Jahrgang 
1857
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welche auf dem Capitel gewählt worden waren und theils bei der Leitung der Verhandlungen halfen, theils den Provinzial controlirten. Hier wurden gemeinſame Angelegenheiten und Maßregeln berathen, z. B. die An⸗ legung neuer Klöſter, die Beilegung von Streitigkeiten der Klöſter unter einander oder mit anderen Orden(z. B. mit den Franziskanern), die Beſtrafung ſchwerer Disciplinarvergehen u. ſ. w.

Ueber alle Klöſter gebot der magister ordinis, der Ordensgeneral in Rom(1330 genannt magister generalis ordinis praed.), welche Stelle Dominikus bis an ſeinen Tod bekleidete 1¹1). Der General hielt all⸗ jährlich zu Pfingſten ein Generalcapitel, welches das eine Jahr aus den Ordensprovinzialen, von denen jeder einen Deputirten oder diffinitor mit ſich brachte, zuſammengeſetzt war. In den beiden folgenden Jahren tra⸗ ten die diffinitores zuſammen, d. h. 2 diffinitores aus jeder Provinz. Aber bei der unter Clauſur zu halten⸗ den Wahl des Ordensgenerals wurden nur die Priores provinciales, nicht die Diffinitores zugelaſſen. Auf dem Generalcapitel verhandelte man alle wichtigen Ordensangelegenheiten, welche einzelne Klöſter oder die Ge⸗ ſammtheit betrafen, ſo z. B. wurde die allgemeine nicht wieder abgeänderte Gottesdienſtordnung auf den Capi⸗ teln von 12441256 ¹²) feſtgeſetzt.

Damit auch Frauen des Segens theilhaftig würden, welchen Dominikus ſpendet, wurden Dominikaner⸗ nonnenklöſter begründet, von denen das erſte 1206 in Prouille entſtand, alſo noch vor den Mönchsklöſtern. Ihre Zahl war in Norddeutſchland ſehr klein, deſto größer in der Provinz Teutonia ſ. oben. Deren Privile⸗ gien ſ. Urk. 1 und 10.

Ein dritter Orden des h. Dominikus, der der Tertiarier d. h. Religioſen von der dritten Claſſe, hieß zu⸗ erſt die Ritterſchaft Chriſtt, dann der Orden von der Buße des hl. Dominikusz er iſt aber niemals zu großer Bedeutung gekommen. Die Mitglieder legten das Gelübde nicht ab und waren daher nicht auf le⸗ benslang an den Orden gebunden, auch blieben ſie der bürgerlichen Jurisdiktion unterworfen ¹³).

Bedeutung des Ordens.

Anfangs beſchränkten ſich die Dominikaner auf die übernommenen Verpflichtungen, das Evangelium zu predigen und dadurch theils Irrlehren zu vertilgen, theils Ungläubige zu bekehren, welchem Geſchäft ſie ſich mit ſeltener Aufopferung und Geviſſenhaftigkeit unterzogen ¹4). Aber bald begnügten ſie ſich nicht damit, durch

III, S. 163, in Erfurt 1396, 1521, Hist. de Landgrav. S. 1357. Dreyhaupt S. 792, in Dortmund 1354 1382² 1l⸗ 3 1 3 1 1 4 7 2, Krömecke S. 13, in Halle 1406, Dreyhaupt a. a. D., in Warburg 1420, hiſt. Nachrichten von Nordhauſen S. 631, in

.. 0 O j 8 5 Vier Zeſ⸗ j S 4 4 Leipzig 1520, Dreyhaupt a. a. O., in Jena 1514, Wiedeburg, Beſchreib. d. Stadt Jena 1785, I. S. 182

11) Nach Dominikus folgte Johann der Sachſe(aus der Diöces Paderborn), dann Raymund de Pennabor te 1237 . 7- j 3 3 9 Meſt 4 3 4 ein Spanier, darauf Johann von Wildeshausen 1241, ein Weſtphale, Humbert de Romanis 1254 1263, ſpäter der durch ſeine Strenge bekannte Conrad von Preussen 1389. Der oben genannte Magister generalis 1330

8 18 7n,.*. 2 5* S 4 h. Barnabas, welcher 1324 bis 1333 regierte, ſ. Krömecke, S. 88 f. Ueberhaupt ſ. Hospinianus, S. 224 f.,

Echard I, S. 93 ff. und Fink, S. 438 f. ) Die Acta der Generalcapitel bis 1316 ſammelte E. Marlenc, thesaur. nov. anecd. Tom IV. Ein Verzeichniß der Ca⸗ pitel giebt Echard S. XVI. ff. Die erſten wurden ſtets abwechſelnd in Bologna oder in Paris gehalten. Selten deutſche Städte dieſe Ehre, wie Cöln 1245, 1301, 1328, Trier 1249, 1289, Wien 1282, 1388, Prag 1359, Magdeburg 1363, Erfuri 1403, Nürnberg 1405 u. ſ. w. In Frankfurt war einmal ein Ge neralcapitel 1397, die anderen daſelbſt gehaltenen Capitel waren Verſammlungen der teutoniſchen Provinz, nemlich 1262, 1286, 1317, 1360, 1408, 1455, 1499, 1520, 1582, 1605, 1636, 1⸗03, ſ. Römer-Rüchner die Gyeaa dic e62, Frankfurt 1853, S. 38.

hatten Straßburg 1260,

die Siegel der Stadt

13) Helyot S. 246 ff. Dreyha upt I., S. 824. Finkin Ersch-Gruber S. 445 ff.

14) Ueber die ſegensreiche Wirkſamkeit der älteſten Dominikaner und über die Anerkennung, die ſie namentlich bei der höhere Geiſtlichkeit fanden, ſ. Matthaeus von Paris hist. mai. zum Jahr 1207. Neander Geſchichte der thrifie 2 aele .. N0n Ml 3 d hriſtlichen Reli⸗ gion und Kirche V, 1, S. 366 ff. V, 2, S. 416 ff. aus Thom. Cantipratanus, in dem bon. de ap II c. 10., und Rob. Lin 2 1. 2 5., AP. C...Lin-

coln epist. 40. Welche Verdienſte ſich die Dominikaner durch das Predigen in der Mutterſprache um die Entwick lung d g in Entwickelung der

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