Jahrgang 
1875
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herren, unde logerten sich an die Werra vor Franchenstefyn unde vor Salzungen unde Sstormele sie vaste unde ted do gar vil schaden. man erkennt sofort, dass logerten in logerte zu ändern und so in die worte der richtige sinn zu bringen ist, wie das nachfolgende stormele beweist. und der cod. Fabr. bestätiget, dessen lesart auch die worte der histor. landgr. Ecc. 448, 29 33 entsprechen: anno domini Nec-CE Adolphus rer iterum veniens ad Thuringiam eum recenti ewercitu ac magno caustrum Franckenstein obsedit et jn deditionem recepit, salva castrensium vita et libertate. auffälliger weise haben auch GDr. logerten, was sich hier wohl kaum halten und rechtfertigen lässt. ebenso liest man 609, 25 richtig in FGDr. vnde alzo her heym wolde, näml. der könig Albrecht, do begegnele eme der herczoge von Begern mil groſſeme volke, vnde wolde margrafin Fridrichin(l. Fridriche, wie in G geschrieben ist) zcu hulſle kommen. in L fehlerhaft unde wolden.

Der entgegengesetzte fehler kommt vor 476 in den anfangsworten: Obir eynn Jar dor- noch do ruwete lantgraven Conraden segne sunden. es liegt auf der hand, dass hier ruwelen zu bessern ist, wie FGDr. gleichmässig darbieten.

460, 14 spricht der ritter Rudolf von Vargula dem landgrafen Heinrich die furcht und besorgniss aus, dass gottes rache und strafe über das land kommen möchte, es sey denn dus ir gote bufset unde ouch mit der seligen frawen gutlichen sunet L. aus G und Dr. ist zu verbessern ez en ſie danne, daz ir gole buſsit vnd uch mit der seligin frauwen gutlichen sunil. damit stimmt auch F überein, worin euch geschrieben ist. in G' steht in den vorhergehenden worten obir dit lant, in F vber das lannt, in L obir die lamdt, in Dr. obir dy« lant. der singular in G dürfte hier wohl dem sinn der ganzen stelle am meisten angemessen sein und aus der schreibung dit erklärt sich auch leicht der plural in den andern hss.

496, 13 lesen wir in L von dem zum röm. könig erwählten grafen Wilhelm von Holland: dornoch do zouch her n Sachfsen unde hieſs on do zu der ee gebin des herzogen lochtir vonn Brunſswigk. es muss heissen"iez ome zd der ee gebin, wie der sinn entschieden erfordert auch ohne die bestätigung in FG.

519 am ende: eyne weile ſso hatte her des willen, die ander weite egnes andirn, bis gas her das wol 14 tage mete getreib, näml. der eseltreiber, welcher die landgräfin ums leben bringen sollte. so L. in F lauten die letzten worte bis er das 14 tag antreib, in Dr. biz daz her daz ferzcen tage me getreib, in G endlich finden wir das richtige biz daz her daz wol vier- czen tage adir mehe antreib.

520, 13 sagt der eseltreiber zu seiner herrin, der landgräfin: wie is dorumbe sey, ſso gnadit meyn unde ouch uwir unde horet mit salde unde mit gedult. L. was sollen die vorte poret mit sulde heissen? in FG finden wir stilte für salde und dasselbe will auch salle in Dr. be- sagen, ein lesefehler, der aus den im 15. jahrh. üblichen schriftzügen leicht begreiflich ist. weiter unten in demselben cap. zeile 26 lesen wir in L alſso bereite sie sich mit eyner Juncfrawen unde ir houfemeister unde gungk do uff das gemolle hueſs beg dem torme u. s. w. F und Dr. haben vnde ir hofemeisterin, G hofemeistern, und so wird wohl auch in der Sondersh. hs. stehen, nur mit der gewöhnlichen abreviatur des n am ende der wörter, welche hier und anderwärts übersehen worden ist. überhaupt tritt beim durchlesen des gedruckten textes nicht selten der gedanke und die be- sorgniss heran, dass in der Sondersh. hs. an vielen stellen die sprache und mundart des chronisten besser gewahrt und erhalten sein dürfte als in der darnach abgedruckten ausgabe. es ist, um nur ein beispiel der art anzuführen, mehr als unwahrscheinlich, dass der anfang von 550 in dieser hs. lautet Konne vonn Isenbergk ſson; es wird auch dort wie in den andern hss. Konnen geschrie- ben sein, zumal da wenige zeilen nachher Konnen vonn Isenbergk gelesen wird und 588, 26 dor- noch starp lantgrave Apitz der vor gnanten Kunnen von Isenbergk ſsonn. vgl. noch 529, 11. 543, 7. 545, 19. 28. 546, 2.