Jahrgang 
1868
Einzelbild herunterladen

hied rson, drea über- ogna und old- 29 Luto- Paris 7. K. dem Es

uren,

gt, 80 1 und ange- diese i die auses und s den ch in 1 be- König 2nl Zuü näher apital chten n Ge- Hoch , die r die hmei⸗ wusst achtet avarrà n Ver- könne, önner, nachen

erlässt

5

er eilends Frankreich, auf Nimmerwiedersehen, 1545. So weuig er sich aber auch mit dem französischen Volke hatte befreunden können, von dem Könige spricht er stets mit der grössten Anerkennung. Dieser hatte ihn allerdings immer mit Beweisen ganz besonderer Huld und Gnade überhäuft, hatte ihm, wie schon erwähnt, jenes Nello geschenkt, die grosse, nur selten gewährte Ehre der Naturalisation in seinen Landen ihm zu Theil werden lassen und wiederholt versprochen, durch Schenkung einer Abtei, sobald eine solche erledigt würde, für immer ihn an Frankreich zu fesseln. Benvenuto nennt ihn den guten, den einzig freigebigsten König, dessen Charakterschwäche und Abhängigkeit von Andern, besonders von seiner d'Estampes, er mehr nur schonend andeutet, als dass er sie geflissentlich hervorhöbe. Aber nicht blos die Kunst, die ihm seine Schlösser, Louvre, Chambord bei Blois, Boulogne, Fontainebleau, St. Germain en Laye, bauen oder auschmücken konnte, begünstigte König Franz, auch italtenische Literatur und das Studium des Alterthums, des Griechischen besonders, sollte nach Frankreich verpflanzt werden. Ein Italiener Quinziano Stoa, der Verfasser von 14 Tragödien in lateinischer Sprache, war sein Jugend- lehrer gewesen, die Erziehung seiner eignen Söhne vertraute er einem Genuesen, Benoit Tagliacarne, an, und beschenkte ihn mit dem Bisthum von Grasse. An seinem Hofe lebte der geschatzte florentinische Dichter Ludovico Alamanni, der auch die Antigone des Sophokles in italienischer Sprache bearbeitet hat. Die Kenntniss des Griechischen wurde bekanntlich durch Neugriechen, einen Chalkondylas, Laskaris, Theodor von Gaza, in Italien verbreitet, die besonders während der Vereinigungsversuche ihrer und der römischen Kirche(Konzil zu Ferrara und Florenz 1438 und 1439) mit Kaiser Johann VII., und später nach der Einnahme von Konstantinopel dahin gekommen waren. Nach Franzens Plane sollte ebenfalls durch Neugriechen das Studium griechischer Sprache und Literatur in Frankreich eingeführt werden. Wenn man die Worte eines Galland in seiner Leichenrede auf den König, eines Ramus, Monantheuil, Leger de Chesne, Denis Lambin, buchstäblich verstehen soll, so müsste es mit der Kenntniss des Grie- chischen damals überaus kläglich bestellt gewesen sein. Homer, Sophokles, Plato, Thukydides hätte man an der Pariser Universität kaum dem Namen nach gekannt, und das Sprüchwort:Cela est grec, on ne peut le lire völlig auf Wahrheit beruht. Unter den Neugriechen, die Franz zu jenem Zwecke herbeirief, erwies sich besonders brauchbar Johann Laskaris, den er auch mit dem eben so gelehrten als bescheidnen Budée(Budaeus) der Bibliothek vorsetzte, die er durch Beide in Fontainebleau hatte an- legen lassen. Ein andrer Neugrieche Angelo Vergerio oder Vergecio von der Insel Candia wird später unter den Professoren am Collége de France mit dem Titel Ecrivain en grec angeführt.

Dieses Collége Royal ist ganz eigentlich eine Schöpfung Franzens, dem sogar, wie Budée versichert, der erste Gedanke und Entwurf zur Gründung angehört. Es hatte vorzugsweise die Bestimmung, die beiden classischen Sprachen nnd das Hebräische, welehes damals der Universität, und den hohen Wür- denträgern der Kirche, womöglich noch fremder war als das Griechische, zu lehren, und durch die hier angestellten Professoren, Pierre Danès und Jacques Toussain, wurden dann die grössern Gelehrten, Adrien Turnèbe, Jean Dorat, Denis Lambin, Louis le Roi, gebildet. Vergebens hatte der König gewünscht, die Oberleitung seiner jungen Anstalt dem berühmten Erasmus übertragen zu können. Dieser aber, der viel umworbene, schlug die glänzendsten Versprechungen und Anerbietungen aus, wollte lieber unab- hängig sein und zog es vor, bei seinem Freunde, dem Buchdrucker Froben in Basel zu leben. Um für die Lectüre der Alten eine sichere Grundlage zu gewinnen, liess der König durch Gelehrte Manuscripte in Italien, Griechenland, Asien ankaufen, und bessere Ausgaben besorgen. Auch zu Uebersetzungen munterte er auf, und es ist bemerkenswerth und zeugt von der, an den neuen Studien sich verbreitenden, allgemeineren Theilnahme, dass diese sich bald so sehr veryvielfältigten. So zum Beispiel übersetzte Hugues Salet den Homer, George de Selve Plutarch(I. Band 1535), Lazare de Baif die Elektra des Sophokles und die Hecuba des Euripides(1537 und 1544), das letztere Stück auch Guillaume Bouchetel; Thomas Sebilet die Iphigeneia 1549, Pelletier die ars poetica des Horaz 1545. Der Wiedererwecker der Alterthumsstudien in Frankreich war König Franz, und der von ihm ausgestreute Saame hat schöne

2