Aufsatz 
Pestalozzi als Mensch, Staatsbürger, Dichter und Erzieher, mit seinen eigenen Worten geschildert, Lesefrüchte aus seinen Werken / von J. F. E. Meyer, Rector
Entstehung
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36 aus, und ſchließt ſich der von Herrn Dr. Panſch in dem Programm von 1848 gegebenen Geſchichte der Eutiner Schule bis zum Jahre 180 4 als Fortſetzung an.

Am 15. Februar d. J. ſtarb im 58ſten Lebensjahre Johann Georg Peterſen, zweiter Oberlehrer der hieſigen Bürgerſchule und Organiſt an der Schloßkirche.

Er ward am 30. Auguſt 1792 zu Ladelund im Amte Tondern, wo ſein Vater Lehrer und Küſter war, geboren. Noch vor ſeiner Confirmation verlor er ſeinen Vater. Sowohl eigene Neigung, als auch des Vaters Vorgang beſtimmten ihn, ſich dem Schulfache zu widmen. Gern nahm der mittelloſe, auf eigene Kraft angewieſene Jüngling die Stelle eines Unterlehrers an, die ſich ihm an der Hauptſchule zu Sterup in Angeln darbot: ſie befriedigte das doppelte Bedürfnis des Unterkommens und der Vorbildung für den gewählten Stand. Er bekleidete dieſes Amt von Michaelis 1809 bis dahin 1811 zu großer Zufriedenheit ſeiner Vorgeſetzten, welche in ihren Zeugniſſen alle die Tugenden an ihm rühmen, die er auch unſerer Schule faſt ein Menſchenalter hindurch bewährt hat. Im 19ten Lebensjahre, Michaelis 1811, ward er in das Seminar zu Tondern aufgenommen. Die Koſten gewann er theils durch Ertheilung von Privatſtunden, theils ſtreckte ihm ein Verwandter eine Summe vor, die er demſelben unter Entbehrungen von hier aus erſtattet hat. In der Prüfung, die er nach dreijähriger Lehr- und Übungszeit Michaelis 1814 beſtand, erhielt er den Charakter:mit ſehr rühmlicher Auszeichnung. Er war darauf 2 ½ Jahre lang Lehrer der Kinder des Predigers Peterſen zu Buhrkall, 1 ½᷑ Jahr in gleicher Eigenſchaft in der Steinſchen Familie zu Flensburg und bis Juni 1820 bei dem Hauswirth Creutzfeld zu Offendorf. Mit Johannis 1820 übernahm er die Stelle eines Gehülfen und 2ten Lehrers an der Schule zu Arensboek. Michaelis 1821 wurde er in Folge einer neuen Regulirung der Eutiniſchen Schulverhältniſſe zum Elementarlehrer an der hieſigen Bürgerſchule ernannt. Dieſe beſtand damals nur aus 3 Klaſſen, 2 Oberklaſſen mit getrenntem und einer Elementarklaſſe mit gemiſchtem Geſchlecht der Kinder. In dieſen Klaſſen unterrichteten: ein Oberlehrer nebſt einem Gehülfen und ein Elementarlehrer. Peterſen erhielt 16 Lehrſtunden in der Mädchen⸗, 10 in der Elementarklaſſe. Sein Schulgehalt betrug damals 200/ nebſt Holzbedarf. Im Herbſt 1826 verheirathete er ſich mit Eliſe, Tochter des Hof⸗Uhrmachers, Herrn Walther. In Folge eines neuen Schulregulativs erhielt er 1829 den Küſterdienſt an der Stadtkirche, wurde aber ſtatt deſſen, nach Vereinbarung, zum Organiſten an der Schloßkirche beſtellt. 1836 erhielt er 60 Zulage aus der Schuleaſſe gegen Verzicht auf das Schulgeld von auswärtigen Schülern, ſo wie das Prüdicat eines Oberlehrersin Betracht ſeiner 15jährigen treuen Dienſte.

Der Verewigte hinterläßt den wohlverdienten Ruf eines rechtſchaffenen Mannes und eben

ſo geſchickten als pflichttreuen Lehrers. Das Leben hatte ihm ſchon zu einer Zeit ſeinen Ernſt