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dem Gebiete des Unterrichts und der Miſſion mit ihnen concurrirten) mit großer Erbitterung führten, näher einzugehen ¹*2). Ueber das Verhältniß in Eiſenach ſ. unten.
II. Das Dominikanerkloſter in Eiſenach.
Unſer Kloſter wurde auf Verordnung des Papſtes Gregor IX. von dem Landgrafen Heinrich Raspe, dem nachmaligen deutſchen Könige, und deſſen Bruder Conrad, welcher ſpäter zur Würde eines deutſchen Hochmei⸗ ſters emporſtieg, zur Buße für ihre Vergehen 1235 begründet. Der erſte wollte die Härte, mit welcher er ſeine Schwägerin, die hl. Eliſabeth, behandelt hatte, der zweite aber die bei der Erſtürmung von Fritzlar an der Johanniskirche verübten Frevel in der Weiſe der damaligen Zeit ſühnen, weshalb das neue Kloſter den beiden verletzten Heiligen, Johannes dem Täufer und der hl. Eliſabeth, gewidmet wurde. Die Einweihung erfolgte bereits 1236 am Sonntag misericordias domini ²⁰), obgleich der Bau wohl erſt nach einigen Jahren fertig wurde, denn bei der Feſtigkeit und Größe der Gebäude war eine ſo raſche Vollendung unmöglich. Die An⸗ ſtalt erhielt ſich faſt 300 Jahre, aber trotz dieſer langen Zeit läßt ſich nur eine dürftige Geſchichte derſelben zuſammenſtellen. Ueberhaupt beſteht die Geſchichte der meiſten Klöſter lediglich aus einer Aufzählung der ver⸗ ſchiedenen Erwerbungen, welche dieſelben gemacht haben und das innere Leben der Brüder geht dabei ziemlich leer aus. Bei unſerm Kloſter fließt für die älteſte Zeit nicht einmal dieſe Quelle 21), da es einem Bettelorden angehörte und deshalb keine Güter beſitzen durfte. Nach und nach wich man von der Ordensregel der Armuth ab, und nachdem das Kloſter durch die fromme Freigebigkeit mehrer Perſonen, die für das Wohl ihrer Seele beſorgt waren, Jahresrenten erhalten hatte, um dafür regelmäßige Seelmeſſen zu feiern(ſ. g. Seelgeräthe d. h. jede Stiftung für das Seelenheil, im e. S. Jahrgezite, d. h. Erinnerungsfeſte oder Anniverſarien) 22), ging
19) Hospinianus, S. 249 ff. 260 ff. Unparth. Kirchenhiſtorie II, S. 190 f., 381, 386, 917, 981. Schröckh, XXVII, S. 448— 486(Streitigkeiten der Bettelmönche.) Neander V. und VI. öfter. Eine überſichtliche Darſtellung giebt Fink S. 450 ff. und v. Raumer, a. a. O. S. 615 ff. 625 ff.
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Die Quellenzeugniſſe über die Erbauungszeit des Kloſters ſind genau angegeben in dem Programm von K. H. Fun khae- nel, gymn. ill. Isenac. solemnia saecul.— instaur.— indicit. 1844, S. 23. Ebendaſelbſt und in Heusinger, opusc, I, S. 175— 180 iſt der Einweihungstag(dedidatio praedicatorum, das Kirchweihfeſt, die Kirmeſſe) erſchöpfend behandelt.
21) Auf der Bibliothek zu Jena befand ſich in Buder's Nachlaß an dem Manuſcr., welches die historia de landgraviis Thurin- giae enthielt, als Anhang eine ſchriftliche Ueberlieferung aus dem Kloſter ſelbſt: Legenda de sanctis patribus conventus Ysenacensis ord. praedic. u. ſ. w. Koch, in ſ. handſchriftl. Chronik Eiſenachs hat dieſes Mſcr. benutzt und oft wörtlich citirt. Bis zum Jahr 1844 iſt es vergeblich geſucht worden, ſ. das angeführte Programm S. 23. Sicheren Spuren zufolge iſt es aber nicht verloren gegangen und man darf hoffen, von kundiger Hand bald nähere Auf⸗ ſchlüſſe zu erhalten.
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Die uns bekannten derartigen Vermächtniſſe ſind folgende:
1. Die Wittwe Friedrichs mit der gebiſſenen Wange, Eliſabeth, gab dem Kloſter einen Zins von 5 Mark Silbers für 2 Jahrgedächtniſſe zum Heile ihrer und ihres Gemahls Seele, 1344, ſ. Urk. 3.
2. Ritter Hermann Goltacker ſchenkte 3 Pfund 18 Pfennige Zins von dem Dorf Aspach zu einem Gedächtnißtag für ſeine Mutter Irmegart und Herrn Johann Goltacker 1350, ſ. Urk. 4.
3. Tele von Sebeche und Heinrich Grube in Vanere gaben dem Kloſter für eine Jahrgezit 12 Acker bei Salza, welche gegen einen an das Kloſter zu erlegenden jährlichen Zins von 1 Malter verliehen wurden 1358. Dieſe Stiftung beſtand noch 1509, ſ. Urk. 5 a— c.
4. Die Land⸗ und Markgräfin Eliſabeth(ſ. 1.) überhäufte das Kloſter mit ferneren Wohlthaten, ſo daß täglich eine Seelmeſſe und außerdem noch der Gedächtnißtag begangen werden ſollte, 1359, ſ. Urk. 6.
5. Die Land- und Markgräfin Catharine, Wittwe Friedrichs des Strengen, ſchenkte 8 Schock Geld und Kirchengeräthe zu einer täglichen Seelmeſſe 1386, ſ. Urk. 8.
6. Conrad von Uetterod vermachte 1403 zu einem Gedächtniß für ſich und ſeine Familie einen Jahreszins von 8 Hüh⸗ nern, 8 Kaͤſen, 60 Ciern und Geld, ſ. Paullini, historia Isenac. Frankf. 1698, S. 106. Heusinger, opusc. I, S. 271 f.


