Jahrgang 
1839
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immer im Auge zu behalten, um deſſen Willen er das Gymnaſium beſucht, und ſeinen Leichtſinn nicht damit zu entſchuldigen, daß ihm noch Zeit genug übrig ſei zum Lernen und Beſſerwerden. Auch an die Aeltern und Vormünder unſerer Schüler richten wir die herzliche Bitte, ſich mit den Lehrern zu vereinigen in Bekämpfung der Vergnügungs⸗ und Zerſtreuungs⸗Sucht, jener verderb⸗ lichen Frühreife, an welcher unſere Jugend ſo ſehr leidet. Die Schule findet in der Strenge der häuslichen Zucht ihre beſte Stütze, ſie kann nur ausbeſſern, aber nie erſetzen, was zu Hauſe verſäumt worden iſt. Von Manchem, was ſich in der Schule zeigt, tragen allein die Aeltern die Schuld; man bürdet der Schule zu viel auf, wenn man in ſittlicher Beziehung Alles von ihr ver⸗ langt. Es wäre ſehr ſchlimm, wenn wir nicht Schüler hätten, die durch Fleiß und Sittlichkeit ſich auszeichnen, die wir ihren Mitſchülern als Muſter aufſtellen können. Andere aber ſäumen noch das Beſſere zu ergreifen. Mögen dieſe nicht ſich der ganzen Strenge der Geſetze ausſetzen, wie ſie das Beſte der Schule verlangt. Möge es doch dahin kommen, daß die Cenſurbücher, die ſeit Michaelis vorigen Jahres eingeführt ſind, eine Reihe guter Cenſuren für jeden Schüler ent halten, die ihm noch in ſpäten Jahren eine der ſchönſten Erinnerungen ſeiner Jugendzeit ſeien! Mögen wir Lehrer dagegen nie den Schmerz haben, den Namen eines unſerer Schüler in das ſchwarze Buch eingetragen zu ſehen!

Am Schluſſe dieſer geſchichtlichen Notizen iſt noch Einiges zu bemerken, was der Schule ſehr erfreulich war. Am 3. Februar vorigen Jahres hatten wir zum erſten Male die Ehre, Herrn Oberkonſiſtorial⸗Präſidenten und Ritter Peucer in dem Gymnaſium zu ſehen. Dieſer Lehrer und Schüler aufmunternde Beſuch wiederholte ſich im Verlaufe des Jahres mehrere Male. Aber auch andere Beweiſe gab uns dieſer hochverehrte Chef der vereinigten Landes⸗Oberkonſiſtorien, wie ſehr ihm das Gedeihen der Schule am Herzen liege und welches Wohlwollen er gegen die Lehrer derſelben hege.

Am 2. Februar dieſes Jahres feierte das Gymnaſium zum erſten Male das Geburtsfeſt Sr. Königlichen Hoheit, unſeres gnädigſten Großherzogs, in einem Rede⸗ und Deklamations⸗Aktus, welcher dem Direktor beſondere Veranlaſſung gab, die Geſinnungen ehrfurchtsvoller Treue und Dankbarkeit gegen den Landesfürſten den Schülern zu empfehlen mit Hinweiſung auf das, was das Gymnaſium in dieſem Jahre der Gnade Sr. Königl. Hoheit zu verdanken hat. Dieſe Feier wurde erhöht durch die Anweſenheit des Herrn Präſtdenten Peucer, welcher in einer Rede zunächſt die Bedeutung des Feſtes erläuterte und dann gewichtige Worte über den Werth der altklaſſiſchen Studien ſprach.

Wichtigſte Verordnungen und Bekanntmachungen des Großherz. Hochpreißlichen Oberkonſiſtoriums.

Vom 23. Februar 1838: betr. die Höchſte Genehmigung der Verbindung der Selecta mit Prima, der Steigerung des wiſſenſchaftlichen Standes ſämmtlicher Klaſſen, der Aufſtellung eines neuen Lektionsplanes, der Uebertragung des geſammten mathematiſchen Unterrichts an den Lehrer Mahr, der Annahme ſtrenger Grundſätze auch für die Zulaſſung zu den unteren Klaſſen, der un bedingten Theilnahme aller Gymnaſiaſten an dem lateiniſchen und resp. an dem griechiſchen Sprachunterrichte, der Abhaltung von Haupt⸗ und Klaſſenprüfungen in der Weiſe, daß hierbei die Lehrer, bezüglich der Direktor hauptſächlich thätig iſt, daher auch die Ertheilung der Cenſuren mehr in die Hände des Direktors zu legen iſt, wogegen die Ephorie überall mehr aufſehend und leitend einzuwirken hat; endlich der Uebertragung der Maturitätsprüfungen und Maturitätszeug niſſe an das Lehrer⸗Kollegium, ſo daß der Ephorus ſolchen Prüfungen beizuwohnen und die Ma⸗ turitätszeugniſſe mit zu unterſchreiben hat. Zugleich wird die Direktion aufgefordert, einen gut⸗

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