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Johannistage die Brunnen zu bekränzen, darf man gleichfalls ohne Bedenken einen Reſt der heidniſchen Waſſer⸗ verehrung finden. Solche Brunnenbekränzung kommt mehrfach in heſſiſchen Ortſchaften vor. Faſt überall in Ober⸗ und Niederheſſen ſetzt die Magd, welche früh zuerſt zum Brunnen geht, dieſem einen großen bunten Kranz von allerlei Feld⸗ und Wieſenblumen auf. So z. B. in Wolfhagen. Oft ſind auch mehrere Kränze mit übereinander greifenden Spangen künſtlich zur Krone geſtaltet. In Treiſa iſt es eine kleine ſteinerne Statue auf dem oberſten Brunnen, das Johannismännchen genannt, welche man bekränzt. In Fulda pflegen die Mäd⸗ chen gleichfalls die Brunnen mit Blumen zu ſchmücken. Auch treten die Nachbarn zuſammen und wählen einen Brunnenherrn, dem die Wahl durch Ueberſendung eines großen Blumenſtraußes angekündigt wird. Kinder zie⸗ hen in Prozeſſion zu ſeinem Hauſe, das mit grünen Maien umſtellt wird. Der Brunnenherr geht dann von Haus zu Haus und ſammelt Gaben ein, die am nächſten Sonntage gewöhnlich von den Nachbarn vertrunken werden. In Kreuznach und anderen rheiniſchen Städten werden die Brunnen gereinigt und wie in Fulda neue Brunnenmeiſter gewählt. Auch ſammeln die Kinder, ein beſtimmtes herkömmliches Lied abſingend, Eier in der Nachbarſchaft, die ſie in einen mit Feldblumen geſchmückten Korb legen und ſich Abends zum Feſte backen laſ⸗ ſen. In Halberſtadt war es gleichfalls Sitte, den Johannisbrunnen an dieſem Tage zu bekränzen ¹2).
Wir gehen zu dem ſogenannten Johannis⸗ oder Sonnenwendfeuer über. Von dieſem Feuer kommen zwei verſchiedene Formen vor: Feuerräder und Scheiterhaufen. Ein anſchauliches Bild der erſten Art giebt eine Beſchreibung des Johannisfeuers, wie es noch im Jahre 1823 zu Konz, einem Dorfe an der Moſel, veranſtaltet wurde.„Jedwedes Haus liefert ein Gebund Stroh auf den Gipfel des Stromberges, wo ſich gegen Abend Männer und Burſchen verſammeln. Frauen und Mädchen ſind beim Burbacher Brunnen aufgeſtellt. Nun wird ein mächtiges Rad dergeſtalt mit Stroh eingefaßt, daß gar kein Holz mehr zu ſehen iſt, und durch die Mitte eine ſtarke, zu beiden Seiten drei Fuß vorſtehende Stange geſteckt, welche die Lenker des Rades erfaſſen; aus dem übrigen Stroh bindet man eine Menge kleiner Fackeln. Auf ein vom Maire zu Sierk (der nach altem Brauch einen Korb Kirſchen dafür empfängt) gegebenes Zeichen erfolgt mit einer Fackel die Anzündung des Rades, das nun ſchnell in Bewegung geſetzt wird. Jubelgeſchrei erhebt ſich, alle ſchwingen Fackeln in die Luft, ein Theil der Männer bleibt oben, ein Theil folgt dem rollenden bergab zur Moſel gelei⸗ teten Feuerrad. Oft erliſcht es vorher; gelangt es brennend in die Fluth, ſo weiſſagt man daraus geſegnete Weinernte, und die Konzer haben das Recht, von den umliegenden Weinbergen ein Fuder weißen Weins zu erheben. Während das Rad vor den Frauen und Mädchen vorüberläuft, brechen ſie in Freudengeſchrei aus, die Männer auf dem Berg antworten; auch die Einwohner benachbarter Dörfer haben ſich am Ufer des Fluſſes eingefunden und miſchen ihre Stimmen in den allgemeinen Jubel.“ Ebenſo ſollen auch in Trier die Metzger ein Feuerrad vom Paulsberge in die Moſel hinabgelaſſen haben 13). Das Feuerrad in Konz erinnert recht leb⸗ haft an das Blumenrad in Eiſenach. Reimann(S. 399 f.) berichtet darüber Folgendes:„Es bekränzten die jungen Leute in Eiſenach, als dort noch der Sommergewinn gefeiert wurde, am Johannistage vor dem Ge⸗ orgenthore das Rad, an welches ſie im Frühjahre bei Begehung des erſtgenannten Feſtes einen Strohmann gebunden hatten, mit einer Menge ſchöner Feldblumen, wie ſie die Jahreszeit ſpendete, ließen es am Abend den Mädelſtein herab nach der Vorſtadt zu laufen und freuten ſich dabei der Hoffnung einer reichen Ernte.“ Schuhmacher(Merkwürdigkeiten der Stadt Eiſenach S. 139) erwähnt auch dieſe jetzt völlig erloſchene Sitte und ſagt, nachdem er des Sommergewinnes gedacht:„Mit dieſem alten abergläubiſchen und üppig en Gebrauche und der dabei gehegten Abſicht ſcheint auch noch eine andere hier ehedeſſen üblich geweſene Gerpohne heit in Verbindung geſtanden zu haben, da nemlich die jungen Leute vor dem Georgenthore am Johannisabende
Ferhen ſehe ädeßendneeg enen ſrte, d den blle dürnaenen ennar d ſemüten de iiihilt . gt. S. darüber Meier a. a. O. S. 429 f. 12) Lynker, Heſſiſche Sagen S. 253 f. Pröhle, Unterharziſche Sagen S. 179.
13) Grimm, Myth. S. 586.
und alſo ur ſtein trugen Dieſe die Feuer, auf vielbeſ vorloderten deutſchland Fulda, au breiteter. Es lie Baiern und ſammelt we ſtellung und geſtattet au zudrängen. neueſten 3 rung aus Bergen au reichen Ge dieſes Feu drücke für noch angez Zimmeth ben in der und gewäh bei Alt un Neben dem mit Stroh
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