angeſtellte Verſuche haben gezeigt, daß das Athmen in großer Kälte viel ſchneller erfolgt, als bei geringer, die Natur will gleichſam durch das ſchnellere Athmen eine höhere thieriſche Wärme erzeugen; die Thiere er⸗ wachen aus ihrem Schlaf und ſterben bald darauf. Bemerkenswerth iſt es, daß während das Athemholen ziemlich aufhört, der Umlauf des Blutes dagegen fortdauert, zwar mit geringerer Schnelligkeit und Kraft, aber doch ſo, daß die Bewegung ſelbſt in den vom Herzen weit entfernten Haargefäßen beſtehen bleibt, wie man das in der Flughaut der Fledermaus beobachtet hat. Es erinnert fürwahr, um mit Harting zu reden, ganz an den Einfluß des Aethers und Chloroforms, wodurch ebenfalls das Athemholen temporär ganz zum Still⸗ ſtand gebracht werden kann, während der Blutumlanf fortdauert. Wenn auch in der Regel bei höherer oder niedriger Lebenswärme die Thätigkeit des Herzens lebhafter oder ſchwächer erſcheint, ſo beträgt doch ſelbſt während der Höhe des Winterſchlafes die Lebenswärme der Thiere immer noch mehrere Grade über Null. Bei Fröſchen und Kröten, die im Frühling bei einer Lufttemperatur von+ 9 ½° RK 30 Herzſchläge zeigten, ſank die Zahl der Pulſationen auf 12 in einem Medium von— 4 ¼° R und erſt in einer Froſtmiſchung von — 25 ½ 0 R hörte die Pulſation ganz auf. Spallanzani fand bei einer Schlange, die bei warmen Wetter in der Regel 30 Herzſchläge in der Minute zeigte, in einer Lufttemperatur von+ 9 ¼° R nur 10—12 Pulſa⸗ tionen. Andere Beobachtungen beweiſen, daß auch bei den Säugethieren die Herzthätigkeit während des
Magenſaftes aufgehoben fand, ſo beobachtete man auch wieder Kröten, die mit vollem Magen in den Winter⸗ ſchlaf verfielen und bei denen eine langſame Verdauung ſtattfand. Auch Schlangen wurden im Winterſchlaf mit Futter im Magen angetroffen, in die Wärme gebracht, begann die Verdauung wieder, ſo daß Tag für Tag die Maſſe geringer wurde, bis endlich Alles verdaut war. Daſſelbe wurde bei Eidechſen wahrgenommen. Bei den winterſchlafenden Säugethieren zeigt die Verdauung ebenfalls Verſchiedenheiten. Ein Igel Anfangs December träge geworden, fraß vom 25. December bis 28. März gar nicht, obgleich Futter bei ihm lag und er einige Mal künſtlich geweckt wurde. Ob es alſo eine Fabel iſt, was ſchon Plinius erzählt, daß er ſich Vor⸗ räthe von Früchten auf den Stacheln fortſchleppen ſoll, laſſe ich dahin geſtellt ſein. H. O. Lenz erwähnt, daß einige ſeiner Freunde und ſichere Beobachter es geſehen haben. Im Allgemeinen macht man die Erfahrung, daß die Winterſchläfer ungemein fett in ihre Winterquartiere einziehen, aber nach beendigtem Winterſchlaf iſt


