in so später Zeit seine Aufmerksamkeit richtete. Wie lange diese Delphischen Feiern und mit ihnen das Collegium der Thyiaden nach des Plutarchos und Pausanias Zeiten noch bestanden haben, ist nicht bekannt. Reminiscenzen daran scheinen noch heute nicht völlig verschwunden. ¹) Die jetzigen Griechen nennen die mit Steingeröll bedeckte Höhe des Parnass, bis zu der einst die Thyiaden schwärmten, Teufelstenne und wissen ähnliches davon zu berichten, wie die Bewohner unseres Harzes vom Blocksberg und vom Hexentanzplatz.
¹) Vgl. meine Abhandlung über die religiöse Seite der grossen Pythien S. 19.
²) Vgl. hierzu Paus. X, 8, 9: να οάσέαι ε νἀα σς˙ roν⁴ςμ 5 σένο τνπ Kœærcdi Torcνμον dέονεαναιι oν Kn*ισσοσν roëro Eroinde 2⁴ d⸗ααos 2u οοοτl² τ εl Aααοωνια Es ist der Hymnos gemeint, dessen Inhalt bei Himerios or. XIV, 10 erhalten ist. S. oben Seite 1 Anm 2.
³) Diodor XVI, 24. O. Müller Orch. S. 377 ff. Gerhard, über Griechenlands Volksstämme u. Stammgottheiten
Abh. Berl. Ak. 1853 S. 462 ffl. Welcker Götterl. I, 427 fl. Bursian Geogr. I, 158 f.
⁴) Ulrichs S. 121. Foucart mémoire sur les ruines et l'histoire de Delphes p. 114 f.


