Jahrgang 
1864
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8 sie zur Seite der Begeisterung der Hellenen in ihrem ersten Ankampfe gegen die Perser. Unsere eigene Vorzeit bietet zum Vergleiche blos die Abwehr der Römer, die Teutoburger Schlacht: auch damals war die Gefahr ungeheuer, der Feind übergewaltig, auch damals schadete uns der Fürsten Entzweiung, die Zuwendung vieler Gebieter zum Gegner; aber ehrenvoller als mit List zu siegen, ist es gewiss, bei hellem Tage die offene Brust dem Feinde entgegen zu werfen, wie die Männer von 1813 es thaten. Der Beweis wurde geliefert, dass die Kraft reiner Begeisterung anscheinend Unglaubliches durchzuführen vermag, und ein Beispiel für alle Zeiten dem deutschen Volke gegeben, welches keine Entschuldigung zulässt, wenn jemals wieder sein Bestand in Frage gestellt würde.

Und der treffliche Arndt schrieb:Wir können nun zu jeder Stunde sterben, wir haben auch in Deutschland das gesehen, weswegen es allein werth ist zu leben, dass Menschen in dem Gefühle des Ewigen und Unvergänglichen mit der freudigsten Hingebung alle ihre Zeitlichkeit und ihr Leben dar- bringen können, als seien sie nichts.

Seht, liebe Schüler, das war nach Jahren der Schmach und Erniedrigung das grosse, ruhmreiche Jahr der begeisterten Erhebung, des muthigsten Kampfes, des endlichen glücklichen Gelingens. Dass wir noch ein Deutschland haben, dass deutsches Wesen noch besteht, ja dass unser herrliches Vater- land noch eine Zukunft haben kann, das verdanken wir den Kämpfern jenes Jahres. Und traten auch einzelne Männer in diesem Kampfe in leuchtender Glorie hervor, deren Verdienst wir uns von Fremden nicht schmälern lassen wollen, so war es doch der im ganzen deutschen Volke lebende Geist, der uns wieder empor half. Ja, vergesset auch Ihr der treuen Todten nicht, strebet aber auch darnach, wür- dige Söhne des Vaterlandes zu werden in Gottesfurcht, in Klarheit des Geistes, in ausdauernder Kraft des Willens, in männlichem Muthe. Das walte Gott!