Jahrgang 
1866
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aus Goldpapier. Der Stern bestand aus einer Stange und einem darauf befestigten Brette. Auf diesem Brette sah man im Hintergrunde eine Art Schlosz, mit Gold und Buchsbaum reichlich verziert. Auf der einen Seite war eine Laube von Buchsbaum, in welcher die kleinen drei Könige so lange verborgen blieben, bis das Lied ihre Erscheinung verlangte, an der andern Seite des Schloszes befand sich der Stall mit Joseph, Maria und dem Kindlein in der Krippe, dabei ein Oechslein und ein Eselein. Im Schlosz selbst war in der Mitte ein groszes Fenster angebracht, hinter welchem Herodes gewöhnlich mit einem braunrothen, fürchterlichen Gesicht stand; eine grosze, schwarze Perücke deckte seinen Kopf. Alle Figuren waren durch Schnuren in Bewegung zu setzen. An der Stange befand sich noch ein groszer vergoldeter Stern, aus Pappendeckel gemacht, den der Stern- halter herumdrehte. Die ganze Schaustellung war mit einigen Lichtern erleuchtet.*)

*) Das bei diesem Umzuge übliche Lied lautet folgendermaszen: Alle. V Ich will euch geben Heu und Streu,

Wir kommen daher aus fremdem Land. lch will euch geben die Zehrung frei.

Einen guten Abend den geb euch Gott! Alle.

Einen guten Abend, eine fröhliche Zeit, Ach neinl ach nein! wir müszen fort, Die uns der Herr Christus mit Freuden Wir haben ein kleines Kindlein dort: bereit. Ein kleines Kind, ein groszer Gott,

Der Nohr allein. Der Himmel und Erde erschaffen hot.

Ich bin der König aus Mohrenland, Jetzt komm' ich aus Egyptenland.

Alle.

Der Mohr allein.

Herodes sprach mit trotzigem Sinn: Wollt ihr nicht bleiben, geht immer hin!

Casp ärsBalzer, Melohom dan. Jetzt schüttelt Herodes den Kopf und zieht ihn wieder Wir treten zusammen auf einen Saal. zurüek

Jetzt kommen die kleinen drei Könige aus ihrer Hütte Alle. bis unter Herodes Fenster spaziert. Wir treten zusammen vor Herodes Haus, Herodes schaut zum Fenster heraus. Jetzt steckt Herodes den Kopf heraus und nickt zuweilen. Herodes sprach: wo wollt ihr hin? Nach Bethlehem steht unser Sinn, Nach Bethlehem in Davids Stadt, Wo das Kind Jesus geboren ward.

Wir gingen zu einem Berg hinan, Jetzt rücken die drei kleinen Könige bis an den Stall. Da muszte der Stern wohl stille stahn; Nun wird der Stern nicht weiter gedreht. Der Sternstandstille, wir gingen hinein, Und fanden die Marie mit dem Christkindlein; Wir knieten nieder und beteten's an, Jetzt bücken sich die drei Reguli dreimal

Der Mohr allein. Und schenkten ihm Gold, Weihrauch un d Herodes sprach: kommtrein zu mir! Myrrhen. Ich will euch geben Wein und Bier, Ende.

Ueber dieses Lied s. Hoffmann von Fallersleben Geschichte des deutschen Kirchenliedes p. 441 ff. Früher hatten auch Joseph und Marie eine Rolle, mit der Zeit ist aber dieser Theil der kleinen Weihnachts- darstellung in Abgang gekommen. Die drei Könige, welche ihr Gold und ihren Weihrauch verschenkt haben, nehmen nun mit einer kleinen Wegzehrung an Silber und Kupfer vorlieb und geben ihre Dankbarkeit durch einige Reimsprüche zu erkennen, die sie nach dem Stande und der Zahl der Hausgenoszen einzurichten wiszen. Sie haben uns eine Verehrung gegeben, Gott lasz sie das Jahr in Freuden verleben(mit Freuden erleben)! Mit Freuden verleben immerdar! Das wünschen wir heute zum neuen Jahr. Dem Herrn wollen wir wünschen einen goldnen Tisch, Auf allen vier Ecken gebrat'ne Fisch! Und mitten drein einen Becher mit Wein, Das soll des Herrn sein Schlaftrunk sein. Der Frau wollen wir wünschen einen goldnen Ring(goldne Kron), Und über das Jahr ein kleines Kind(jungen Sohn)! Dem Sohn wollen wir wünschen ein grünes Kleid Und über das Jahr ein junges Weib!

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