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verſchafften Verordnungen und Zulagen, auch ordentlichem Einkommen der Kirchen und gemeinen Kaſſen wohl ſo viel habe, damit die Kirchen- und Schuldiener zur Nothdurft könnten verſehen wer⸗ den.“ Doch ſehen wir, welche geſchichtliche Thatſachen ſich feſtſtellen laſſen.
Laſſen wir jetzt ganz außer Betracht, was von der früheſten Geſchichte der Schule aufgefunden werden könne, ſehen wir ab von dem gewöhnlichen Irrthume, der auch in manchen Biographien Lu⸗ thers ſich findet, daß die Schule ehemals zu dem Franciskanerkloſter gehört habe. Mit Luther und durch ihn gewinnt ſie Bedeutung, die Reformation giebt ihr neues Leben und erhöhte Wirkſamkeit. Mit Stolz können wir es ſagen, daß unſere Schule beigetragen habe zur Bildung Martin Luthers, dieſes echt deutſchen Mannes mit ſeinem geraden und biederen Sinne, ſeiner tiefen Gemüthlichkeit, unermüthlichen Thatkraft und unerſchütterlichen Glaubensſtärke. Der Glanz dieſes Namens wirft auch einige Strahlen auf unſere Schule, und wie er der Stadt, in welcher der arme Knabe liebevolle Unterſtützung fand, mit dankbarem Herzen zugethan war, ſo rühmt er auch mit gleicher Geſinnung die Schule, die ihn für höhere Bildung vorbereitet hat.
Es iſt bekannt, daß Martin Luther erſt in der Schule zu Mansfeld, ſodann im 14. Jahre ſei— nes Lebens in der lateiniſchen Schule zu Magdeburg, zuletzt, nach einem Jahre, in der Schule zu Eiſenach unterrichtet wurde von 1498 bis 1501.*) Daß weder der aufgeklärte Franciskaner Johan- nes Hilten, dieſer Märtyrer und Vorgänger der Reformation in Eiſenach, Luthers Lehrer an der Schule,**) noch Jodocus Trutvetter Rector derſelben damals oder je geweſen ſei,***) iſt ſchon von Anderen auf eine ſo überzeugende Weiſe dargethan worden, daß es eines weiteren Beweiſes nicht be⸗
darf. Dieſer Jodocus Isenacensis war zwar Luthers Lehrer, allein erſt auf der Univerſität zu Er⸗
furt, wo er Profeſſor der Philoſophie war, als Luther 1501 dieſe Univerſität bezog. Daß dieſer Mann Anfangs großen Einfluß auf Luthers Bildung ausübte, ſpäter aber mit ſeinen theologiſchen Anſichten nicht einverſtanden war, iſt bekannt.—
Ob Wollgang Ostermeier oder Cappelmeier Lehrer Luthers an der hieſigen Schule geweſen ſei, iſt ſehr zweifelhaft. †) Kein Zweifel jedoch aber herrſcht über Johann Trebonius.) Daß dieſer aber Schulmeiſter oder Rector und nicht der einzige Lehrer an der Schule geweſen ſei, geht aus der bekannten Erzählung hervor, daß er, ſo oft er in das Lehrzimmer eingetreten ſei, ſein Baret abge⸗
*) Rebhan. p. 105., Paullini Annal. p. 125., Toppius p. 68., Koch Buch I. C. 5. Blatt 142. Letzterer er⸗ wähnt auch, daß das hie und da angeführte Diſtichon: Haec schola prima fuit tibi, sancte Luthere, magi- stra] Haec eadem nutrix, haec tibi mater erat, von Winer ſei, von welchem in der ausführlicheren Geſchichte der Schule die Rede ſein wird. Den erſten Vers citirt Heusinger Opusc. 45. ſo: Haec schola prima tibi, divine Luthere magistra. Ueber Luther, den Zögling der Eiſenacher Schule, haben drei Direktoren des Gym⸗ naſiums Programme geſchrieben: Heusinger de veteri schola Isenacensi, Lutheri magistra, 1743., Daniel Peucer:⸗ Eiſenach, Lutheri liebe Stadt, 1752., Eckhard de disciplina scholae Isenacensis Lutheri magistrae, 1772., außerdem noch Profeſſor Christian Köhler: Martin Luthers jugendliche Bil⸗ dung in Eiſenach, 1795.
) Dieſer Mönch ſchmachtete von 1496 an mehrere Jahre(vielleicht bis 1502) im Gefängniſſe(Heusinger. Opusc. p. 120.), weshalb Köhler l. c. pag. 8. nur einen mittelbaren geiſtigen Einfluß Hilten's auf Luther annimmt.
) Dieſer Meinung war Paullini p. 127. adn. 5) und Heusinger(Opusc. p. 31. 45.) ſelbſt, doch hat der letztere in dem Programme von 1749. Antiquissima studiorum litterariorum apud Isenacenses vestigia. P. II. dieſen Irrthum erkannt. Ausführlicher handelt darüber Eckhard in dem deutſchen Progr. von 1791. Einige Nach⸗ träge gab derſelbe in dem ebenfalls deutſchen Progr. vom 16. Septbr. 1792.
†) Rebhan. p. 107. Praeceptorem inter ceteros Lutherus habuit(nescio tamen num Isenaci, an alibi) Wolfgangum Oſtermeyer vulgo Cappelmeyer dictum, cuius canentis aures motae fuerunt, non sine singulari miraculo. Factus est autem tandem ille Ostermeyer Doctor Theologiae, Prior et Concionator abud Augustinianos Monachii Bavarorum ete. Beſtimmter Paullini p. 126., Anfangs auch Heusinger Opusc. p. 48., ſpäter aber p. 122. wegen Rebhan's Zweifel zu der Annahme geneigt, daß jener Mann als Auguſti⸗ nermönch Luthers Lehrer in Erfurt geweſen ſei. Löſcher Vollſtändige Reformations⸗Acta und Documenta (Leipz. 1720) Tom. I. S. 206. ſagt: Luther ſoll auch an der Eiſenacher Schule Wolfg. Oſtermeyern gehöret haben, welcher hernach Profeſſor Theologiä zu Wittenberg geworden, und darzu geholffen haben mag, daß Lutherus dahin kommen. Vergleiche dazu Förſtemann Album Academiae Vitebergensis p. 2., wo unter dem a. 1502. intitulatis nach vielen anderen Docenten der Univerſität einige fratres„reformatae congregacio- nis fratrum heremitarum S. Augustini“ und darunter„Frater Wolflgangus ostermayr de monaco eiusd. or- dinis et observanciae“ genannt iſt. Wo hätte er nun Luther's Lehrer ſein können?
†t) Paull. p. 125. Toppius S. 70. mit Juncker'’s Anmerkung S. 221., Heusinger Opusc, p. 48. u. p. 122.,
Peucer l. c. S. 3., Eckhard I. c. p. 2. adnot., Köhler S.
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