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man weiter und legte die Erſparniſſe auf zinstragende Weiſe an oder(nach damaliger Ausdrucksweiſe) man kaufte Zinſen 2³) und man erwarb ſogar unbewegliche Güter 24), lange bevor es Papſt Martin geſtattet hatte.
Die regelmäßigen Einkünfte waren daher nicht unanſehnlich, aber der Zahl der Conventualen doch nicht entſprechend. Deshalb befand ſich das Kloſter mehrmals in bedrängten Verhältniſſen(1449, 1493), woran auch die für die Erhaltung ſo weitläufiger Bauten nothwendigen Ausgaben ſchuld ſein mochten, ſ. Urk. 18. 21.
Die bedeutendſte und urſprünglich einzige Einnahme gewährte das ſ. g. Terminiren oder Almoſenſam⸗ meln. Dieſes war anfangs nicht durch beſtimmte Grenzen beſchränkt, ſondern der Umfang des Sprengels, in deſſen Umkreis man ſammelte, hing ganz von dem Ermeſſen der Klöſter ab. Aber ſchon 1297 wurde unter Vermittelung des von dem Bremer Provinzialcapitel damit beauftragten Dominikanerpriors zu Magdeburg ein
Vergleich zwiſchen den Dominikanerklöſtern von Eiſenach, Göttingen und Mühlhauſen über die Grenzen des:
einem jeden Kloſter zuſtehenden Terminationsbezirkes abgeſchloſſen 25). Die bedeutenden Klöſter hatten in den benachbarten Städten ſtehende Terminarier und Terminationshäuſer(gewiſſermaßen Faktoreien oder Ablagerhöfe), wohin der Terminarier die Waaren brachte und ſo lange aufbewahrte, bis größere Transporte nach dem Mut⸗ terkloſter gefahren werden konnten. Solche Häuſer hatte unſer Kloſter in Geiſa, Langenſalza und Gotha(ſ Urk. 9. 5c. 18).
Daraus iſt zu ſehen, daß ein Theil der Brüder regelmäßig durch das Terminiren in Anſpruch genommen war. Bei dieſer Gelegenheit predigten ſie, ſaßen zur Beichte und benutzten die Gelegenheit, ſowohl die Herzen zur Buße zu erwecken, als auch den Gläubigen reiche Spenden zu entlocken. Andere machten im Auftrag der Oberen weite Reiſen, um zu predigen und für die Gründung neuer Klöſter zu wirken.
Die in der Stadt anweſenden Brüder hatten verſchiedene Beſchäftigungen. Ein großer Theil der Zeit wurde durch den Gottesdienſt ausgefüllt, welchen man nach der Sitte aller Klöſter und Stifter ſowohl bei Tag als bei Nacht beging. Zu dem letzteren gehörten 2 Vigilien(ſ. Urk. 3. 20. u. a.), am Tag aber wurde früh um 5(eigentlich bei Sonnenaufgang) mit der Frühmeſſe(matutina) begonnen, um 6 Uhr folgte die Prim, um 9 die Terz(d. h. 3 Stunden ſpäter), um 12 die Sext(d. h. 6 Stunden ſpäter), um 3 Uhr die Non, Abends
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vermuthet, daß es derſelbe Conrad war(oder deſſen Vater ²), welcher 1364„alle das recht— Nonnenkloſter zu Creutzburg für 30 Mark verkaufte.
7. Apel Sachß in Wutha verkaufte dem Kloſter eine Zins von 4 Goldgulden zu einer Jahrgezit von Heinrich Teybach, 1420, ſ. Urk. 15.
8. Diterich Lange, Dechant in Gotha, ſchenkte dem Kloſter Zins von Sonneborn und au 12 Gulden zu einer Gedächtnißfeier, 1449, ſ. Urk. 18.(Er war Dechant von 1427— 1449.)
9. Hans Schalbe kauft für das Kloſter einen Zins von 2 Tonnen Häͤring zu 4 Jahrgedächtniſſen 1484, ſ. Urk. 20.
zeu Utenrode im Dorffe“ dem
ßerdem nach ſeinem Tode noch
23) 1. Bartholomäus Smed in Eiſenach verkauft dem Kloſter Zins für 10 Pfund Pfennige, 1396, ſ. Urk. 12. 2. Caspar Hoffemeiſter(einer Ritterfamilie angehörig, welche in Städtfel 1 Gulden Zins auf Gütern in Hörſel für 10 Gulden Capital 1432, ſ. Urk. 16. 3. Hermann Molßdorff in Madelungen verkauft an Hans von Crutzeburg einen halben Gul den 1495, welcher Zins durch Ceſſion an das Dominikanerkloſter übergegangen ſein muß, ſ. Urk. 22. 4. Ernſt von Harſtal in Mihla übernahm 2 Gulden Zins, die die Gemeinde daſelbſt dem Kloſler verkauft hatte, 1508, ſ. Urk. 23. 5. Dietzel Ziegler verkauft 1 Gulden Zins für 15 Gulden(vor 1524) ſ. Urk. 26.
d begütert war) verkauft dem Kloſter den Zius für 6 Gul⸗
für 50 Gulden
24) An liegenden Gütern beſaß das Kloſter ein Haus in Geiſa(1386, ſ. Urk. 9), einen Weinberg(1413, ſ. Urk. 11), ein Haus in Eiſenach(1410, ſ. Urk. 13), Land am Städtfelder Weg(1516, ſ. Urk. 25).— Außerdem hatte das Kloſter zufolge der von Storch, Beſchreib. der Stadt Eiſenach, 1837, S. 70 f. benutzten Kloſterrechnung von 1541— 42 noch einen großen Teich vor dem Frauenthor(Hainteich), einen Wald bei Burkhardtroda und mehre Zinſen, nemlich Gelderbzinſen von Wan— genheim, Burkhardtroda(welche mit den erwähnten von Aspach und Sonneborn 6 Schock 36 gr. 2 pf. betrugen) und über 12 Malter Fruchtzinſen von Weſthauſen, Neuenhof, Hauſen, Siebeleben und Grumbach).
Auch erwarben die einzelnen Mitglieder Privatvermögen, was urſprünglich ſtreng verpönt war, ſ. Urk. 5 a, 7 a und b
5) B. C. Grasshof, de orig. atque antiq. Muhlhus. Lips. 1749, S. 66.
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