Jahrgang 
1875
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2 hat, denn auf dem vollständig beschriebenen blatte 170 b bricht unten die erzählung mitten im satze ab. noch ist zu erwähnen, dass eine ganze lage, bl. 38 49, von einer andern und zwar jüngern hand geschrieben ist; auf bl. 50 tritt der erste schreiber wieder ein. es sind diese blaätter jedenfalls eine spätere ergänzung der defect gewordenen abschrift.

Der text unserer hs. weicht aber von Dr. ganz besonders dadurch ab, dass ihr gegen- über die Dr. hs., nicht selten auch der cod Fabr., durch auslassung einzelner worte an gar vielen stellen lückenhaft erscheint; namentlich ist der schluss der einzelnen capitel in der Goth. hs. oft wortreicher und im ausdruck mehr abgerundet als in FDr. und in der Sondersh. hs. ob diese weniger knappen abschlüsse einzelner abschnitte dem chronisten angehören, oder von einem abschreiber her- rühren, kann vielleicht nur durch vergleichung anderer hss. ermittelt und festgestellt werden. dagegen ist für die feststellung und ergänzung der lückenhaften erzählung in der Sondersh. hs., die der hsgbr. an sehr vielen stellen gar nicht bemerkt hat, die Goth. hs. von ganz besonderer wichtigkeit, wie nachfolgende mittheilungen daraus klar und deutlich erkennen lassen.

G bezeichnet die Goth. hs., L die gedruckte ausgabe, Dr. die Dresdener hs. nach ihrem abdruck bei Mencken, F den cod. Fabr. in Weimar, S die auszüge von Schlorff.

19, 10: do qwam segn son gegangen] do dquam sin son cham gegangen GF.

68, 6: Noch Christus gebort sechs iur, das Rome gebuet wart acht hundert unde 3 iar. 80 L. es ist aus G zu verbessern: Noch cristus gebort VI iar vnd daz Rome gebuwit wart u. s. w. so auch F.

71, 2 wird berichtet: In Hybernien ist ene inſsel gnadt Thanata, do man nymer keyne slangen vnne vyndet unde wo man der erden n andir landt hyn brengit, do totet man die slangen mete, wenn man uf sie worffet ader dor ober louffen. in G liesst man wan man sie uff die slan- gen werfft ader dar obir louffen, in F wann man sy uf sy wurft.

71. In dem bericht über die niederlage des Quinctilius Varus lesen wir, dass der kaiser Augustus in dem nächsten jahre nach Deutschland sandte Tyberium seynen maegk mit groſsem volke, das her die ritterschaft rechen sulde, der qwam mit on zu streiten unde vngk der Walen unde der Dutzschen 60 tuſsent gewapente. dafür steht in G: do sante her do hen Tyberium sinen mog mit groſseme volke, daz her die ritterschafft reche sulde. der quam mit on zeu strite vnd ving der walen vnd der dutschin XVI tusint vnd brachte die kegin rome vnd erslug or eyne groſse menige, synes volkis daz her an den ryin brachte, der was hundirt tusint vnd III tusint gewopinte. damit stimmt was die worte anlangt auch F vollkommen überein.

76, 4: König Athus oder Artus gab der stadt Mainz den namem von zewen wassirn, dy in den Ryn do fliſsin, der Mogyn pobir der stad unde di Gya do benedir. so Dr. in G steht vnd die Czya do bineder der stat. in F dagegen von zweyn wassern diy do in den Rein flissen, da fleusset der moyn ober der stat vnd dy Cya da beneder. in derselben weise erklärt und deutet der chronist den namen der stadt Mainz in seiner gereimten, noch ungedruckten passion (Dresdner hs. s. 18.):

By dem ryne egne stad da lag,

Da her(könig Artus) syner hirschaft nnen plagk, Da der mogin geth In den ryn,

Vnde da bynedir Czia flussit yn.

Von dessin zwen S den namen hat,

Das Maguncia heissit dy« stad.

Mentez ist es, als ich uch dute,

Alsso heissin s gemeynlichin dy lute.