Aufsatz 
Pestalozzi als Mensch, Staatsbürger, Dichter und Erzieher, mit seinen eigenen Worten geschildert, Lesefrüchte aus seinen Werken / von J. F. E. Meyer, Rector
Entstehung
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Seinigen haben ihm ſeine Leiden, denen er ſelbſt mit Geduld und Faßung entgegenürfte, ſo viel als immer geſchehen konnte, erleichtert.

Es überleben ihn ſeine Gattin, drei Söhne und fünf Töchter.

Die von König während ſeines Aufenthalts in Eutin erſchienenen Schriften ſind:

Cl. Claudiani quae exstant recensuit perpetuaque adnotatione illustravit G. L. K. Tom. I. Gottingae 1808. 8 mai. Dieſer erſte Theil des Claudian bildet den 8. Band einer von der Dietrichſchen Buchhandlung unternommenen Geſammtausgabe der römiſchen Dichter. Da das Unternehmen des Verlegers ſtockte, ſo blieb Königs Ausgabe unvollendet.

Supplementa in Euclidem. Hamburgi 1809. 4 mai. Die Schrift iſt dankende Ent⸗ gegnung auf das Ehrendiplom der philoſophiſchen Doctorwürde.

8 Schulprogramme: 1) De humanitatis cultu nulla ratione impediendo. 1822. 2) De Horatii Epistola Libri primi sexta. 1826. 3) Libri tertii Ciceronis de finibus bonorum et malorum caput quintum et sextum explicuit G. L. R. 1828. 4) Num theologiae Graecae origines ex Aegypto sint repetendac. 1830. 5) Explanatio loci in Platonis dialogo, qui inscribitur Meno, Ed. Bipont. Vol. IV. pag. 362. 1843.

In ſeinem Nachlaße hat ſich handſchriftlich eine in frühern Jahren verfaßte deutſche über⸗ ſetzung des Apollonius Pergaeus von den Kegelſchnitten und aus neuerer Zeit ein für Bürger⸗ ſchulen beſtimmtes mathematiſches Lehrbuch vorgefunden.

König war von weichem, leicht beweglichem Gemüth und mit ſeinem Blick immer mehr vor als rückwürts gewendet. über Unannehmlichkeiten und Leiden zu brüten oder ſich wortreich auszuſprechen, iſt nie ſeine Sache geweſen. Als das Alter ihm ſchweres Siechthum brachte, wehrte er um ſo mehr ergreifenden Eindrücken, die etwa die Sorgſamkeit ſeiner Gattin und Kinder nicht an ihm hatte vorüberführen können. Seine Lieblingsſtudien brachten ihn am leichteſten darüber hinweg. Im ſtillen Studierzimmer, im wohlbekannten Sorgenſtuhle fand man ihn in guten und böſen Tagen einen Klaſſiker ohne großen gelehrten Apparat in der Hand, oder am Seitentiſche, über den er ſich vom Lehnſtuhle aus unbequem genug hinbeugte, mit einem mathematiſchen Probleme beſchäftigt. Gern brach er ab, wenn ein Bekannter einſprach und das lebhafteſte Geſpräch folgte auf das einſame Studium. Eine Eigenthümlichkeit Königs war es, daß er, um den Trank aus dem Quell ſich nicht zu trüben, wenig oder gar keine gelehrten Zeit⸗ ſchriften las; unterhaltende kamen erſt an die Reihe, als ernſte Beſchäftigung ihm peinlich wurde.

Sein geſunder Sinn und das Beiſpiel des Elternhauſes haben ihn das ganze Leben hindurch gegen geiſtloſe und ſeichte Zweifelſucht in religiöſen Dingen geſchützt. Es widerſteht dem geſunden Gefühle, die zarteſte Blüthe des menſchlichen Gemüths wie in ein Pflanzenſyſtem einzuordnen: ſonſt ließe ſich für Königs religiöſen Standpunkt ein leidlich paſſender Name wohl finden. Die Grundſätze und Glaubenslehren, welche mit dem Bedürfniſſe ſeines Herzens ſtimmten, und in deren Lichte ihm die ſcheinbaren Widerſprüche der Erſcheinungswelt und ihre Räthſel ſich am