Jahrgang 
1858
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Opfers zu der einen oder andern Gottheit ſichtbar wird. Doch abgeſehen von dieſen Beziehungen, ſo ſcheint in dem dunkeln Hintergrunde Woutan's Perſönlichkeit noch am meiſten wahrnehmbar und kenntlich zu ſein. Sein Verhältniß zum Feſte würde dann daſſelbe ſein, welches auch an den übrigen Jahresfeſten der ganzen erſten Jahreshälfte hervortritt. Als einziehenden Sommer und ruhmreichen Beſieger des Winters hat Kuhn ³³) ihn in verſchiedenen Geſtalten an den Mai⸗ und Pfingſtfeſten aufgezeigt: als Schimmelreiter nicht blos in der Weihnachts⸗ und Faſtnachtszeit, ſondern auch zu Pfingſten, ferner als Bogenſchützen Robin Hood und als Drachentödter Georg in den engliſchen Maiſpielen und endlich auch als den unter den Schwerttänzern auftre⸗ tenden Robin Hood. All' dieſe mythiſchen Perſonen, welche auf Woutan zurückführen, machen es im hohen Grade wahrſcheinlich,daß er der Gott des Frühlings ſei, der den Sommer bringt, daß ihm aber auch die Zeit der Winterſonnenwende geheiligt geweſen, an der die Darſtellungen des Frühlingskampfes gewiſſermaßen als Vorſpiele gegeben wurden, ſo daß in den Frühlingsgebräuchender letzte Act des Dramas, die Nieder⸗ werfung des Winters aufgeführt wurde. Wenn in die Weihnachtszeit das Vorſpiel fällt, ſo möchte ich den letzten Act der ſymboliſchen Frühlings⸗ und Sommerfeier, gleichſam den Abſchluß der in der erſten Jahreshälfte faſt ununterbrochenen Feſtreihe nicht ſowohl in den Mai⸗ und Pfingſtſpielen als vielmehr in dem Feſte der Sommerſonnenwende erkennen. Wie der Tag ſelbſt der Höhepunkt des Jahres iſt und die erſte Jahreshälfte abſchließt, ſo dürfte er als das letzte, zugleich aber bedeutungsvollſte Sommerfeſt dieſen Höhepunkt auch ge⸗ feiert haben. Der Jahresgott Woutan vollbrachte an dieſem Wendepunkte des Jahres den letzten entſcheiden⸗ den Sieg über des Winters Trotz und zähen Widerſtand, der nicht allein in Froſt, Schnee und Reif, ſondern auch in zerſtörenden Regengüſſen ſich kund gab. Der Drachentödter Georg, den Kuhn in den engliſchen Mai⸗ ſpielen fand und als den Bekämpfer des Winters erkannte, läßt ſich vielleicht auch zur Zeit der Sommerſon⸗ nenwende noch auffinden und zwar in gleichem Kampfe begriffen. Unterſtützt wird dieſe Vermuthung zunächſt durch den bekannten Drachentiſch in der baieriſchen Grenzſtadt Furth, ein Volksfeſt, deſſen Feier auf den Sonntag nach dem Frohnleichnamsfeſte, alſo nach Pfingſten gegen Johannistag hin, fällt 34). Dabei wird die Erlegung des Lindwurms durch einen Helden Namens Siegfried in einem vollſtändigen Drama aufgeführt. Was dieſe Aufführung urſprünglich war und zu bedeuten hatte, bedarf hier keiner weiteren Auseinanderſetzung.

Ob wohl die ſchon oben berührte Sage von den Lindwürmern im Schilfſumpfe bei Apolda und Veits ſiegreichem Drachenkampfe hierher gezogen werden darf?

Doch der beſchränkte Raum dieſer Blätter geſtattet jetzt weder eine Mittheilung noch eine Erörterung die⸗ ſer noch im Volksmunde lebenden Sage; daher der Verſuch, meine Vermuthung näher zu begründen, für eine andere Gelegenheit aufgeſpart werden muß.

33) In Haupt's Zeitſchrift für deutſches Alterthum. Bd. 5. S. 472 ff. ) Näheres bei Panzer, Beitrag I. S. 107 ff.

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