Jahrgang 
1856
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Otto Böhme in die Vorbereitungsklaſſe. Der Beſtand der ſechs Klaſſen war nun dieſer: es hatte Prima 10, Secunda 18, Tertia 15, Quarta 19, Quinta 17, die Vorbereitungsklaſſe 17 Schüler. Der Cötus beſtand alſo aus 96 Schülern.

Dazu kam im Juni Friedrich Niewandt in die Quarta, Arno Trautvetter, der wegen eines Fußübels lange Zeit abweſend war, in die Tertia, Julius Burgemeiſter und Karl Auguſt Louis Jacobi in die Vorbereitungs⸗ klaſſe. Dagegen verließen vier Schüler das Gymnaſium im Sommerhalbjahre, nämlich Chriſtian Hofſommer aus Secunda, um zum Poſtfache, Emmerich Lückerdt aus Tertia, um in die hieſige Buchhandlung, Karl Käſtner aus Quinta, um in eine Bürgerſchule überzugehen, und Max Sommer aus Prima, um Kaufmann zu werden. Es blieb alſo bei dem Beginne des Winterhalbjahres dieſelbe Schülerzahl. Am 3. Januar 1856 trat noch Karl von Todenwarth in die Quarta ein, ſo daß die höchſte Zahl ſich auf 97 Schüler belief, nämlich 9 in Prima, 19 in Secunda, 14 in Tertia, 20 in Quarta, 16 in Quinta und 19 in der Vorbereitungsklaſſe. Da⸗ von ſind bis zum Abſchluſſe des Programmes abgegangen 1) aus Secunda Otto Heym Ende Januar, um auf das Realgymnaſium überzugehen, Otto Rein im Februar, um ſich der Landwirthſchaft zu widmen, zu Oſtern Eduard Koch und Guido Kallenbach, um ſich zum Poſtfache vorzubereiten, Karl Coch, um Privatunterricht zu nehmen; aus Quarta zu Oſtern Tankmar Krauſe und Berthold Kayſer, um das Realgymnaſium zu beſuchen, Hermann Leſer nach Hauſe, endlich der ſoeben aus Tertia nach Secunda verſetzte Edwin Pitſchmann, um ſich zum Seedienſte vorzubereiten.

Auf die Univerſität wurden zu Oſtern entlaſſen:

Mar Wilhelm Hugo Burckhard von hier, Arno Siefert aus Kaltennordheim,

Karl Friedrich Auguſt Heym von hier, Werner Günther Rudolf Wuth von hier, Heinrich Ludwig Guſtav O'Kelly von hier.

Als wiſſenſchaftliche Geſammt⸗Cenſur erhielten Burckhard und Siefert l., Heym faſt J., Wuth und O'Kelly noch nicht II.; als Cenſur der Sitten der erſte II., die vier übrigen I.

Die erſten drei wollen die Rechte, die beiden anderen Theologie ſtudiren.

Zum Schluſſe noch folgende Notizen. Als der Unterzeichnete im Januar 1838 als Direktor eintrat, hatte das Gymnaſium 125 Schüler. Von da an bis zum Januar 1856 wurden 352 Schüler aufgenommen. Es ergibt ſich alſo die Geſammtzahl 477. Von dieſen ſind 5 während ihrer Schulzeit geſtorben, 83 aber beſuchen jetzt noch die Anſtalt. Es ſind alſo 389 abgegangen. Davon ſind bis jetzt 118 auf die Univerſität vorgebildet worden und zwar nach der bei dem Abgange gemachten Anzeige 52 um die Rechte, 32 um Medicin und Natur⸗ wiſſenſchaften, 22 um Theologie, 7 um Philologie und Pädagogik, 4 um Philoſophie, Geſchichte, Mathematik, Staatswiſſenſchaften ꝛc. zu ſtudiren, 1 war bei dem Abgange noch unentſchieden. Von den übrigen 271 wurden einige entlaſſen, andere gingen auf andere Schulen, darunter mehrere Ausländer, die ihren Gymnaſialkurſus auf einem inländiſchen Gymnaſium vollendeten, die bei weitem größte Mehrzahl aber, über 200, widmete ſich den verſchiedenartigſten Berufsarten.

Eiſenach am Oſterſonnabend, den 22. März 1856. Dr. Funkhänel.