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Weiſe wieder an, der dann auf ſeine Bitte die Alten mit ihm las. Als den Prinzen das Geſchick nach Rußland zu einem hohen Poſten rief, eine Veränderung ſeiner Lebensweiſe, die ihm nur ſein eheliches Glück erträglich machen konnte, erfreuete es ihn, ſich ſeiner Jugendjahre im ſchrift⸗ lichen Geſpräche mit ſeinem Lehrer zu erinnern, bis er 1812, ein Opfer ſeiner menſchenfreundlichen Fürſorge für Lazaretkranke, am Typhus ſtarb. In ihm verlor König einen ihm mit großer Innigkeit ergebenen Freund; er empfand dieſen Verluſt ſchmerzlich. Der Prinz war bei aller Neigung und allem Talent zur Poeſie von ſeinem frühern Inſtructor lange ohne Kenntnis der Meiſterwerke der deutſchen Poeſie gelaßen und hatte Schiller zu einer Zeit noch nicht geleſen, wo andre Jünglinge in ihm leben und für ihn ſchwärmen. König wirkte hier ergänzend; das Verſäumte war bei der Lebhaftigkeit, womit ſich das Bedürfnis geltend machte, bald nachgeholt. Der Prinz machte überſetzungen aus den Alten und ſelbſtändige Verſuche in der Mutterſprache, von denen zwei Bändchen Gedichte die Frucht ſein mögen, die 1810 und 1813 in Rußland, mit Vignetten von der Hand ſeiner Gemalin geziert, anonym als Mannſcript für Freunde gedruckt ſind. Von Königs eignen poetiſchen Verſuchen iſt nur Epigrammatiſches in lateiniſcher und deutſcher Sprache bekannt. Dergleichen findet ſich in den Ratzeburgiſchen literariſchen Blättern von 1809 und 1810; anderes enthalten die jetzt im Schloße zu Oldenburg befindlichen, auch von Göthe in ſeinen Werken und einer geiſtvollen Dichterin handſchriftlich gloſſirten Tiſchbeinſchen Mappen als unterſchrift und Deutung der niedlichen, ſinnvollen Aquarell⸗Bilder, in denen der Dichter⸗Maler ſeinen poetiſchen Gedanken eine Geſtalt gab.— In gelehrtem Briefwechſel ſtand König mit Heyne, Ahlwardt in Oldenburg, Gurlitt in Hamburg, Kunhardt in Lübeck, Heinrich in Kiel, ſpäter in Bonn, A. W. Cramer und Dahlmann, damals in Kiel. Er hat dieſe Correspondenz mit andern ſeiner Papiere vernichtet. Er war kein Freund von Brieſwechſeln und Mémoires d'outre Tombe. Voß lernte er, da derſelbe im Jahre 1817 zum Beſuch in Eutin war, perſönlich kennen und ihre verſchiedene Stellung zu Heyne war beiden kein Hindernis, ſich in herzlicher Achtung die Hand zu reichen. Berührungspunkte boten damals beſonders die Anti⸗ ſymbolik und die bald hernach im Sophronizon ausgebeuteten holſteiniſchen Zuſtände. König ſchickte an Voß als Gaſtgeſchenk eine Ausſicht vom Agneswerder(einem Seeplätzchen im Garten des Rectorats), die er für ihn gemalt, nach Heidelberg, welche„Erinnerung an alt⸗Eutiniſche Gartenfreuden“ Voß durch überſendung ſeiner neueſten Arbeiten freundlichſt erwiderte.
König war lange Zeit täglich einſprechender Hausfreund des Tiſchbeinſchen Hauſes; zwei ſo originelle Männer mußten ſich anziehen. Aber er wünſchte nicht bloß Kunſtanſichten und Gedankenbilder von ſeinen Beſuchen heimzubringen, ſondern auch das Eigenſte des Künſt⸗ lers, ſeine Kunſtfertigkeit. So trat er denn eines Tages vor Tiſchbein hin mit der Bitte, ihn mit der Technik der Hlmalerei bekannt zu machen. Der Meiſter, bedenkend, daß grade dieſe Gattung einem viel beſchäftigten Dilettanten am wenigſten eignet, der nur in Unterbrechungen malen kann, wies ihn zurück. Da weiß ſich König anderweitig mit der Behandlung der Farben


