Jahrgang 
1868
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Die neue Dichterschule, von der so eben die Rede war, hat die naturgemässe Entwickelung und Fortbildung der mittelalterlichen Literatur so plötzlich gehemmt und abgebrochen, als es nirgends anders- wo geschehen ist. Sie übersprang das Mittelalter völlig, knüpfte in jugendlicher Begeisterung für das classische Alterthum, unmittelbar an dieses an, eröffnete damit die imitative Periode des französichen Schriftenthums und ist deshalb, wie schon bemerkt, vor Allem auf König Franz zurückzuführen, der ja das Studium der alten Sprachen nach Frankreich geleitet, hier erst eingebürgert hat. Das ist sein Verdienst und seine Ehre, und darum gebührt ihm wol der Name père des Lettres, denn die moderne Wissenschaft ist eben ein Kind des, erst durch das Studium der alten Meister, den Ketten und Banden des Mittelalters sich entwindenden Geistes. Das übrigens Franz l. selbst gründliche wissenschaftliche Bildung besessen habe, kann nicht behauptet werden, man müsste vielleicht sogar der Behauptung des venetianischen Gesandten am französischen Hofe, Marino de Cavalli, beistimmen, dass er sich nicht gern mit Denken bemühte, sondern lieber Andern folgte: doch er hatte sicher Geist genug, um an dem Verkehr mit kenntnissreichen Männern Geschmack zu finden, deren Brauchbarkeit anzuerkennen und sich von ihnen belehren zu lassen. Den berühmten Reisenden Pierre du Chatel, dem er die Bisthümer Tulle und Macon schenkte, nahm er zu seinem Vorleser; Gelehrten wie Guillaume Pélissier und Jean du Bellay, übertrug er Gesandtschaften und diplomatische Verhandlungen; Gelehrte, sagt Gaillard, bil- deten seine stete Umgebung, auf Reisen, Jagd, Spaziergängen, bei Festen und bei Tafel, und Thomas Hubert, von Lüttich, der Sekretär und Biograph des Kurfürsten Friedrich II. von der Pfalz, in dessen Begleitung er 1535 nach Paris gekommen war, versichert, dass er bei Tafel den König selbst, unter allen anwesenden Gelehrten, mit dem grössten Vergnügen und dem grössten Nutzen habe reden hören. Einer grössern Uebertreibung als Hubert, einer wirklich übermässigen Uebertreibung, die hier schliess- lich noch bemerkt werden soll, machen sich Gaillard und Mellin de Saint-Gelais schuldig, von denen jener behauptet, Franz I. sei keiner der geringsten Dichter seiner Zeit gewesen, ja vielleicht habe er nur Marot nachgestanden, dieser ihn gar le Prince des Poétes nennt. König Franz hat sich überhaupt nur ein paar Mal beigehen lassen, den Pegasus besteigen zu wollen, und in diesen poetischen Anwand- lungen machte er auf das Porträt der Agneès Sorel vier Verse, und acht am Grabe der Laura Petrarca's in der Franziskaner-Kirche zu Avignon.