Jahrgang 
1875
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8 eyn steter frede. dafür ist wohl nach FGDr. zu schreiben ulfo quam her dornoch kegin HW. vnde richte die muthir mid dem ſone vnde die von Ke. vnde die von M. grundlichen vnde gandcz mnid dem lantgrafhin F. vnd(mid bss.) allin sinen grallin vnde munnen in dem lande czu Doringen. do wart eym stetir frede. vielleicht ist auch herzustellen vnde mid allin sinen graffen. in G findet sich nach Doringen noch warin. das könnte ursprünglich geheissen haben die in dem lande czu Doringen warin

674. Der aufang dieses abschnittes ist in G allein richtig erhalten. Trachten begunden do die graffin von Swarczhurg[die] æzu Erſfurte gefangin ſaſsin mit andirn rittern vnde Kknechlin onde sprachin den grafhn von HMymar czu, sie solden sie loz machin, wanne sge in orme Kryge gefangin werin vnde sie] wedir den lantgrafſin czu Doringen vnde dge von Lrffurte gehulfhin nettin vnde solden sie des schadeloz haldin. die eingeklammerten worte fehlen in L und in Dr.; der cod. Fabricianus reicht nur bis cap. 671.

Eine unverkennbare und den sinn der erzählung störende lücke findet sich auch in den ersten worten des folg. cap. der landgraf Friedrich war mit den Erfurtern gegen das schloss Alten- berge in der nähe von Reinhardsbrunn gezogen vnde gewunnen es dez nachtis vor fastnacht, do man allir frolichst waz, an deme lesten vastabindée, do funden d« von Erfforte drizcen daruffe, der wor- din dry irschoſfin vnde irslagin, dy& andirn furtin sy mit en Kegin Erfforte, vnde an deme aſche rien mittewochin wordin sy do enthoubit. so Dr., womit auch in ihrer modernisirten sprache die Sondersh. hs. und L übereinstimmen. die erzählung hat J. Rothe in seiner breiten und die that- sachen eigenmächtig ausschmückenden weise folgenden worten des chron. Sampetr. p. 177 nachge- schrieben: eodem anno(näml. 1343; Rothe 1345) ante carnisprivium Erfordenses de nocle irruenltes zn castrum dictum Aldinberg, N raptores viventes cum tribus mortuis deducerunt, qui omnes Er- phordie in die cinerum decollati sunt. es muss also in unserer chronikenstelle drizcen rouber garufpe geschrieben werden, wie sich auch in G wirklich vorfindet. über das adj. ascherien, das mundartl. entweder für ascherigen oder uscherin in Dr. steht, s. Schmellers wörterb. 1, 166 Fr. Ddieselbe ergänzung aus G dürfte noch 680 in folgenden worten anzunehmen sein: do woren die von Molhuſsen ouch mete unde gewonnen das sloſs mit gewalt unde ufngen doruffe graven Herman von Stolbergk unde ern Heinrichen von Fitirden eynen ritter unde I9 rouber. do wart der obgnante grave unde der ritter enthoubt, unde die 19[rouber] die worden do an die bowme gehangen. in L. und Dr. fehlt rouber das zweite mal. es entspricht aber des chronisten schreib- weise besser die wiederholung als die auslassung des wortes.

Einen gleichen ausfall in L zeigen auch 440, 4 die hss. Der landgraf Ludwig war in das Osterland gegen friedensbrecher ausgezogen. unde do das etliche vernomen die den frede ge- brochin hattin, do fohin sie von orin slozin vnde liſsin arme Knechte doruffe, die de= nicht czu schikin hattin. so übereinstimmend FGDr, in der gedruckten ausgabe dagegen fehlt Anechte.

Dass in dem abdruck der Sondersh. hs., deren grosse und vielfache schäden dem her- ausgeber entweder durchaus unbemerkt oder doch völlig unbeachtet und gleichgültig geblieben sind, neben den vielen lücken auch nicht wenig sinnstörende fehler vorkommen, kann nicht befremden. die Sondersh. hs. ist eben ohne jede vorhergegangene prüfung und untersuchung ihres werthes und ihrer brauchbarkeit, ohne alle vergleichung und benutzung der andern und zwar nahe gelegenen hss. unbesehen abgedruckt worden. von solchen sinnwidrigen stellen hier nur einige beispiele.

24, 5. dGenughk ist gesagit n den landen genſseit meris von den geborten] gnug is! gesagit von den gebortin in den landen iensit des meres G. in F steht gnug ist gesaget von den geborten ienset des meres

55, 19. Zu der zeit wart Hanibal der ulde vonn den vonn Hoyspanien tot in seyme streite geschlagen] zeu der czit wart H. der alde von den von HI. tod in egme strite geslagin. GF.

66, 3. Alſso nu der keuſser Octavianus alle lant bezwungen hatte unde die under dern romischen reichsgewalt brachte] vnd die vndir des romischen riches gewalt bracht näml. hatte. G.