— 14—
Am Schluß dieſer Ausführungen möchte ich ein ernſtes Wort an die Jungmannen und die, die es werden ſollten, richten: Unſere jetzige Seit iſt außerordentlich ſchwer. Der größte Teil von Deutſchlands kampffähiger Jugend iſt draußen an der Front. Es wird nicht lange dauern, ſo werden die Jüngeren, die in dieſem Jahre Kchtzehnjährigen, unter des Raiſers Fahnen gerufen werden. Mit heuchleriſchen Worten und unter dem Deckmantel der Friedensliebe haben unſere Feinde unſer ehrliches Friedensangebot zurückgewieſen. Sie haben jetzt die Maske fallen laſſen; ihr Ziel iſt die Niederwerfung Deutſchlands und ſeiner Verbündeten. Tiefernſt iſt die Stunde. Die ganze Welt ſteht gegen uns. Jungmannen, ſeid eingedenk der heiligen Verpflichtungen, die ihr dem Vaterlande ſchuldet! Wappnet euch zum letzten Kampf mit unſeren unerbittlichen Feinden! Ihr ſeid die hoffnung Deutſchlands; laßt dieſe Hoffnung nicht zuſchanden werden, ſondern geht in die Vorſchule der militäriſchen Vorbereitung! Jetzt gilt das Wort, das 1813 durch alle deutſchen Lande ſcholl:„Das Volk ſteht auf, der Sturm bricht los!“ Jetzt geht
es hart auf hart. Prof. Schmitt, militäriſcher Leiter des Bataillons.
Die Sammeltätigkeit unſerer Schüler.
Vom Beginn des großen Weltkrieges bis zur heutigen Stunde ſtehen ſich nicht nur die feindlichen Heere als die Beſchützer ihrer Dölker, ſondern auch dieſe ſelbſt„Dolk wider Volk“ gegenüber. Was Wunder, wenn da auch die Schuljugend zu ihrem Teile mithelfen will und tatkräftig mithilft, das deutſche Daterland zu beſchirmen und zu beſchützen. Rein Ruf iſt an die Schuljugend ergangen, ohne daß dieſelbe ſofort dem Rufe gefolgt wäre. Auch die Schüler unſerer Anſtalt haben friſch und froh dort zugegriffen, wo man ihre hilfe in Anſpruch genommen hat. Welche rbeit ſie auf dem Gebiete des vaterländiſchen Jugendhilfsdienſtes in den erſten Kriegsjahren geleiſtet hat, iſt in den früheren Jahresberichten für alle Zeiten feſtgehalten. Auch in dieſem Jahre haben ſie darin gewett⸗ eifert, ſich der heldentaten ihrer Väter und Brüder wert zu erweiſen.
Die Jagd auf die„Goldfüchſe“ wurde fortgeſetzt und manch ſtattliche sSumme dem Goldbeſtand der Reichsbank zugeführt. Noch in den letzten Tagen wurden beiſpielsweiſe 380 Mark in barem Golde eingebracht, ein hoher Betrag, wenn man bedenkt, daß doch der allergrößte Teil der Goldmünzen bereits eingezogen ſein muß. Als es galt, dem„Vaterlandsdank“ goldene und ſilberne Schmuckgegenſtände zum Opfer zu bringen, da wurden Ringe, Broſchen, Ketten, Uhren uſw. ſo reichlich zur Verfügung geſtellt, daß die hauptleitung der Sammlung in heſſen uns„den ljerzlichſten Dank für die überaus reiche Spende ausſprechen konnte“. Für die„Nationalſtiftung für die hHinterbliebenen“ haben unſere Schüler 2200 Bilder des ergreifenden Kaulbachſchen Gemäldes verkauft und damit dieſer Stiftung 550 Mark zugeführt. Als die Schüler der Wormſer höheren Lehranſtalten gebeten wurden, der armen Schüler der hieſigen Volksſchulen zu gedenken, haben ſie ſo fleißig geſammelt, daß dem Kusſchuß für „Jugendhilfe“ 1821.72 Mark abgeliefert werden konnten. Ganz beſonders lebhaft war auch die Beteiligung an der„5. Kriegsanleihe“. 296 Schüler haben an den Zeichnungen für die Anleihe teilgenommen und den Geſamt⸗ betrag von 16000 Mark gezeichnet. Allein 145 Schüler haben„Rriegsſparkarten“ im Betrage von unter 20 Mark gelöſt, und die vielen kleinen Beträge, die durch ſämtliche Kriegsſparkarten eingegangen ſind, haben immerhin mehr als 4000 Mark gebracht. Als unſere Schüler aufgefordert wurden, ſich ſowohl an der Kriegsausſtellung in Darmſtadt als auch an derjenigen in Worms zu beteiligen, haben ſie eine Menge ſchöner Kusſtellungsgegenſtände zur Verfügung geſtellt, und mancher Schüler hat wacker mitgeholfen, die Gegenſtände in dem Zelte der Wormſer Wriegsausſtellung zu ſichten und zu ordnen. Mit demſelben Fleiße ſind die Schüler unſerer Anſtalt hinausgezogen in den Jägersburger Wald, um dort die ſo begehrten Bucheckern zu ſammeln. Trotz der Umſtändlichkeit der Eiſenbahnfahrt und des weiten Weges in den Wald, trotz der kalten Witterung und der geringen Ernte haben die einzelnen RKlaſſen an 5 verſchiedenen Tagen mehrere Zentner Bucheckern geleſen. Dieſes Schuljahr iſt zu Ende, ein neues, in dem uns hoffentlich der erſehnte Friede beſchert werden wird, beginnt. Noch gilt es weiter durchzuhalten, und auch der Schuljugend werden noch einmal neue Kufgaben geſtellt. Wir ſind ſicher, daß ſie darin fortfahren wird, die alten Aufgaben, die ja nach wie vor beſtehen bleiben werden, zu einem befriedigenden Endergebnis zu führen, und daß ſie auch den neuen Aufträgen gerecht werden wird, nicht um äußerer Ehren, ſondern allein des guten Sweckes willen. Eine jede gute Tat trägt ihren Lohn in ſich. Oberlehrer Henl.
G. Bekanntmachungen.
Die Rufnahmeprüfungen finden Montag, den 16. April, von morgens 8 Uhr an ſtatt. Der Anterricht beginnt Dienstag, den 17. April um 8 Uhr, für die Schüler der dritten Vorſchulklaſſe um 9 Uhr.


