Jahrgang 
1876
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an dem der Festnacht vorhergehenden Tage unten im Pythischen Peribolos die priesterlichen

Prauen im Festornat sich versammelten, um in feierlicher Pompa auf die Berge zu ziehen.

Ueber Kleidung und Ausstattung der Thyiaden lässt sich aus den Beschreibungen der Dichter, sowie den erhaltenen Bildwerken, ein Schluss machen. In bildlichen Darstellungen guter Zeit erscheint die Bakchantin mit langem, bis auf die Füsse reichenden Chiton bekleidet, oft mit einem Mantel darüber, oder eine Nebris um den Hals geschlungen. Sturm und Kälte der Winter- nacht im Hochgebirge geboten solche Tracht, und wahrscheinlich auf Grund dieser Nothwendig- keit wurde sie traditionell. Welcker behauptet¹), wie mir scheint, mit gutem Grund, dass Thyia, welche in den Stammsagen von Delphi vorkommt und die nach Pausanias zuerst Orgien gefeiert haben soll, ursprünglich eine Dämonin des Windes war; das langflatternde Gewand und das ge- löste Haar würden dem entsprechen. Dass die Bakchischen Attribute des Efeus, des Thyrsos und vor allem der Fackel von den versammelten Frauenchören geführt wurden, ergibt sich aus der Natur der Sache. Von den Fackeln hat der Monat den Namen, und die Dichter werden nicht müde, den Lichterschein auf den Felshöhen des Parnassos bei den Nyktelien zu schildern. ²) Sehr wahrscheinlich ist, wie Rapp S. 9 bemerkt, dass, wie zu Tanagra nach Pausanias IX, 20, 4, So überall eine Reinigung der Bakchischen Frauen vor Beginn der Orgien in dieser oder jener Weise stattfand. In Delphi pflegten die ankommenden Pilger einer solchen an der Kastalia sich zu unterziehen. ³)

Der Weg auf die Höhen des Parnass führte durch den westlichen Ausgang des heiligen Peribolos dicht am Theater und an der hinteren Seite des Apollontempels vorüber. Ihn mussten die Thyiaden einschlagen, um auf die Berge zu kommen: wir sahen schon oben, wie absichts- voll die alten Meister die Darstellungen für das westliche Giebelfeld des Tempels gewählt haben. Hatte man den Peribolos hinter sich und stieg man in nordwestlicher Richtung aufwärts, so kam man zu einer Bildsäule des Dionysos, einem Knidischen Weihgeschenk(Paus. X, 32, 1), das sicher ebenfalls mit Beziehung auf die trieterischen Vorgänge dort aufgestellt war. Von dort am Stadion vorüber gelangt man rechts an den, Delphi im Norden begrenzenden, über 700 Fuss hohen Fels- wänden der Phaedriaden auf einen im Zickzack emporführenden Weg,eines der kühnsten und bewundernswürdigsten Werke des Alterthums. Ueber 1000 Stufen, in dem harten Gestein aus- gehauen, bilden eine ununterbrochene Treppe, die an den steilen Felswänden hinaufführt.) Ulrichs erreichte von Delphi aus in nahezu zwei Stunden die Höhe. Dort führt der Weg zu- nächst durch eine jetzt mit niederem Tannenwald bewachsene Schlucht, welche sich bis zum Giessbach der Kastalia hinabzieht, in ein schmales Thal, an welches im Westen eine grosse, gan⸗z von Bergen umgebene Hochebene sich anschliesst, deren südlichster Theil von einem kleinen See eingenommen wird. Zwischen dem Thal und der Hochebene erhebt sich eine ziemlich steile Anhöhe. Fast am Gipfel derselben befindet sich die berühmte Korykische Grotte, eine gegen 100 Fuss hohe, eben so lange und breite Halle, deren Decke einem etwas eingedrückten gotischen Gewölbe ähnelt, und an die sich eine zweite mit seltsamen Tropfsteinbildungen geschmückte Kammer anschliesst. Die Höhle war dem Pan und den Nymphen geheiligt, welche als Beglei-

¹) Alte Denkm. I, 160 ff. Gr. Götterl. III, 65 ff. Vgl. Gerhard, Mythol. S. 518, 1 c.

²) Die Dichterstellen bei Rapp S. 18. M. Ross, de Baccho Delphico, Bonn 1865 p. 4 f. Ueber die Bekleidung und Ausrüstung vgl. Plut. de IS. et. Os. a. O. Schoene, de personarum in Eur. Bacch. habitu sc. p. 78 ff. Rapp S. 579 ff. Duss bei dem Hellenischen Dionysosdienste der Wirklichkeit Schlangen nicht gebraucht wurden, scheint mir von Rapp(S. 13) erwiesen.

³) Eurip. Ion. 94. Phoen. 222. Ulrichs S. 48.

*) Wörtlich n. Ulrichs S. 117 f. Vgl. Thiersch Topogr. v. D. S. 9. Vischer Skizze des Parnass S. 13. Paus. X, 32,2.

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