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Karl Fischer aus Eisenach. Artenay 2. December 1870.
Tom Derham aus Leipzig. Brie sur Marne 2. December 1870.
Wilhelm Fischer aus Oechsen. Poupry 2. December 1870.
Adolf Luden aus Jena. La Croix bei le Mans 12. Januar 1871.
Julius Landmann aus Ostheim.*) † Ostheim 23. April 1871.“
Am 22. August fand die Beicht- und Abendmahlsfeier statt, nachdem Professor Dr. Schwanitz im Gymnasium die Vorbereitungsandacht gehalten hatte.
Nach Verordnung der hohen Schulbehörde vom 17 August(s Weimar. Zeitung Nr. 194) wurde am 2. September zur Erinnerung an die Schlacht bei Sedan ein Aktus veranstaftet, in welchem der Lehrer der Geschichte in den oberen Klassen, Dr. Schneidewind, in einer Rede die Bedeutung des Tages besprach und nach ihm der Primaner Slevogt ein von ihm gefertigtes deutsches Ge- dicht vortrug.
Vom 9. bis zum 11. September wurde die schriftliche, vom 18. bis zum 20. die mündliche Prüfung vorgenommen und am 20. das Sommerhalbjahr geschlossen.
Das Winterhalbjahr nahm am 7. Oktober seinen Anfang. In dasselbe fielen 6 Studien- und Arbeitstage
Am 28. Oktober beehrte Se. Königliche Hoheit, der Grossherzog, das Gymnasium mit dem Besuche einiger Lektionen.
Am 25. November hielt der Oberprimaner Hill zum Gedächtniss der Reichsgräfin Katharine von Elmpt die deutsche Rede
Dieser Tag aber war für das Gymnasium von grosser Bedeutung; denn an ihm nahmen in der städtischen Turnhalle die Turnübungen der Gymnasiasten ihren Anfang. Nach mehrfachen Berathungen und Verhandlungen kam durch die Umsicht und Energie des Chefs des Grossherzogl. Ministerium des Kultus, des Herrn Geheimen Staatsrathes Dr. Stichling, über Mitbenutzung der städtischen Turnhalle von Seiten der beiden hiesigen Gymnasien und des Schullehrerseminars ein Vertrag zu Stande und nachdem hierüber sowie über Anstellung eines gemeinschaftlichen Turn- lehrers für die genannten drei staatlichen Lehranstalten die höchste Genehmigung und Bestätigung erfolgt war(Rescr. vom 18. December), unterdessen aber die Turnübungen, wie erwähnt, schon be- gonnen hatten, wurde die Direktion durch Rescr. vom 25. März 1873 davon benachrichtigt, dass der Turnlehrer Hermann Goldner vom 1. April ab definitiv ernannt und für sein Amt verpflichtet worden sei. So können also die Turnübungen der Gymnasiasten, die bisher blos im Sommer- halbjahr möglich waren, das ganze Jahr hindurch in einer den Anforderungen der Zeit ent- sprechenden Weise unter einem tüchtig geschulten Lehrer stattfinden. Der hohen Behörde aber gebührt für diesen neuen Beweis ihrer Fürsorge für das Interesse der Jugend von Seiten der Schule und der Eltern unserer Schüler inniger Dank.
Am 22. März feierte das Gymnasium das Geburtsfest Sr Majestät des deutschen Kaisers. Nachdem der Gymnasialchor eine Ostermotette von Engel vorgetragen hatte, hielt der Direktor die Festrede, in welcher er ausgehend von der Persönlichkeit des erhabenen Heldengreises eine Be- sprechung und Vergleichung der Schriften Cicero's und Jakob Grimm's über das Alter vornahm. Hierauf trugen vier der diesjährigen Abiturienten eigene Arbeiten vor und zwar Hill einen hebrãi- schen Lobgesang, Breitung einen französischen Vortrag über den grossen Kurfürsten Friedrich
*) Da der Direktor bei Niederschreibung der im Programm von 1871 Seite 10 mitgetheilten Notizen über Landmann, einen der tüchtigsten Schüler des hiesigen Gymnasium, nichts Genaueres erfahren konnte, sei jetzt Folgendes nachgeholt. Nachdem er von Ostern 1859 bis dahin 1866 seinen Gymnasialkursus, dann die juristischen Studien auf der Universität absolviert hatte, war er in dic deutsche Armee eingtreten, hatte gegen die Loir⸗-Armee gefochten, namentlich an den Kämpfen vor Orleans sich betheiligt, alsdann in einem Fort vor Paris gelegen und
dem Einzug in Paris Theil genommen. Ohne verwundet zu sein unterlag er den Strapazen des Krieges.


