Jahrgang 
1844
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Auf dieſen Johann Trebonius alſo bezieht ſich das Lob, welches Luther ſeinem Eiſenachiſchen Lehrer ertheilte.*)

Eben ſo erfreulich lautet in Luther's Munde ein anderes Urtheil über die ganze Schule. Denn in den Tiſchreden(Ausgabe von Joh. Aurifaber, Eisleben 1566. S. 573.) ſagt er:Wir haben, Gott lob, Vniuerſiteten, die Gottes Wort angenommen haben, So ſind auch viel feiner Particular Schulen, die ſich wol anlaſſen, als Zwickaw, Torgaw, Wittenberg, Gotha, Eiſenach, Deuenter ꝛcr Sind feine Particular Schulen ſchier gleich den Vniuerſiteten. Doch zeigt der Zuſammenhang, daß damit dieſe Schulen nach Annahme der Reformation bezeichnet werden.

Dagegen an einer anderen Stelle klagt Luther, daß zu ſeiner Zeit die Schüler hart und rauh von ihren Lehrern ſeien behandelt worden, welchen Vorwurf Pfefferkorn(S. 364.) ohne Weite⸗ res auf die Eiſenacher Schule bezieht. Hören wir Rebhan S. 106.: Quamquam autem Lutherus ob(2) diligentiam et dexteritatem aliquam docendi in praeceptoribus suis commendavit, tamen etiam de Orbilianismo et crudelitate eorum fuit conquestus, qua perquam fuit meticulosus. Re- citat ipse de se puero(vel in patria adhuc vel lsenaci scholam frequentante) hanc historiolam(Tom. VI. Witeberg. Lat. in cap. 43. Genes. fol. 594.**)). Cum in eo tempore, quo in Ecclesia Natalis Christi celebratur, in pagis ostiatim decantaremus quatuor vocibus car- mina usitata de puero Jesu nato in Bethlehem, forte contigit, ut ad villam quandam extremis finibus pagi cuinsdam sitam accederemus. Inde prodibat rusticus, cum exaudisset canentes, et agresti voce quaerebat, ubi essemus, Wo ſeyd ihr Buben? proferens simul farcimina, quae erat donaturus. Nos vero ad horum verborum sonum ita expavimus, ut diffugeremus omnes, quan- quam nullam prorsus causam pavoris sciremus, et rusticus summa voluntate offerret farcimina, nisi forte animi assiduis minis et crudelitate Magistrorum, qua tum in scholasticos saevire so- lebant, perculsi facilius repentino tremore concuterentur. Tandem vero revocavit fugientes ac nos amoto metu accurrimus etc. Ob dieſer Vorwurf Mansfeld oder Magdeburg oder endlich Eiſe⸗ nach treffe, iſt nicht zu entſcheiden, ſoviel iſt aber gewiß, daß er von Luther nicht blos einer Schule gemacht worden ſei. Denn Rebhan fügt nach der angeführten Stelle noch eine andere hinzu, in welcher Luther die grauſame Härte der Schullehrer des 15. Jahrhunderts(wir wollen ſagen, die mön⸗ chiſche Strenge) gegen die Schüler tadelt und die Schulen carceres, die Lehrer tyrannos et carnifi- ces nennt. Doch gedenken wir lieber deſſen, was Luther zum Lobe unſerer Schule geſagt hat, und

*) Melanchthon. select, declamat, tom. IV.(Servest. 1586.) p. 498. seq.: Deinde in schola Isennacensi quadriennio audivit praeceptorem rectius et dexterius tradentem Grammaticen, quam alibi tradebatur. Nam huius ingenium memini a Luthero probari. In eam autem urbem missus est, quia mater in iis locis ho- nesta et veteri familia nata fuerat. Hic absolvit Grammaticum studium. Cumque et vis ingenii acerrima esset, et inprimis ad eloquentiam idonea, celeriter aequalibus suis praecurrit, et verbis et copia sermo- nis in loquendo, et in scribendo soluta oratione, et in versibus, ceteros adolescentes, qui una discebant, facile vicit. Degustata igitur literarum dulcedine, natura flagrans cupiditate discendi appetit Academiam etc. Die von Peucer I. c. angeführte Stelle, daß Luther Cicero, Livius Virgilius und andere Schriftſteller geleſen habe, bezieht ſich nicht auf ſeine Schulzeit, ſondern auf ſeinen Aufenthalt in Erfurt. S. Melanch- thon l. c. p. 499. Ob die griechiſche Sprache auf der Schule ſei gelehrt worden, iſt ſehr zweifelhaft. Me⸗ lauchthon wenigſtens ſagt p. 506. von Luther, nachdem er ſchon Profeſſor in Wittenberg und Doctor theo- logiae geworden war: Ipse etiam Lutherus Graecae et Ebraicae linguae studiis se dedere coepit, ut cog- nita sermonis proprietate et phrasi et hausta ex fontibus doctrina, dexterius iudicare posset.

*) Dem Unterzeichneten ſteht blos eine deutſche Ausgabe der Werke Luthers zu Gebote, worin die oben eitirte Stelle im XI. Bande S. 205. der Wittenberger Ausg. 1572. ſteht. Von dieſemPartekenſammlen ſpricht Lu⸗ ther auch in demSermon, das man Kinder zur Schulen halten ſolle(geſchrieben 1530, im 6. Bande der genannten Ausg. 1559. Blatt 342. Seite 2.):Man ſpricht und iſt die Wahrheit, der Bapſt iſt auch ein Schüler geweſt, Darumb verachte mir nicht die Geſellen, die für der thür, Panem propter Deum ſagen, vnd den brot reihen ſingen. Ich bin auch ein ſolcher parteckenhengſt geweſt, vnd hab das brod für den heuſern genommen, ſonderlich zu Eiſenach in meiner lieben Stad, wie wol mich hernach mein lieber Vater, mit aller lieb vnd trew, in der hohen Schulen zu Erffort hielt, vnd durch ſeinen ſauren ſchweis vnd arbeit dahin ge⸗ holffen hat, da ich hinkommen bin, aber dennoch bin ich ein partecken hengſt geweſt u. ſ. w.

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