Jahrgang 
1857
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Die Stürme des Bauernkrieges trieben die Predigermönche ſo wie alle anderen Religioſen Eiſenachs 1524 aus ihrem Aſyl, welches nun profanen Zwecken preisgegeben wurde. Dieſem Geſchick blieb die Kirche bis auf den heutigen Tag verfallen. Der Haupttheil des Kloſters erhielt frühzeitig eine würdigere Beſtimmung, denn 20 Jahre nach der Auswanderung der Conventualen zogen die Lehrer und Zöglinge der alten St. Georgen⸗ ſchule in die verödeten Räume 55⁵), in denen ſie ſeit nunmehr 312 Jahren unter dem Schutze erlauchter Fürſten der Pflege der Wiſſenſchaften leben und mit Gottes Hülfe noch manches Jahrhundert leben werden.

hat Heusinger, opusc., S. 183, die Elger's Koch aus den Legenda. Daß auch Privatleute in der Kirche begraben wurden, ſehen wir aus den Fasti Isen. bei Himmel 1390: Ludw. Mercke sepultus in templo praedicatorum ad parietem septentrionalem. S. Urk. 8.

55) Funkhänel, Beiträge zur Geſch. d. Schule. I. Die heutige Vertheilung der Näume iſt folgende: Im Gebäude C ſind zu ebener Erde die Zimmer des phyſikaliſchen Apparats, der Lehrerconferenz und der Sexta, im erſten Stockwerk Quinta, die Bibliothek und die Wohnung des Famulus. Die Flügel D E enthalten unten die 4 Lehrzimmer von Prima bis Quarta, oben die Dienſtwohnung des Vorſtandes der Anſtalt. I birgt das Heizmaterial. G iſt Privateigenthum geworden und K dient der Induſtrie. Die leeren Flächen werden theils als Turnplatz, theils als Garten(zu der erwähnten Dienſtwohnung ge⸗ hörig) benutzt.

IV. Urkunden.*)

Nr. 1. 1287.(Lcateiniſch.) Transſumpt päpſtlicher Bullen.

Biſchof Heinrich von Trident prüft die ihm von dem päpſtlichen Legaten Johannes auf die vorangegangene Beſchwerde des frater Hermannus prior provincialis ordinis praedicatorum per Theutoniam(welcher ſich über die Bedrückungen der Dominikane⸗ rinnen durch die Biſchöfe, deren Nuntii u. a. exactores beklagt hat) übergebenen Privilegien der sorores S. Marci in Würzburg und ſchärft folgende 2 päpſtliche Bullen, welche zufolge der päpſtlichen Beſtimmung für alle Dominikanerinnen gelten ſollen, wiederum zur allgemeinen Befolgung ein: a) Innocentius IV.(1243 1254) giebt den Nonnen in Würzburg dieſelben Privilegien wie den Predigermönchen und verleiht ihnen das Recht, reditus accipere und possessiones non obstante statuto ipsius ordinis. (Auch wird das olficium visitationis erwähnt, ſ. S. 5). b) Alexander IV.(1254 1261) begnadigt die Predigermönche mit der Freiheit von allen Solutionen und Collationen von Subſidien und Proviſionen der Biſchöfe und päpſtlichen Legaten oder Nuntii, außer wenn in den betreffenden Briefen der Predigermönche ansdrücklich Erwähnung gethan wäre. Biſchof Heinrich erklärt zugleich, daß, da Innocenz den Nonnen dieſelben Rechte gegeben, wie den Mönchen, die zweite Bulle zugleich für alle Dominikanerinnen gelte.

Nr. 2. 1339.(Ccateiniſch.) Schenkung.

Ludwig Abt von Hersfeld confirmirt die Schenkung der reditus dimidii mansi in Großbehringen, welche Werner de Stilla Con- rado Altrudis fratri ordinis praedicatorum und Alheydi, sanctimoniali monasterii S. Nicolai auf Lebenszeit zutheilt. Dat. V. cal. Iunii.

1 *) Da das Programm die demſelben geſteckten engen Grenzen bereits überſchritten hat, muß ich mich darauf beſchränken, die Urkunden, ſtatt der von mir beabſichtigten vollſtändigen Mittheilung, mit wenigen Ausnahmen nur im Auszug wieder zu ge⸗ ben und die Anmerkungen zu den zahlreichen Notizen, welche rechtsgeſchichtliches oder kulturhiſtoriſches Intereſſe haben, zu unterdrücken(z. B. 5c. am Ende, 13 und 22, Werthpapiere auf den Inhaber, au porteur, die zahlreichen Zinsverkäufe mit Vorbehalt des Wiederkaufs ꝛc.). Nr. 1. 10. 11. 24. gehören dem gemeinſamen Hauptarchiv der Erneſtiniſchen Länder an (vermuthlich aus dem Dominikanernonnenkloſter Cronſchwitz dahin gekommen), die andern dem Großh. Geheimen Stäatsarchiv (Eiſenachiſcher Abtheilung, in der ehemal. Franziskanerkirche zu Weimar), deſſen Benutzung mir durch die hohe Liberalität des Großh. Staats⸗Miniſterium ſeit einigen Jahren geſtattet iſt. Von dieſen rühren die meiſten aus unſerem Kloſter her, einige aus anderen Klöſtern Eiſenachs, Nr. 19 a. b. und 21 von der Carthauſe, Nr. 2 und 7 a. b. von dem Domſtift, Nr 17 von dem St. Nikolaikloſter. Sie ſind ſämmtlich noch unbekannt, mit Ausnahme von Nr. 8, welches Paullini histor. Isenac S. 92 f. ziemlich fehlerhaft abdruckt. Von Nr. 3 findet ſich ein ungenauer Auszug bei Mencken II, S. 844 und nach ihm bei Heusinger, opusc. JI, S. 182 f. Nr. 2 und Nr. 7 a. werden daſelbſt S. 214 kurz erwähnt aber beide mit falſchen Jahreszahlen. Die Dokumente ſind auf Pergament geſchrieben, außer den papiernen Nr. 19 4. und b. 21. 25 Die ſphragiſtiſche Ausbeute iſt ziemlich gering. Das Siegel von Biſchof Heinrich(Nr. 1) iſt zerbrochen ebenſo das Prio⸗ ratsſiegel Nr. 3 u. 13, das Juldaiſche Nr. 4, das Convents⸗ und ein Bürgerſiegel Nr. 8, das Molsdorfiſche Nr. 22 das Harſtall'ſche Nr. 23. Andere ſind abgefallen und verloren. Erhalten haben ſich ein Ebelebenſches Nr. 5a das Priorats⸗ und das Provinzialſiegel Nr. 6(letzteres ſehr ſchadhaft, die Auferſtehung unſeres Heilandes darſtellend), das

Siegel der

geyn miſſe geyſ furſ hiru irre alſo iede tiſch eyn ouch und wa⸗ des pite bin eyn blil Cy diſe vir