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hülfsbedürftigen Knaben, wie ſolches zu Gotha geſchehe.*) Sie berufen ſich nun auf des Kurfür⸗ ſten Vertröſtung, daß er, wenn ſie beſſer für die Schule geſorgt haben würden, mit Steuer und Zu⸗ lage ſich gnädig erzeigen wolle.— Bald darauf, am 26. Juni, ſchrieb Menius von Mühlhau⸗ ſen aus**) nochmals an den Kurfürſten und meldete noch beſonders, daß der neue Rector zu Mi⸗ chaelis nach Eiſenach kommen wolle und daß das neu hergeſtellte und zum Schulgebäude eingerich⸗ tete Predigerkloſter noch vor dem Herbſte fertig werden ſolle. Er wiederholt die Beſtimmung der neuen Schule nicht zu einer bloßen Stadt⸗, ſondern auch zur Landesſchule und empfiehlt nochmals des Stadtrathes Geſuch um Unterſtützung.
Im Juli d. J. erhielt nun der Amtmann zu Wartburg, Chriſtoph von Harſtall, von Weimar aus den Befehl, über den Zuſtand des Kirchenvermögens zu Eiſenach, aus welchem auch die Beſoldungen der Schullehrer beſtritten wurden, genaue Erkundigungen einzuziehen und dann Be⸗ richt zu erſtatten. Wie dieſer ausfiel, iſt ſchon erwähnt. Bevor aber ein Beſchluß des Fürſten er⸗ folgte, kam an denſelben ein neues Schreiben des Superintendenten und des Stadtraths zu Eiſenach vom 7. Oktober, worin über die neue Geſtaltung der Schule Meldung gethan wird; es wird geſagt, daß der neue Schulmeiſter oder Rector, M. Bartholomaeus Rosinus, nun anhero gebracht ſei, daß ſie außer ihm noch drei„Geſellen“***) angenommen hätten, nämlich zwei Baccalauren und ei⸗ nen Cantor, daß im vergangenen Sommer die Schule hergerichtet worden ſei ſo, daß jede Klaſſe getrennt ſein, der Schulmeiſter mit ſeinen Geſellen, ſowie fremde Knaben ihre Wohnung darin haben, auch ein Oekonomus auf etliche Tiſche Küche halten könne. Doch ſei man nicht im Stande, ohne des Kurfürſten Beiſteuer die erhöhte Beſoldung und die Unterhaltung fremder armer Schüler zu beſtreiten.
Endlich gewährte der Kurfürſt von Torgau aus den 18. Oktober 1544 die ſo dringend erbetenen
ſters zu 65 fl., die des Baccalaureus und Cantors je zu 40 fl. angegeben; außerdem haben ſie ein nicht un⸗ bedeutendes Einkommen an Getreide. Der Pfarrer hat 100 fl., die übrigen Geiſtlichen 65.
*) S. Geſchichte des Gymnaſiums zu Gotha von Chriſt. Ferd. Schulze(Gotha 1824) S. 23:„Im Jahr
1534 ließ der Kurf. Johann Friedrich eine zweite General⸗Viſitation veranſtalten, die in Thüringen von Frie⸗
drich Myconius, Juſtus Menius, Georg von Wangenheim und Johann Cotta(oder
Köthe) Bürgermeiſter zu Eiſenach, vollzogen wurde. Darauf erfolgte(Eiſenach, Montags nach Mariä Heim⸗
ſuchung 1534) durch die Viſitatoren im Namen des Kurfürſten eine Verordnung, in welcher über die Art, wie
es mit der Verwendung und Verwaltung der verliehenen Kloſtergüter und Kloſtereinkünfte gehalten werden ſollte, mehreres verfügt war.“ Nachdem über Beſoldung und freie Wohnung der Kirchen⸗ und Schuldiener geſprochen, heißt es, daß armen Bürgersknaben, ſo nach Erkenntniß des Pfarrherrn und Schulmeiſters zum Studiren geſchickt ſeien, jährlich einem jeden 20 fl. zur Steuer gegeben werden ſollen.— Ferner wird S. 26. erzählt, daß Myconius 1513 eine Speiſung armer Schüler an zwei Tiſchen im Convictorio des Auguſtinerkloſters
veranſtaltet habe, endlich daß Kurf. Johann Friedrich auf ſeiner Rückkehr von dem Reichstage zu Speier im
Mai 1544 ſich einige Tage in Gotha aufgehalten und darauf am zweiten Pfingſtfeiertage 1544 zu Weimar
eine ausführliche Verordnung zum beſten der Kirchen und Schulen in Gotha erlaſſen habe. Hieher gehört, daß
das ganze Auguſtinerkloſter mit ſeinen Gebäuden, ſeinem Hof und Kornhaus für den obern und die unteren
Schulmeiſter, für die fremden Knaben und den gemeinen Tiſch, für die Wohnung des Hausvaters(Oeconomus)
und für die Lectorien oder Lehrzimmer beſtimmt bleiben und zum Unterhalte von 24 armen fremden Schülern,
die zu Gotha ſtudiren, jährlich 16 Malter Korn und 12 Malter Gerſte aus dem Amte Gotha gereicht, und ſo dieſelben, ſoweit es reiche, mit Brot und Bier verſehen werden ſollen. Die Aufſicht über dieſe Gabe, ſo wie üͤber dieſe Schüler ſolle der jedesmalige Superintendent führen und dazu bei ihrer Speiſung gegenwärtig ſein.
Siehe dazu des gelehrten Herrn Verfaſſers Bemerkungen S. 29.
Rebhan. p. 173: anno MDXLII. Menius de consensu Electoris Saxonici et Eeclesiae Isenacensis Mühlhu-
sium, in vicinam urbem imperialem, aliquamdiu se contulit, vocatus a Senatu eius loci, ut Ecclesiam
illam ad normam verbi divini a Papatn repurgaret et reformaret, quod sanctum opus magno studio ag- gressus brevi feliciter ad umbilicum perduxit. Concionem primam Evangelicam ibi habuit 14. Septembr.—
S. 190: Anno N. C. MDXLIV. in aestate Menius Isenacum reversus fuit.
⸗*) Schulze l. c. S. 24.: Die Namen Schulmeiſter und Geſellen rühren aus den Zeiten des Mittelal⸗ ters her, in denen alles, ſelbſt das Schulweſen, zunftmäßig betriebeu wurde. Eben daher ſtammte auch die Einrichtung, daß die unteren Schulſtellen nur auf ein Jahr vergeben wurden.“— Auch an der Schule zu Gotha wurde 1544 die Zahl der Lehrer um einen vermehrt und ſie hießen eben ſo, wie oben erwähnt: Schul⸗ meiſter(Rector), Ober⸗Baccalaureus, Cantor(Sangmeiſter) und Unter⸗Baccalaureus(B. infimus). S. Schulze S. 28. Der erſte Lehrer heißt auch ludi magister oder magister scholarium, der zweite hypodi- dascalus, Untermeiſter. S. Ileusinger. Opusc. p. 52. 105. 304.
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