Jahrgang 
1874
Einzelbild herunterladen

1

die eine noch die andere hs. nachgesehen habhen, ein versehen, dass gerade hier um so auffälliger ist, da in demselben capitel zu dem worte wael in zeile 3 aus Dr. die variante walt unter dem texte notiert ist.

In allen abschnitten aber, welche Mencken nicht hat abdrucken lassen, wird nur kurz angemerkt, dass das aufgenommene wort in hs. fehlt; woher es ergänzt ist, ob aus einer hs. oder nach des herausgebers eigener vermuthung, wird nie gesagt. nur einigemal, so viel ich weiss, Zz. b. in cap. 18, 685, 708 werden die dem texte eingefügten wörter mit Dr. bezeichnet. alle in diesen ab- schnitten wahrgenommenen lücken habe ich in Schlorffs excerpten und im cod. Fabr. nachgesehen und gefunden, dass bei weitem die meisten ganz in derselben weise wie in der ausgabe entweder in beiden hss. übereinstimmend oder, wo die Schorff'schen auszüge zur vergleichung nicht aus- reichten, doch wenigstens in F. ausgefüllt sind.

Eine weitere vergleichung ergab, dass andere lückenhafte stellen eine gleiche behandlung wie die im cap. 439 erfahren haben. es ist die verderbniss wohl bemerkt, aber eine willkürliche ergänzung und verbesserung, unbekümmert wie es scheint um handschriftliche aushilfe und gewähr- schaft, im text entweder aufgenommen oder unter demselben in vorschlag gebracht worden und zwar nicht immer ganz glücklich, während aus der einen oder andern hs. oder aus beiden zugleich der ausfall in der Sondersh. hs. gut zu decken und der schaden auszubessern war. auch um erklärungen lückenhafter und in ihrem sinne beschädigter stellen hat sich der hsgbr. bemüht und dabei die schuld des flüchtigen schreibers der Sondersh. hs auf rechnung des chronisten gesetzt, ohne vorher eine andere hs., selbst nicht den abdruck bei Mencken, nachgesehen zu haben.

Es sind aber bei derselben vergleichung in der Sondersh. hs. auch lücken zu tage ge- treten, welche dem hsgbr. ganz entgangen sind. wie sich zu diesen stellen Dr. verhält, kann ich nicht sagen, doch liegen beispiele vor, welche vermuthen lassen, dass der hsgbr. selbst gegen die Dr. hs. ziemlich spröde und zurückhaltend gewesen ist und in offenbar verdorbenen stellen sie- nicht immer zur aushilfe herbei gezogen hat. vergl. die bemerkungen zu cap. 228. 666, 6. hier sei nur erwähnt, dass eine lücke der hs., für welche Dr. die unzweifelhaft richtige ergänzung bie- tet, in der ausgabe dennoch unausgefüllt geblieben ist.

Cap. 713, 11 lesen wir: in dem selbin Jare starb der babist Urbanus der funfte, und eyn andir wart au seune stat gekoren von Lutich, der wart genant Gregorius der II., der lebete dornoch 9 Jar. Disser babist zog von Avinine zu Rome[unde des wordin die Romer zu male fro unde entphyngen on mit grossen eren, wenn beg vil Jaren keyn babist mil on gewonet,] unde pleib do bey on bis also lange das her gestarp unde her wart gar irbarlichen begraben so L. in Dr. folgt nach begraben noch do in unsir liebin frowin kerchin der nuwin, wie unter dem texte auch angemerkt ist. man begreift nicht, warum diese worte, die sich durch ihren inhalt doch kei- neswegs als die interpolation eines schreibers verdächtigen und als ein echter vom chronisten ge- schriebener zusatz noch besonders bestätigt werden durch die hist. landgr. Ecc. p. 456, 25: hic Romae mortuus est et in eccelesia B. Mariae virginis, quae dicitur ad Mariam novam, gloriose se pultus est, nicht den ihnen gebürenden platz im texte gefunden haben.

Auch in cap. 616, 8 sind die worte auch ſso hütten sie donf, gerichte unde sloss wedir die irbarn lewte n seyme lande, die weile das her eyn lehnherre von des landes wegen obir wäre, ane seunen willen unde wort, unde mute do eym wandel umbe sicher lückenhaft in hs. überliefert und in L abgedruckt. aus Dr. ist herzustellen ouch so hetten sy dorff, gerichte unde sloz wedir dy erbarn luthe in sme lande dy wile, daz her vneyn mit syme vatir gewest were, do her eyn lehenherre von dez landis wegin obir were, an sunen willin vnde wort, vnde mutte do eyn wandil umme vielleicht ist aber auch in Dr. das wort gekouft ausgefallen vor an sunen willen, so dass die stelle ursprünglich lautete ouch so hetten sy dorff, gerichte unde slos wedir d'i erburn luthe in suyme lande dy wile, das her vneyn mit sume vatir gewest were, do her eun lehenherre von des