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Kurt Merkelbach(Worms) und Wilhelm Vonalt(Worms) eingetreten.— Ihren Kameraden der Vorjahre ſtehen ſie gleich in Opferfreudigkeit und Opferwilligkeit; unſere innigſten Wünſche geleiten auch dieſe Jünglinge.
Unſere jüngeren und jüngſten Schüler, die noch nicht mit den Waffen Hilfe leiſten konnten, haben auch im vergangenen Jahre und in edlem Wettbewerb unter einander für das Ganze ihre Kräfte eingeſetzt. Nicht von jedem ſchönen Zuge, den wir erlebt haben, können wir berichten, und nur unſerer Jugendwehr und der Sammeltätigkeit unſerer Jungen wollen wir beſonders gedenken.— Herr Prof. Schmitt, der Leiter der Wormſer Jugendwehr, und Herr Oberlehrer Heyl, der zu helfen gern bereit iſt, ſchreiben darüber:
Jugendwehr.
In dem letzten Jahresbericht der Oberrealſchule konnte über eine achttägige Wanderung nach Oberheſſen berichtet werden. Kuch im vergangenen Schuljahr wurde eine ähnliche kriegsmäßige Uebung vom 22. bis 24. Jult, die ſich allerdings nur, den Seitumſtänden entſprechend, über drei Tage erſtreckte, unternommen. Wenn hier wieder an dieſer Stelle davon geſprochen wird, ſo hat das ſeine Berechtigung darin, daß die weitaus große Mehrheit der Teilnehmer Schüler unſerer Anſtalt waren. Im ganzen beteiligten ſich 216 Jungmannen und 14 Führer unter der militäriſchen Leitung des Unterzeichneten und der Beihilfe der Herren prof. Vollhardt und prof. Dr. Grüninger von unſerer Anſtalt, während an der vorjährigen Uebung nur 90 Schüler teilnahmen, ein Beweis für die Beliebtheit dieſer Uebungen. Die Kriegslage, die für die drei Tage ausgearbeitet war, begann in König i. O. Die parteien einigten ſich wieder bei Dorf Erbach, wo biwakiert wurde, und ſich bald ein prachtvolles Manöverbild abſpielte. Es wurde abgekocht und die Kapelle des Bataillons ſorgte für Unterhaltung. Der Zapfenſtreich brachte bald Ruhe; die Führer und Jungmannen begaben ſich in ihre Zelte, und die aus den umliegenden Städtchen und Dörfern herbeigeeilten Reugierigen zu ihren heimiſchen Penaten. Da erſcholl gegen Morgen unerwartet hurrarufen: Der Feind hatte in aller Stille ſeinen Lagerplatz geräumt und das gegneriſche Lager überfallen. Danach hatte er ſich raſch wieder über die höhen des Rrähbergs nach Beerfelden zurückgezogen. Der zurückgehende Feind war bis dahin verfolgt worden, und nun ruhte die Gefechtstätigkeit. Gemeinſam wurde abgekocht und mit der Bahn gings dann nach Eberbach a. N.„Am Reckar entlang erhob ſich bald eine Lagerſtadt, und ein reges Leben und Treiben begann. Die Ueſſel dampften, frohe Lieder, begleitet von den Ulängen der Kapelle, brachen ſich an den felſigen Ufern des Fluſſes. Es dauerte nicht lange, da brachte ein Trompetenſignal Ruhe; die Lagerſtadt erſtarrte, nur die feſten Tritte der Wachtpoſten waren vernehmbar. Früh am andern Morgen wurde das Rückzugsgefecht nach hirſchhorn zu über das Gebirg fortgeſetzt, um dann mit der Bahn nach heidelberg zu fahren, wo Stadt und Schloß beſichtigt wurden. Dieſe Wanderung war außerordentlich lehrreich und wird den Teilnehmern in ſteter Erinnerung bleiben.
Im Laufe des Jahres veranſtaltete die Jugendwehr mehrere Seiern, ſo am 25. November zu Ehren des Geburtstages S. U. Hoheit des Großherzogs. Es war ein„aterländiſcher Abend“, zu dem Einladungen an Vertreter der Schulen, der Garniſon und der Sivilbehörde ergangen waren. Vor dicht beſetztem Hauſe konnté der Unterzeichnete ſeine Feſtrede über„Die Bedeutung der Wehrtüchtigkeit unſerer Jugend“ halten. Turneriſche Vorführungen, ein Waffenreigen, muſikaliſche und geſangliche Darbietungen, wobei hHerr Sinanzrat Lony in dankenswerter Weiſe mitwirkte, zeigten, welcher Geiſt in unſerer Jugendwehr herrſcht.
Der Geburtstag Sr. Maj. des Kaiſers wurde begangen durch einen Lichtbildervortrag über„Mit Hindenburg nach Rußland“ von hHerrn Lehrer Muſſel. Im Eingang des Abends gedachte der militäriſche Leiter des Bataillons in kurzen Worten der Bedeutung des Tags und gelobte im Ramen der Jungmannen und aller Verſammelten unwandelbare Treue zu unſerm verehrten Kaiſer. Brauſender Beifall der zahlreichen Suhörer ſtimmte dieſem Gelöbnis zu.
Die ſonntäglichen Uebungen wurden teils auf dem Exerzierplatz des Regiments 118, teiks im Gelände der näheren und weiteren Umgebung von Worms abgehalten. Beſonders zu erwähnen ſind eine Gebirgsübung bei Weinheim mit der dortigen Jugendwehr und eine größere Uebung im Odenwald mit den Wehren von heppenheim, Bensheim, Offenbach und Fürth. Infolge der Einziehungen im Rovember, beſonders unſerer Üichtzehnjährigen von der Oberrealſchule, ſind Lücken in die Kompanien geriſſen worden, die durch eifriges Werben, hauptſächlich durch die tatkräftige Unterſtützung der Direktion der Oberrealſchule, wieder ausgefüllt werden. Beſonderer Dank gebührt an dieſer Stelle herrn Geheimen Rat Dr. LCahm dafür, daß er uns ein Fimmer in der Schule als Bataillons⸗ geſchäftszimmer zur Verfügung ſtellte.


