Jahrgang 
1857
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toria), Gaſtzimmer(cellae hospitum oder hospitia), eine Bibliothek(libraria), Schulzimmer für die Novizen und etwaige Laienzöglinge, deren ſofort nach des Kloſters Gründung Erwähnung geſchieht. Neben dem Refek⸗ torium, welches immer ſo weit als möglich von der Kirche war, lag die Küche und die Bäckerei(pistrinum). So nahm der ganze landgräfliche Sühnungsbau eine große Fläche ein, nicht unwürdig der erlauchten Stifter, und trotz vielfacher Zerſtörung geben die Reſte noch jetzt einen klaren Begriff von der großartigen inneren Ein⸗ richtung einer ſolchen geiſtlichen Genoſſenſchaft.

In architektoniſcher Beziehung bieten die Gebäude, welche großentheils von der erſten Anlage herrühren (ſ. oben) wenig Bemerkenswerthes dar 4⁵). Deſto bedeutender aber iſt die Kirche. Dieſe, thurmlos wie alle Dominikanerkirchen(denn der kleine als Glockenthurm dienende Dachreiter iſt abgenommen worden) hat den Vorzug, aus einem Guſſe und nach einem Plane gebaut zu ſein 46), was ſich von wenigen Kirchen des Mittel⸗ alters rühmen läßt. Sie iſt ein ſchöner Ueberreſt aus der Zeit des Uebergangs von der romaniſchen in die germaniſche Bauweiſe und erhält durch die unvermittelte Miſchung beider Elemente einen höchſt eigenthümlichen Charakter. Der einfache, oblonge Grundriß des Baſilikenbaues mit ziemlich flachem Dachgiebel, die wagerechte mit Holz getäfelte Decke, das flache Dach des nördlichen Seitenſchiffs, die breiten und glatten ſchmuckloſen Wandflächen, noch nicht bedeckt mit dem mannichfachen Schmuck der Galerien, Simſe, Reliefs und Conſolen der germaniſchen Zeit, die langen, ſchmalen, nach innen und außen tief aber ſchlicht abgeſchrägten Fenſter, die einfachen kelchförmigen Kapitäle und die flach gedrückten aus Blatt und Pfühl beſtehenden Baſen der Säulen alles dieſes gehört der ernſten und würdigen, aber maſſenhaften und ſchwerfälligen romaniſchen Bauart an. Auch deutet der gänzliche Mangel an äußeren Strebepfeilern, welche wegen der Stärke der Mauern und wegen

lungen gehalten haben, welche anſehnliche Räume erforderten. Funkhaenel, gymn. ill. soll. ind. S. 25. Ein urkund⸗ liches Zeugniß für die Exiſtenz einer beſonderen Bibliothek giebt Urk. 19 und ein von Funkhänel, in Zeitſchr. des Ver⸗ eins f. thür. Geſch. zu Jena II, S. 225 veröffentlichtes Aktenſtück.

45) Die ſolide Bauart trotzt allen Angriffen der Zeit, das Material aber beſteht theils aus den röthlichen conglomerirten Wart⸗ burgsſteinen, theils aus ſchönen Quadern, die aus den Sandſteinbrüchen bei Seebergen(hinter Gotha) ſtammen.

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Ein kleines Stück, welches allerdings eine Ausnahme macht, kann nicht in Anſchlag gebracht werden, da es vollſtändig mit in den Bauplan aufgenommen iſt und deshalb die Harmonie nicht im Mindeſten ſtört. Der Baumeiſter ſollte urſprünglich eine kleine einfache romaniſche Kirche für das beabſichtigte Nonnenkloſter bauen und machte den Anfang damit. S. den monachus Pirnensis bei Funkhaenel, gymn. ill. sol. S. 24. Die Nordwand mit einer Arkade von 5 Rundbogen(Fig. II. und Fig. I. 0 0o p, für das Schiff der Kirche beſtimmt) war fertig, desgleichen eine Fortſetzung dieſer Wand(für den Chor, doch wäre eine umgekehrte Beſtimmung auch nicht undenkbar), in der wir noch 2 rundbogig geſchloſſene Fenſter wahrnehmen (Fig. II.), als mit der veränderten Beſtimmung des Gebäudes auch der Kirchenplan umgeſtaltet wurde. Landgraf Heinrich kam nemlich vielleicht durch den ſpäter dazutretenden Mitſtifter Conrad auf den Gedanken, ſtatt eines Nonnenkloſters ein Dominikaner⸗Mönchskloſter zu gründen, welches eine Kirche von ganz anderen Dimenſionen verlangte. Für ein großes und hohes Gotteshaus ſchien die altromaniſche Weiſe weniger paſſend und ſicher, als der neu aufkommende germaniſche Stil, deſſen Motive in den umgeänderten Plan mit aufgenommen wurden. Bei deſſen Ausführung riß man aber die fertige Wand nicht etwa ab, ſondern beſchloß, da man der Breite nichts zuſetzen wollte, durch eine große Verlangerung des Gebäudes Naum zu gewinnen, wodurch allerdings ein gewiſſes Mißverhältniß der Länge und Breite entſtand. Man behielt alſo das fertige Stück bei, mauerte die vier erſten Rundbogen o und die rundbogigen Fenſter zu, erhöhte ſodann dieſe Mauer und verſtärkte dieſelbe aus techniſcher Vorſicht durch eine pfeilerartige, ſcharf abgeſchrägte ſich daran lehnende Vormauer, Auf dieſe Verdop⸗ pelung ſetzte man eine neue Wand mit 4 ſpitzbogigen Fenſtern und von dem alten Bau blieb nichts weiter übrig, als die vier unbenutzten Bogen o und ein benutzter Bogen p. Ein längeres Nebenſchiff oder Nebenhalle ſcheint nicht an dieſelben gebaut worden zu ſein, wie der Mangel des Geſimſes unter den 4 hohen Fenſtern und der glatte Abſchnitt der Mauer vermuthen läßt. Auch ſcheint die mit Quadern bewirkte Vermauerung der 4 erſten Bogen o der Erbauungszeit der Kirche anzugehören. Jedenfalls aber hat an dieſer Nordwand noch ein Gebaude, wahrſcheinlich eine Kapelle, geſtanden, welche ſich an die Klo ſterkirche anſchloß. Dieſes geht hervor aus der Beobachtung eines in der Doppelmauer angebrachten eigenthümlichen großen Bogens, der auf den kleineren Bogen in der Kirchenmauer ſtieß und die Kapelle mit der Kirche verbinden ſollte(Fig. II. ſind beide Bögen angegeben). Eine vollſtändige Löſung des Räthſels iſt unmöglich, weil ein Privathaus gerade dieſe Stelle eingenommen hat und die genaue Unterſuchung der Mauer und der anderen Bögen verhindert.