Aufsatz 
Pestalozzi als Mensch, Staatsbürger, Dichter und Erzieher, mit seinen eigenen Worten geschildert, Lesefrüchte aus seinen Werken / von J. F. E. Meyer, Rector
Entstehung
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bekannt zu machen, copirt ſofort eine Landſchaft, zeigt ſie dem Künſtler vor, der ſich beifüllig erklärt, zu Übungen ermuntert und mit Nath und That unterſtützt. So iſt eine Reihe von 32 zum Theil großen Landſchaften in Gl, und faſt eben ſo viel Aquarell-Bildern entſtanden, welche die Wände des Rectorats ſchmückten und jetzt als erwünſchtes Andenken unter ſeine Kinder ver⸗ theilt, zum Theil hier bleiben, zum Theil in die Ferne wandern. Die Liebe und das Talent zur Malerei hat der Verſtorbene mit ſeinem Lebensberufe und ſeiner Berufswißenſchaft auf einen ſeiner Söhne, den Conrector Dr. König zu Jever vererbt.

Dieſe Neigung zu der darſtellenden Kunſt hing mit ſeiner Liebe zur Natur zuſammen. Nahete der Frühling, ſo entdeckte nicht leicht einer ſeine Boten früher als König. Der feinen Blüthe der Haſelſtaude und der des Schwarzdorns ſpürte er auf ſeinen täglichen Spaziergängen nach, bis er ſie endlich hatte; dann verkündigte er froh die Entdeckung den Seinigen, ſagte auch wohl den Frühling förmlich in ſeiner Klaſſe an. Bewegung im Freien war ihm Bedürfnis. In ſeiner beſten Zeit brachte er die freien Nachmittage in ländlicher Umgebung zu; gewöhnlich beglei⸗ tete ihn dabei die Taſchenausgabe eines Klaſſikers. Er war kurzſichtig mit ſcharfem Auge in der Nähe, ſo daß er auch noch im hohen Alter kleine Schrift ohne Glas zu leſen vermochte.

Im Jahre 1810 bekam er eine Gehaltszulage von 200. Im Jahr 1817 erhielt er unter Heinrichs Decanat bei Gelegenheit des Reformations⸗Jubiläums von der philoſophiſchen Fakultät in Kiel das Ehrendiplom der Doctorwürde. 1821 wurden die bisherigen baaren Einkünfte des Rectorats nebſt dem Schulgelde, wovon ihm nur ein Theil deſſen, was auswär⸗ tige Primaner bezahlten, verblieb, zur Schulcaſſe gezogen und ſein Gehalt auf 800 nebſt freier Dienſt⸗Wohnung und Feuerung feſtgeſetzt. 1834 im Auguſt wurde er zum Director er⸗ nannt und ihm der Charakter eines Hofraths verliehen. Dieſer Titel iſt neuerdings mit dem eines Schulraths in Folge geſetzlicher Beſtimmungen vertauſcht worden.

Um dieſe Zeit hatten ſich bereits früher erlittene Krankheitsanfälle in ſo anhaltender Hef⸗ tigkeit wiederholt, daß ſie ſein Schulleben ſtörend für ihn und die Anſtalt unterbrachen; er ward um Michaelis 1834 von der Verpflichtung des Unterrichts entbunden und ihm nur noch das Recht auf Theilnahme an der obern Leitung der Schule ausdrücklich vorbehalten, ſo wie er auch das volle Einkommen, einſchließlich des Schulgeldes, behielt. Er ertheilte noch einige Jahre zu⸗ erſt 4, dann 2 wöchentliche Lehrſtunden in Prima, bis zunehmende Kränklichkeit auch dies un⸗ möglich machte.

Im Jahr 1842 feierte er ſein funfzigjähriges Amtsjubiläum, über welches anſprechende Feſt wir in unſerm Schulprogramm von 1843 berichtet haben.

Sein letztes Krankenlager war langwierig und ſchwer. Er liebte das Leben, lange hegte er die Hoffnung der Geneſung, aber er wies den Gedanken an den Tod nicht zurück. Selten verließ ihn ſeine gewohnte Heiterkeit. Dieſe und die aufopfernde Liebe und Sorgſamkeit der