Jahrgang 
1876
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noch heutzutage nach uralter Sitte Frauen und Mädchen kunstvolle Reigentänze in grossen Chören aufzuführen und den Takt durch improvisirte Gesänge zu begleiten pflegen. Die neueren Rei- senden wissen den Reiz dieser Tänze nicht genug zu rühmen.¹) In Delphi angekommen verei- nigten sich die Attischen Thyiaden mit den dortigen. Die Zeit fällt in den Monat Dadophorios, welcher ohne Zweifel den Namen von den Fackelreigen der Thyiaden bei den dionysischen Nacht- feiern erhalten hat. Aus wie viel Mitgliedern das Delphische Collegium bestanden hat, wissen wir nicht; dass die Anzahl bestimmt war, lässt sich aus der Analogie anderer Orte schliessen. In Sparta gab es elf Dionysiaden(Paus. III, 13, 5.), in Elis wurden at FTS9 10 6ννσαον ερα Vvyisss dieSechzehn genannt(Plut. mull. virtt. p. 251 e). Aus den plastischen Vorstellungen der Tempelgiebel zu Delphi einen Schluss zu machen, ist misslich. Pausanias(X, 19, 3) berichtet folgendes: 1 ϑε εν roες dsrors, Soriν toreuνιν 2ευ Adyrd u drroν MOGυν, dασi τε Hiou, 2uα diννdos Is a αd νœess l iddss. Ob in der Zeit des Praxias und Androsthenes, d. i. um Ol. 90, bereits das Thyiadencollegium zu Delphi bestand, steht dahin. Die Künstler haben freilich, wie sich aus der Analogie des Apollon und der Musen ergibt, nicht die wirklichen, son- dern die mythischen Thyiaden dargestellt, aber denkbar wäre immerhin, dass ihnen die Zahl des wirklichen Collegiums dabei bestimmend gewesen ist. Aus dem Ausdruck des Pausanias Fvde a ϑι⁴αes geht hervor, dass sich der Perieget eben das Collegium dort dargestellt denkt ²), er konnte darauf um so cher kommen, wenn die Zahl der Figuren in der Giebelgruppe der Wirk- lichkeit annähernd oder ganz entsprach. Nun ist die Vertheilung ohne Zweifel so gewesen, dass auf der Vorderseite des Tempels Apollon nebst Leto und Artemis und den neun Musen, im gan- zen also zwölf Figuren, sich befanden, die ühni

en auf der Rückseite. Denn der untergehende Sonnengott ist, als Hindeutung auf die Nachtfeier, sicherlich mit zu der Gruppe des Dionysos und der Thyiaden zu ziehen. O. Jahn vermuthet(Arch. Beitr. S. 79), dass dieser Figur eine aufgehende Selene entsprochen habe. Es würden also etwa neun oder zehn Thyiadenfiguren zu denken sein. ³) Wie unsicher freilich eine solche Bestimmung ist, liegt auf der Hand. Uebrigens haben die Künstler diesen Gegenstand nicht olme Beziehung für den hinteren, westlichen Tempelgiebel des Heiligthums gewählt, denn derselbe war derjenigen Gegend zugewandt, nach welcher die Thyiaden ziehen mussten, um die Höhen des Parnass, den Schauplatz der Orgien, zu erreichen.

3. Das Delphische Collegium stand unter der Leitung einer Vorsteherin, ορνε. Plutarch redet von einer solchen wiederholt, und nach seinen Angaben muss dieselbe damals eine nicht unbedeutende Stellung in der Delphischen Priesterschaft eingenommen haben. Zu jener Zeit befand sich eine Frau Namens Klea) in dieser Stellung; sie war eine Freundin seines Hauses, und Plutarch hat ihr zwei seiner Schriften, nämlich die über Isis und Osiris und die über Tugenden der Frauen gewidmet, wie die Einleitungsworte dieser Abhandlungen bezeugen. Beide Werke Ssetzen ein, für ein Hellenisches Weib seltenes, Verständniss Philosophiisch-theologischer Erörterungen voraus. Ergibt sich schon daraus, wie hoch Plutarch die Bildung der Klea schätzte, so geht dies aus einzelnen Aeusserungen unmittelbar hervor(z. B. de Is. et Os. 2 p. 351 e. 20 p. 358 e.). Sie war von Vater und Mutter her in die Osirisweihen eingeführt. Plutarch, welcher

¹) L. Ross, Wanderungen in Gr. I, 44 f. 48 ff. 53 f. II, 189 f. Ulrichs I, S. 130 ff.

²) Vgl. hierüber Welcker, Alte Denkm. I, 163 f. Rapp S. 20.

.*) Panofka, Dionysos u. die Thyiaden(Abh. Berl. Akad. 1852, S. 359) nimt acht an, weil der untergehende Helios soviel Platz einnehmen müsse, wie Apollon samt Mutter und Schwester.

) Der Frauenname Klea ist in Phokis auch sonst bezeugt, Zz. B. in Daulis GC. I. Gr. I, 1732 p. 849. Damit ist Reiske's Ansicht, dass für KAéu zu lesen sei KAeéry, widerlegt. Vgl. Parthey zu Plut. IS. u. Os. S. 147.

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