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Vom 18. September: es wird angemeſſen gefunden, daß die Nachprüfung eines Studirenden in einem ein⸗ zelnen Lehrgegenſtande nicht vor verfammeltem Lehrer⸗Kollegium, ſondern von dem betreffenden Fachlehrer unter Aufſicht des Director vorgenommen und die geordnete Prüfungsgebühr hiernach repartirt werde.
Vom 15. November: nachdem ſeit längerer Zeit zu bemerken geweſen iſt, daß viele Behörden in der irrigen Meinung zu ſtehen ſcheinen, daß die zurückgelegte 25jaͤhrige Dienſtzeit eines Beamten ohne Weiteres einen An⸗ ſpruch auf Verleihung einer Auszeichnung begründe, ſo haben Se. Königliche Hoheit, der Großherzog, zu befeh⸗ len geruht, die Behörden darüber aufzuklären, daß die Großherzgl. Staatsregierung der Regel nach von 25jähr. Dienſtjubiläen keine amtliche Notiz nehme. Dieſes wird der Direction des Karl Friedrichs⸗Gymnaſium zur Nach⸗ achtung und Verfügung des Weiteren hierdurch eröffnet. 4
Vom 30. December: es wird die Anfertigung eines vollſtändigen Verzeichniſſes des dem Großherzgl. Karl Friedrichs⸗Gymnaſium zugehörigen Inventars nach einem beigelegten Schema bis zu Ende April k. J. anbefoh⸗ len. Ein anderes Reſcript vom 28. Januar 1856 ertheilt noch Friſt bis zu Michaelis dieſes Jahres.
Turnen.
Der ſchon im vorjährigen Programm S. 25 beklagte Mangel eines Turnlehrers hatte auch in dem zurück⸗ gelegten Schuljahre die Folge, daß regelmäßige körperliche Uebungen nicht vorgenommen werden konnten. Von dem Kaſſebeſtande im Betrage von 9 thlr. 18 ſgr. 6 pf. wurden 18 ſgr. 6 pf. verwendet, dagegen 2thlr. 15 ſgr. freiwillige Beiträge mehrerer Schüler für Benutzung der Geräthſchaften durch den Oberprimaner Burckhard an die Direktion abgegeben. Mithin ſind 11 thlr. 15 ſgr. in Kaſſe.
Unterſtützung einzelner Schüler.
Das Uber'ſche Stipendium erhält der Quartaner Hermann Handſchumacher auf zwei Jahre vom 1. Juli 1854 bis dahin 1856.(Reſcript vom 6. April 1854 und vom 7. Februar 1856.)
Das Calmberg'ſche Stipendium erhielten nach Reſcript vom 9. Oktober 1855 die Primaner Arno Sie⸗ fert, Karl Heym und Guido Thon, die Secundaner Auguſt Rink, Armin Trunk, Franz Lorey.
Die Elmp''ſchen Stiftungsgelder nach Reſcript vom 13. November 1855 Guſtav O'Kelly aus Prima, Julius Rupert aus Secunda, Konſtantin Friderici aus Tertia.
Das Görwitz'ſche Stipendium auf die Zeit vom 1. April 18 ⅜½ nach Reſcript vom 19. März 1855 der Quartaner Auguſt Weirich, auf die Zeit vom 1. April 18 ⅜38 der Quartaner Wilhelm Krauße.
Die Kaligraphiſchen Prämien nach Reſcript vom 4. März 1856 die Quartaner Richard Seſemann und Guſtav Kleinicke, ſowie die Quintaner Wilhelm Schmidt lJ. und Edmund Berninger.
Das Brodſtipendium Konſtantin Friderici und Hermann Leinhos in Tertia, Richard Seſemann und Wilhelm Krauße in Quarta.
Das fürſtliche Schulſtipendium auf die Zeit vom 1. April 18 ⁄¾ nach Reſcript vom 27. März 1855 Auguſt Heller, Karl Heym, Rudolf Wuth und Guſtav O'Kelly in Prima, Guido Thon, Chriſtian Hofſommer und Auguſt Rinck in Secunda, Armin Trunk, Julius Rupert und Ferdinand Anhalt in Tertia, ferner auf das Schuljahr 188 ½¶ nach Reſcript vom 18. März 1856 Siefert, Heym, Wuth und O'Kelly in Prima, Rinck, Jul. Heß, Trunk und Rupert in Secunda, Weirich, Leinhos, Friderici und Paul Atzel in Tertia.
Endlich wurde Befreiung vom Schulgelde gewährt: dem Secundaner Jul. Rupert durch Reſcript vom 14. Mai 1855 auf das Schuljahr 188 ½, ſowie durch Reſcript vom 10. März 1856 auf das bevorſtehende Schul⸗ jahr 183 ½, ſowie dem Tertianer Louis Kleinicke durch Reſcript vom 22. November 1855 auf die Zeit vom 1. Juli bis zum 31. December.
Lehrapparat.
Der fortwährenden Gnade Ihrer Kaiſerlichen Hoheit, der Frau Großherzogin Großfürſtin, verdankt das Gymnaſium auch in dieſem Jahre mehrere Geſchenke, nämlich: ein Eremplar der Bildniſſe des Weimariſchen Regentenhauſes, Bilder und chronolog. Namensfolge in 2 Blättern, das Regiſter über das dritte Decennium des neuen Nekrologs der Deutſchen, Plin. hist. nat. ed. Sillig. vol. V. und VI., 35. u. 36. Publi⸗ kation des liter. Vereins zu Stuttgart.
Die Commiſſion zur Herausgabe der Kieler Univerſitätsſchriften überſendete: Schriften der Univerſität zu Kiel aus den Jahren 1854 und 1855. Ferner ſchenkte die Vieweg'ſche Verlagsbuchhandlung in Braunſchweig: kleine Weltgeſchichte in Gedächtnißverſen; Herr Landrabiner Dr. Heß einige theologiſche und paͤdagogiſche Zeit⸗ ſchriften; Herr Direktor Lorey ſein Lehrbuch der ebenen Geometrie; Herr Kanzleirath und Ritter Dr. Müller in Weimar ſein Staats⸗Handbuch für das Großherzogthum S. Weimar⸗Ciſenach 1855; Herr Hofrath Dr. Sauppe


