Jahrgang 
1875
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hat fast den anschein, dass der chronist ziemlich gedankenlos, wie das bei ihm zuweilen vorkommt, seine vorlage abgeschrieben habe, dass die lesarten in G und L spätere correcturen, dagegen die worte, wie sie in F stehen, vielleicht die ursprüngliche lesart enthalten. in der histor. landgr. Ecc. finden sich auch nur wenige zeilen weiter die worte: proinde frater reguirens, Hermannum, Thu- ringorum lantgravium suppläciter adiit, petivit suo praesidio sibi consulere et ut suo durilio non esset extraneus, hillam suam se ducturum, adhuc in cunabulis eæxistentem, fide promisit, wie diesen worten entsprechend auch J. Rothe noch in diesem cap. z. 18 erzählt: do reit der bruder zu lanl- graven Hermanen on Doryngen unde bat on umb hulffe und rad, her wolde segne tochittir nemen wen die groſs genugk worde, die noch in der wigen lagk. das wart alſso gesworen unde vonn on heiden verburget. die namensform Hermanen in L ist natürlich unzulässig, es muss entweder Hermanne, wie in G geschrieben ist, oder Herman heissen.

428, 29. Die worte des landgrafen Ludwig sie(näml. Elisabet) Kere sich an nyman der worte sind in L völlig sinnlos; in FGDr. steht dafür sie kere sich an numandis worlte.

436. Der landgraf Ludwig hatte einen heereszug nach Polen unternommen. do dwam das her zu sampne die erste nacht nn das dorff gnant Studewe, unde alſso sie das volk do obir al belogen u. s. w. die letzten worte sind wieder unverständlich; schon ans dem abdruck bei Meucken, mit dem auch FG übereinstimmen, konnte das hier allein richtige erkannt werden: vunde alzo sy das veit do obir al belogin. weiter unten lesen wir z. 19: do belagk her das 510/5, unde das vorwunderte alle die is vornamen. unde die polnischen herzogen die santen zu dem lantgraven umbe frede. dem plural die polnischen herzogen die santen widersprechen die nach- her folg. worte do verpflichten sich die burgman uf der burg, were das sie ir here(1. herre) Yn acht tagen nicht rette, fso wolden sie ym dus sloſs antworten. dazu kommt, dass in GDr. gelesen wird vnde dy polischin herzcogin vnde der sante zeu deme lantgrahin. darnach möchte wohl zu verbessern sein do belag her daz Sloſs vnde darz vorwanderle alle die ez vornomen vnd den po- ischen herezogin vnd der sante u. s. w. auch die stelle c. 442, 15 ff. ist hier zu beachten. sie lautet in G: Nu merkit, waz der milder logintsamer forste arbeit vmb siner eloster willen vnd Foste vmb siner arme luthe willen bestunde. also ir wol gehort hat wi her sinen ezil vor wercze- hporg gesucht hat, und wie her mit groſſsen here in Polin zcouch vor Lubanczk vmb daz der herczoge von Polin sine borger, die kouffmanschacz in Polin vnd in Ungirn suchlen, beroubit vnd geschindet hatte. diſfer forste ist bilche zeu lobene und so stimmen die worte auch überein mit der erzühlung in der histor. landgr. Ecc. 416, 46: Oui(näml. der landgrat) venäens cum exercitu III. kalend. Augusti oceupavit undigue per circuitum campum et cecidit timor magnus super omnes Polonos. Quod percipiens duær Polonige ultra modum admirabdtur, çuod Vantgravius Tha- ringiae de tam longinguis partibus advenisset, misilgue nuntios lantgrauio pro pace et concor- dia ete. vgl. noch Rothe's erste bearbeitung der dür, chronik nach Ursinus abschrift bei Mencken 3. 1283 d. und Annall. Reinhardsbr. 179. das adj. polisch ſindet sich sonst noch in den hss. für polnisch, was J. Rothe sicher nicht geschrieben hat.

457, 7. Elisabet, die wittwe, empüng die grafen und herren, welche ihres verstorbe- nen gemahls gebeine nach Bamberg gebracht hatten, dort ausserhalb des münsters unde bat sie gus sie mit ir nedtr sitzen wolden, wenn sie vermochten nicht zu stehne. L. dafür findet man, was hier allein den umständen und personen angemessen und gerecht ist, in GDr.(in F fehlt der ganze abschnitt): wan sie vormochle nicht czu Stehene. solche fehler kommen ziemlich zahlreich in der ausgabe vor. so 562, 21. der könig Adolf gebot seinem fussvolke, das is die graven an dem garze umbe sich heereten unde vorterbeten, was is betrete. dafür ist aus FGDr. heerete vnd vor- zorbete zu schreiben, wie auch die nachfolgenden worte was is betrete darthun. 586, 15. der könig Adolf war im jahre 1295 wieder vom Rheine mit einem grossen heere nach Düringen gekommen unde zouch do obir walt uff die herren vonn Franckensten9n, die hilden is ouch mit den Jungen