Jahrgang 
1876
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15 der Gott der gewöhnlichen Hellenischen Auffassung, welche ihn als den Sohn der Semele ansieht. Die Orphische Lehre hatte eine Vermittelung zwischen Dionysos Zagreus und dem Sohne der Semele sich zurecht gemacht, von der auch die Delphischen Theologen gewusst haben werden. Zagreus war das Kind der Persephone; nach seiner Zerreissung soll Zeus das von Athena gerettete Herz der Semele eingegeben haben, welche dann den Dionysos gebar. ¹) Es liegt uns fern auf diese spitzfindige Deutung Gewicht zu legen. Zu der Annahme aber, dass Mythos und Cultus den Dionysos auch ausser der Winterzeit gelegentlich in Delphi weilend dachte, führt zunächst die Attische Auffassung, welche sich in manchen Vasenbildern, vor allem in der Darstellung eines schönen Kraters von Pantikapaion in der Eremitage zu S. Petersburg, zeigt. ²) Hier ist die Epi- phanie des Apollom zu Delphi, welches durch Omphalos, Palme und Dreifuss sicher bezeichnet ist, dargestellt. Der stattlich gebildete Dionysos heisst den jugendlichen Apollon in dessen Heiligthum durch Handschlag willkommen; unterwärts bereitet eine dienende Frau dem Angekommenen einen Sitz. Die Umgebung von Satyrn und Frauen, welche letzteren Stephani vielleicht mit Recht für die Delphischen Thyiaden hält, so wie die Haltung der Hauptpersonen, zeigt, dass Dionysos als der anwesende, Apollon als der nahende anzusehen ist. Auch andere Darstellungen ³) bekunden, dass Athenischen Vasenmalern die Anwesenheit des Dionysos oder wenigstens seines Kreises zu Delphi zugleich mit Apollon geläufig war. Aus der Darstellung von Pantikapaion lässt sich schliessen, dass zunächst das Theophanienfest im Monat Bysios Veranlassung gab, das Zusammensein beider Götter zu feiern. Nach Herodot I, 51 pflegte bei dieser Gelegenheit der grosse silberne Krater des Kroisos, welcher im Pronaos des Apollontempels stand, gefüllt zu werden. Dies erinnert an die Pithoigien und Choen der Attischen Anthesterien, die in demselben Monat begangen wurden. Im Anthesterion war der neue Wein ausgegoren und trinkbar 4). Die Phasen der Weinent- wickelung aber waren, wie wir sahen, bei dem in der Delphischen Gegend fleissig betriebenen Rebenbau nicht ohne Einfluss auf den Cultus. Auch an den Theoxenien im Monat Theoxenios (Elaphebolion, März-April) denke ich mir den Dionysos zu Delphi betheiligt, doch liegt darüber kein Zeugniss vor. Wichtig ist dagegen, was Plutarch über das Fest Herois berichtet. Dies führt uns wieder auf die Thyiaden zurück. Wir hören nämlich, dass dieses Collegium bei ennaeterischen Cultakten beschäftigt war, von denen sich nachweisen lässt, dass sie im Spät- sommer begangen wurden. Es scheint nothwendig, die ganze Belegstelle(Plutarch Qu. Gr. 12 P. 293 b) hierherzusetzen. Sie lautet: οαι' υνσσ 2o svwaæsrioidαν αάd 10 εeεαsςα, 1 u Terννοιοννα‿ον⁵σι, τ1mν½ ᷣοαυι³d, 1iν Xaoiαν T ενν Gsονοον oοrs uiμμα vi I00G r0ν Hνυνα o μαeν ενα, ecν iõe usrd ri udνννεε τaà Teurn guxije 2du xεν⁶ιεεα⁹ς. 0 uενν ϑ, ursn n τ qσeνπ 2ἀσ zοννιοντα ναάαααραισνν, ds en, rεrουμέ̈μ̈νᷣ α qεuνmovre τ§àdον, v leOdeν αονεν, ‿⁵αο⁴οινεμν, zœu μορσν αme=‿νειςςννάνκαη τj zεlevvie ατεεαφmνεᷣ ο αάιτν εν τον oοανπισαοο dozν εονννκτα, sxdeuενον νπ rο ‿πτα⁶οε, 5wονα Gꝓ% Aiꝝ, 35g 16rνσσ 10 ⁸εκν σειρρσνιηον τονντιννν τονουιντ̈νν τννέ αmeιομμμασs 8Gν ετeων T'jg ds RHOονπι⁶οοε rd raerτσ εμυσννναν ενέν 16yν, ioαmσ α Ovideg&να τνν ϑοωσμμεμ̈ναιμα †◻φμνερ euε de Teα αeνν eixdoεε. eOν ¹ XNa‿diᷣsς rord τνναάα εμυνιοᷣνονονσσιι dιμςε εε α νιμυ ou* AeAoode αreᷣοαννᷣ 2 τος τ νςσσς τον ϑασσ⁴eνςα ⁵ᷣƷντe usrd erν εœ veeν esrsuo

¹) Lobeck Agl. 547 ff. 559 ff. ²) Herausgegeben von L. Stephani compte-rendu pour l'année 1861. S. Petersbourg 1861; abgebildet auf Tafel IV des Atlas; danach Arch. Ztg. 1866 T. CCXI; von mir besprochen ebd. S. 185 ff. Vgl. O. Jahn ebd. 1867 S. 69. ³) Zusammengestellt Arch. Ztg. 1866 S. 191. ) Hierüber ausführlich A. Mommsen, Heortologie S. 21. 45. 345.