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Tonna im Herzogthum Gotha)„Merkwürdiger und auserleſener Geſchichte von der berühmten Land⸗ graffſchaft Thüringen etc.“ Anno 1685. S. 363, wo es heißt:
„Eiſenach iſt auch eine feine Schul, ſo zur Zeit des Pabſtums zun Barfüſſern war, Anno 1532. aber in das Prediger⸗Kloſter gelegt wurde, darinn der erſte Rector nach der Reformation Petrus Avianus geweſen.“
Beide Angaben ſind ohne Zweifel veranlaßt durch Merian's Beſchreibung des Ober⸗Sächſ. Krey⸗ ſes oder topogr. Sax. super. Blatt 57. und 58. und verdienen nicht weiter beachtet zu werden, um ſo weniger, da Merian ſelbſt, wie Juncker bemerkt, Blatt 51. meldet, das Kloſter ſei 1554 in eine Schule verwandelt worden. Vielleicht iſt dies letztere ein Druckfehler ſtatt 1544.
Doch das Zeugniß der zuverläſſigſten Chroniſten, die oben angeführt ſind, tritt zurück vor dem Gewichte authentiſcher Urkunden. Zu ſolchen gelangte der Verfaſſer dieſer Nachrichten aus dem Groß⸗ herzogl. Geheimen Staats⸗Archive zu Weimar*) durch die Gnade des Hohen Staats⸗Miniſteriums, zweites Departement, welches auch mit der Liberalität, mit der es wiſſenſchaftliche Beſtrebungen zu fördern gewohnt iſt, die Erlaubniß gewährt hat, dieſe Urkunden hier abdrucken zu laſſen. Dieſe Aktenſtücke ſind folgende.
I.
Dem Durchleuchtigſtenn vnd Hoachgebornenn fürſtenn vnd Herrn Herrn Johann Friederich, Herzogen zu Sachſſenn, des heiligen Reichs Erzmarſchatln vnnd Churfürſten, fandgrauen jnn Daringen, Marg- grauen zu Meiſſen, vnnd burggrauenn zu Magdenburg, Unſerm gnedigſten Herrn.
Zu Irer cf. gn. eigen Hannd.
Durchleuchtigſter vnnd Hochgeborner Churfürſt, vnnſere vnderthenige verpflichte vnd gannz willig Diennſt, ſeindt Eweren churf. gn. innallewege Zuuoran bereit, Gnedigſter Her, Ewer cf. gn. gnedigſt ſchreibenn vf vnſer vnderthenigſt ſuechen, belangend unſere ſchuel, erfolgt, darinn gnedig vermelt wirt wie Ew. cf. gn. bericht ſeindt, das wir vnſere ſchuel mit perſonnenn, dermaſſen ſollenn beſteln, das darjn mer die freuntſchaft ezlicher, dann der Jugent nuz bewacht, welchs Ewern cf. gn. zu miffalen reiche vnnd dero⸗ halbenn gnedigs Bedenkenn haben, etwas darzu Zunerordnen, habenn wir jin gebürlicher vnderthenigkeit empfanngen vnnd ſambt fernerem einnhalt hoern leſen, moegenn uns gnedigſter Her nit genugſam verwun⸗ dern, was doch ſoelche anklegere zu dieſer ſchwern vnnd gferlichen verunglimpfung geurſacht, ſo das wi— derſpil offentlichenn am tag, wir auch jezt noch vor dieſer zeit nicht allein, ſondernn allewege ein jeder pfarher mit vns die ſchuel zu beſtellen gehabt, weil vns dan ſoelchs zu groſſenn vngenadenn vnd gemei ner bürgerſchafft jrer kinder halber zu ewigem nachteil gereichenn will, Erfordert die hohe noturft vnn⸗ ſere vnſchult darzuthun, Bithenn Derohalbenn höchſtes vnderthenigen vleis dieſelbe gnedigſt Zuhoernn, Welcher gſtalt vnnſer ſchuel einzeit lang vnd bis vfs negſt verſchinenn jar mit ſchuldienern verſehenn ward, Iſt zuerzellenn ane noth, Nachdem wir wol achtenn kunen, das dieſe beſchuldigung allein dieſenn jezi— genn vnſern ſchulmeiſter als ein burgerskind mit namen Hennrichen Mertenn belange, vmb denſelbenn hat es dieſe gſtalt vnnd gelegenheit, Als mann jnne vor etlichenn Jarn inn vnnſer ſchuel Ann der Lahr ſo weit gebracht, das er an beſonnder Inſtitution die vniuerſitet kundt beſuechenn, ward er mit einem ſtipen⸗ dio vonn vnns gefordert vnd gegen Wittenberg verſchickt, Daſelbſt er fünf jar lang geſtanndenn, der Lahr vnnd gutenn künſtenn mit allem ernſt vnnd vleis, als ime des etliche herrn vnnd auch die gannze vniuerſitet mermals gezeugnus an vns gegeben, nachgeſazt vnnd ſich darinn geuebt, Inn dem ward die Condition eins ſchulmeiſters alhie verledigt, vnnd wir vonn bemelts Henricen vaternn Erſucht, ſeinenn ſohn vfzunemen. Nun iſt es nit ane von vns ward obangezeigt des ſchulmeiſters guthe zeugnus ſeiner Lahr vnnd geſchicklichkeit betracht, Bedachten auch, da er gefordert wurde, Es ſoltet ein ſondere Vrſach vnnd anreizung der burgerſchaft, jre kinder deſto vleiſſiger vnd ſtatlicher zu der ſchuel zuhaltenn, gebenn, herwiderumb auch, ſo wir vber der eldern biten einenn frembdenn vorzihen ſolten vnnd doch dieſer für genugſam erkannt werden moecht, die burgerſchaft würde vns ſoelchs verweißenn vnnd daraus allerlei nach⸗ teil erwachſenn, Derohalben vereinigten wir vns mit vnnſerm pfarhern, welchem die ſchuel zubeſtelen vnns gleich bevohlen vnnd geburt, beſchriebenn jnngeſampt denn Wolgelartenn vnnd Achtbarnn philipum Me⸗
*) Es iſt mir eine angenehme Pflicht, Herrn Geheimen Staatsarchiv⸗Secretär Kreuter in Weimar hier öffent⸗ lich herzlichen Dank auszuſprechen für die vielfachen Bemühungen, denen er ſich bei Aufſuchung der auf die Ge ſchichte des Eiſenachiſchen Gymnaſiums bezüglichen Akten unterzogen hat.


