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I. Rectoren.
1) Petrus Avianus von 1525 bis 1536. Ob er als Rector geſtorben ſei oder ein geiſtli⸗ ches Amt angenommen habe, läßt ſich nicht beſtimmen.
2) M. Sebaſtian Boëthius. Er war geboren d. 19. Januar 1515 zu Guben in der Nie⸗ derlauſitz, hatte von 1532 bis 1536 zu Wittenbeng ſtudirt, war von 1536 bis 1540 Rector, von da bis 1544 Diakonus in Eiſenach, hierauf Superintendent in Mühlhauſen, nachdem Juſtus Menius, ſein Schwiegervater, von dort nach Einführung der Reformation nach Eiſenach zurückgekehrt war. Von da wurde er im Juli 1548, als er ſich dem ſogenannten Interim zu fügen nicht entſchließen konnte, vertrieben; in Halle erhielt er das Amt eines Superintendenten und ſtarb daſelbſt im Juli 1573.
3) M. Johannes Preuß(Preis, Prierius, Pierius).*) Ihn nennt Paullini„bonum, si tempora spectes, didascalum et musicum.“ Daß er 1545 als Pfarrer nach Salzungen gekommen ſei, ſcheint ſicher. Doch erhellt aus der erſten und zweiten Beilage zur erſten oben abgedruckten Ur⸗ kunde, daß ſchon in dem erſten Viertel des Jahres 1543 der damalige Schulmeiſter um ſeine Ent⸗ laſſung gebeten hatte, ferner aus der erwähnten erſten Urkunde, daß ſchon im Anfange des J. 1544. Heinrich Martin oder Merten Schulmeiſter oder Rector war. Mithin iſt in den Lebensumſtänden des M. Preuß von 1543 bis 1545 eine kleine Lücke, die jetzt ſchwerlich ausgefüllt werden kann.
4) M. Heinrich Martin(Martini, Merten).**) Die Zweifel, welche Heuſinger(Opusc. p. 51. 370. und 426.) hatte, ob dieſer wirklich Rector geweſen ſei, ſind nun durch die öfters er⸗ wähnten Urkunden gelöſt. Er war Rector von 1543 bis Michaelis 1544, mußte dann zurücktreten und zweiter Lehrer werden. 1546 wurde er Pfarrer in Schweina, 1567 in Großenlupnitz, wo er 1572 ſtarb.
5) M. Bartholomäus Roßfeld(Rosinus), geboren im Jahre 1520 zu Pößneck, Schüler Luther's und Melanchthon's,***) Rector von Michaelis 1544 bis 1551. Seine Gelehrſamkeit und Frömmigkeit, ſeine Verdienſte um Kirche und Schule rühmen einſtimmig Rebhan und Paullini. Nachdem er von 1551 bis 1559 Diakonus an hieſiger Kirche geweſen war, wurde er als Superin⸗ tendent nach Weimar berufen. Die durch Victorinus Strigel, Poofeſſor der Theologie in Jena, veranlaßten Streitigkeiten und Spaltungen in den Anſichten der ſächſiſchen Theologen, ſowie ſein Ver⸗ hältniß zu dem Kanzler Pontanus(Brück) veranlaßten ſeinen Weggang von Weimar 1562. Er wurde Pfarrer zu Waldenburg im Schönburgiſchen. Zwar wurde er 1567 zurückberufen und nahm an der auf Befehl des Herzogs Johann Wilhelm vollzogenen Kirchenviſitation †)⸗Antheil, doch 1573 mußte er abermals Weimar verlaſſen. †) Er ſtarb als erſter Geiſtlicher zu Regensburg d. 17. Septbr. 1586.
II. Lehrer der 2. Klaſſe(Untermeiſter, Geſellen, Baccalaureen, hypodidascali, Conrectores):
Der erſte uns bekannte iſt der ſchon erwähnte M. Heinrich Martin von 1544 bis 1546, dem dann Juſtus Cotta folgte.
III. Lehrer der dritten Klaſſe(ſpäter auch Subconrectores genannt):.
Chriſtoph Dürfeld aus Gotha, von 1544 bis 1546, wo er an die Schule ſeiner Vaterſtadt berufen wurde. Hierauf war er Weimariſcher Rath, Profeſſor der Rechte in Jena, Aſſeſſor des Hof⸗ gerichtes zu Gotha, Syndikus zu Halle, und endlich Aſſeſſor des Kammergerichtes zu Speier, wo er den 23. März 1583 ſtarb.+)
5 Woher er ſtammt, wird nicht gemeldet. Sollte es der nach Foͤrſtemanns Album p. 172 im Sommerhalbjahr 1538 inſcribirte„Johannes Preus Neustadiensis ex dioecesi Vratislaviensi-“ ſein?
*) In Förſtemanns Album p. 172. wird unter den„pauperes gratis inscripti' erwähnt: MHenricus Martinus Isennacensis. Rector der Univerſität war damals Philipp Melanchthon. 2) Förſtemanns Album p. 161.„Bartholomeus Rosfeld dedit 2 ¼ grossos.“ Er wurde im Sommerhalb⸗ jahr 1536 inſcribirt. 65
anllini Annal. p. 210 ſetzt ſie in das J. 1569, Müller Annal. S. 156 läßt ſie am 31. Auguſt 1570 beginnen.
†r) Müller Annal. S. 165. Vergleiche außer den angeführten Quellen noch Koch Il. B. 5. Kap., Förſtemann Album S. 203.
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