Jahrgang 
1844
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Gymnaſiis bisher die Gewohnheit obferviret worden, daß das Andenken von eines ieden Stiftung alle 100. Jahr mit einem ſo genannten Jubilaeo gefeyert und mit allerhand ſchriftlichen, auch wohl ſilbernen und güldenen Denkmalen erneuert worden:(wie man denn ſelbſt auf hieſigem Gymnaſio in a. 1709. ein dergleichen Dankfeſt zum Gedächtniß des 1609. von Herzog Johann Ernſt geſtifteten Schulſtipendii gehalten) ſo leben wir ſämtliche Collegen an demſelben des unterthänigſten Vertrauens, es werden Ihro Herzogl. Durchlauchtigkeit, unſer gnädigſt regierender Landesfürſt und Herr, Sich gnädigſt gefallen laſ ſen, dieſes unter Dero beglückten Regierung erlebte zweyhunderte Jahr Dero Fürſtl. Eiſenachiſchen Gym- naſii auf gleiche Weiſe zu ſolenniſiren, und bei demſelben auf bemeldeten Tag des 18. Octobris ein ſogenanntes Schuläubilaeum anzuordnen, welches zwar in Anſehung der allererſten Stiftung in a. 1725. hätte begangen werden ſollen, aber weder damals noch vorhero 1625. gehalten worden. Damit nun von Dero gnädigſten Willen wir deſto eher verſichert werden mögen, ergehet an Eu. Hochwol⸗ und Wol⸗ gebohrne Excellenzien, HochEdelgebohrnen, Hochwürden und Herrl. hiedurch mein unterthänig gehorſam⸗ ſtes Bitten, es gelieben Dieſelbe dieſe ſo erfreuliche Angelegenheit unſerer Schulen an Ihro Herzogl. Durchlauchtigkeit mit einem favorablen voto gelangen, und was ſodann gnädigſt reſolviret werden möchte, zu unſerer unterthänigſten und zeitigen Nachachtung publiciren zu laſſen. Wenn mir erlaubet, nach dem, was anderwärts bereits in dergleichen Fällen beliebet worden, einen unvorgreiflichen Vorſchlag zu thun, ſo könnte dieſes jubilaeum alſo gefeyert werden, daß den 18. Octobris, ſo dißmal ein Sonntag, gel. Gott, die öffentliche Predigt darauf gerichtet, ſo dann folgenden Montags, Dinstags und Mittwoche einige Actus im Gymnaſio gehalten würden, da Montags Director und Conrector perorirten, Dins⸗ tags einige Schüler dergleichen thäten, den letzten Tag aber ein Actus disputatorius den Beſchluß ma⸗ chete. Wie nicht zweifele, es werde dergleichen Solennitæt zur Ehre Gottes und Aufnahme des Gym- nasii eingerichtet werden können, wenn dabei keine der Jugend ſchädliche Freyheit verſtattet wird: alſo werde meines wenigen Orts dazu alles möglichſte pflichtmäßig beytragen, der ich in unterthäniger Erwar⸗

tung gnädigen Befehls und gehorſamſten Reſpect verharre Eu. u. ſ. w. Eiſenach unterthänig gehorſamſter den 6. Julii 1744. Joh. Michael Heuſinger,

Gymnal. Director.

Zum beſſeren Verſtändniſſe dieſes Berichtes und des darin ausgeſprochenen Wunſches um Veran⸗ ſtaltung einer Jubelfeier im Jahre 1744 diene vor der Hand, ehe die umfaſſendere Geſchichte der Schule in einer ſpäteren beſonderen Abhandlung wird behandelt werden, nur

Das genannte Jahr 1544 iſt nicht das Jahr der Gründung der Schule, aus welcher im Ver⸗ laufe der Zeiten das Gymnaſium hervorgegangen iſt; dieſe Schule iſt viel älter. Früher glaubte man allgemein, dieſe Schule, deren Zögling Luther war, habe zu dem ehemaligen Franciskaner⸗Kloſter gehört. Johann Michael Heuſinger, welcher im Anfange gleicher Meinung geweſen war, hat, nach⸗ dem er mit größtem Eifer und wärmſter Liebe der Geſchichte der Schule, deren trefflicher, hochgelehr⸗ ter und berühmter Direktor er war, nachgeforſcht hatte, jene Anſicht mit größter Entſchiedenheit zu⸗ rückgewieſen. Das Reſultat ſeiner Unterſuchungen war folgendes:

Eiſenach hatte in früherer Zeit drei Parochialkirchen, zu Unſerer lieben Frauen oder das Marien⸗ ſtift, zu St. Nicolai und zu St. Georgen. Mit dieſen 3 Parochialkirchen waren Schulen verbunden.

das Wenige.

iſt hervorgegangen aus der alten Schule zu St. Georgen. Da dieſe Kirche zu Ende des 12. Jahrhunderts ug des 13. Jahr⸗

dificationem coeptam concesserim. Firmant coniecturam meam principis litterae ad Henricum Monachum (Moennich), Thuringiae quaestorem, die Saturni post Galli, hoc est ali qduanto post idus Octobres datae. quibus praeceptorum Isenacensium salaria augentur etc. In den beiden Berichten an das Hochfürſtl. Conſiſtorium entſcheidet er ſich für den 18. Oktober. Um ſo befremdender iſt, daß er in dem Programme vom 4. April 1745(Opusc. p. 308.) davon wieder abweicht. Seine Worte ſind: Idemque (Kurfürſt Johann Friedrich) die Saturni a die Galli proximo, qui eo anno erat Octo bris XXI., pristinis praeceptorum salariis annuos florenos quindenos, frumenti modios quinos Erfurtensis men- surae adiecit, ab Henrico Monnich, Thuringiae et Vogtlandiae quaestore, praebendos. Es iſt aber kei⸗ nem Zweifel unterworfen, daß es der 18. Oktober geweſen ſei.

der dini tiam etsi

suor quoc set! 4. M blieb Harf und terſte keit nach

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