Jahrgang 
1875
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525 lauten die letzten worte des cap. in der ausgabe: diſse luerde dwam allis von ndssin welirn, dus mun dus korn sehin muste alfso n ennen Klup sehwete. dazu unter dem texte die pemerkung:Etwa: ulfso ap man is'n eynen klump sewete? die rechte hilfe bieten auch hier FG: daz man das korn sewen mufte also man ez in ehnen Kleip sewelé. nach denselben hss. ist auch aus nafsen oder naſsem weter herzustellen.

539. 9. Der könig von Frankreich hat über hab und gut recht zu sprechen in einem streite, für welchen die eine partei falsche zeugen erkauft hatte. als au die fulschen gezugen vor gerichte dwomen, do hiesch her ennen der gur ermlichen under on was(der ging gar ermlichen onter in F) unde sprach zu om gemelichenSage mir, Kanstu das paler Noster? do antworte der

Gnediger herre, ich kan is als ichs vonn méeynen eldirn gelernet habe. do sprach zu hunt der konigteNu laſs michs horen, und der sprach is mechlich,ap ich is ouch alſso kunne ader nicht. do sprach her om dus pater noster bis zu ende uſs. in dieser erzählung stören die worte und der sprach is mechlich entschieden den sinn, sie können unmöglich so zwischen den worten des königs stehen: in F lesen wir vnd ſprich es gemehlich. der chronist hat also geschrieben2ꝛ laäſs michs horen vndée sprich is gemechlich, ab ich is ouch alſso Kunne ader nichl. oOb gemech- nchen, gemehlichen oder gemelichen herzustellen ist, ob Rothe auch die gekürzte form mechlich oder mechlichen gebraucht hat, kann auch hier nur aus den hss. erkannt werden. für die schreibung gemolich führt Lexer einige beispiele an p. 837 melichen findet sich 129, 13. 347, 10. in dieser schreibung stimmen SF mit hs. überein; in der zweiten stelle auch Schlorffs abschrift der kl. chron. bl. 203 a. dann steht diese form noch 70, 21 in der Sondersh. hs. dafür hat F gemehlich, SG mechlingen. aus allen diesen stellen, mit ausnahme von 347, 10, ersieht man, dass Rothe das wort auch in der bed. leise, heimlich angewendet hat-

544, 24. Nach dem tode des markgrafen Heinrich von Meissen nahm sein enkel, Fried- rich der freidige, das land ein, do om seyne bruder und die herren uſs Wyſsen uſs dem Ostirlande ande ouch uſs Doringen landen, die den Hyndern lantgraven Albrechtis gunstigk waren, zu hulſfen. L. welche prüder des markgrafen Friedrich mag hier der chronist gemeint baben? in FGDr. ist richtig do m Sin hruder geschrieben.

545, 21: des wolden om die graven unde die irbar lewte ande ouch die stete nicht ge- vellig seun. L. das adj. gerellig ist ohne zweifel ein lesefehler oder eine verschreibung für gevollig, assimil.= gerolgig, wie in Dr. das wort geschrieben ist. gevolig F. gefolgit G, wahrscheinlich verschrieben anstatt Jevolgic.

552, 9. In der zwietracht zwischen dem landgrafen Albrecht und seinen beiden söhnen waren die edelleute des landes zwischen beiden parteien getheilt, das ir eyn teil is hilden mit den ſsonen alſso mit ren herren von rechten erben des landis, die andern houpten an den valer 1. die sinnlosen worte mit ren herren von rechten erben wird ein jeder, der mit Rothes sprache und erzählungsweise einige bekanntschaft gemacht hat, sich sofort selbst umändern und verbessern in mit iren herren vnd rechten erben, wie auch in FGDr. vorliegt. möglicher weise ist auch hier die Sondersh. hs. nicht richtig gelesen worden.

Nicht minder sinnlos und eben so leicht sind zu berichtigen 564, 27 die worte in der ausgabe do lieſs her sie begreifen und om brengen unde lieſs êrem itzlichen seune rechle hanl

ahe hawen. In FG steht or iglichem, in Dr. er iclicheme. im folg. cap. zeile 13 war aus den- selben hss. herzustellen vnde vilen czu on in daz elostir, wie gleich vorher gesagt ist unde vilen do vn eyn clostir. dafür hat L ganz sprachwidrig yn dem clostir. ferner ist 595, 10: z2 u8 helat?

do sltugk grave Heunrich von Hoenstein eynen rat dn uf den apt zu Fulde und 607, 10 unde maehten do manchen groſsen rat uf des koniges duner unde uff die von Isenache aus den lss. red oder rit zu setzen, wie aus der stelle 627, 17 unde machte elnèen groſsen redt n die murke ersichtlich ist.