Jahrgang 
1917
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ſie mehr als bloße Kunſterzeugniſſe, denn ſie bekunden mir treues Gedenken und wohlwollende Anerkennung in einem Maße, wie ich es nach meiner leider nur kurzen Wirkſamkeit in Worms nicht zu erhoffen gewagt hätte. So werden dieſe Geſchenke mit den mir gewidmeten gütigen Worten bis an mein Lebensende als liebe Pfänder der Erinnerung an trefkliche Männer und an Jahre kräftigen Schaffens mir wertvoll bleiben, und niemals wird mein Blick auf ihnen ruhen, ohne daß in meinem dankbaren Herzen der Wunſch neu lebendig wird: möge mir doch die treue, wohlwollende Geſinnung, der ich ſie heute verdanke, bewahrt bleiben bis zu meinem letzten Atemzuge. Nodnagel, Geheimer Oberſchulrat Dr. h. c.

Als Herr Geheimer Oberſchulrat mit dem 1. Januar 1917 in den Ruheſtand trat, be⸗ teiligte ſich der Direktor der Anſtalt an folgender Kundgebung: Hochgeehrter Herr Geheimerat!

Wir haben mit herzlichem Bedauern geleſen, daß Sie nun wirklich am 1. Januar in den Ruheſtand treten. Sie haben mehr als 17 Jahre an unſerer Spitze geſtanden; wir haben uns wohl dabei befunden und hätten gewünſcht, daß das altbewährte, liebgewordene Band ſich jetzt noch nicht gelöſt hätte. Es bewegt uns aber nicht nur der Schmerz, daß eine freundliche Gewohnheit hier aufhören muß; es kommt uns auch ſo recht lebhaft zum Bewußtſein, was wir Ihnen verdanken.

Wir und unſere Schulen ſind lange Jahre hindurch Ihrer Aufſicht und Fürſorge unterſtellt geweſen. Sie haben Ihre Aufgabe nicht ſo erfaßt, als ob Sie unſer Vormund ſein ſollten; Sie waren uns aber immer ein wohlwollender, umſichtiger Berater. Sie haben uns niemals Schwierigkeiten bereitet; Sie haben uns vielmehr immer nach Kräften zur Ueberwindung von Schwierigkeiten beigeſtanden, haben auch ſelbſt ſtets das beachtet, was Sie uns oft zur Beachtung empfohlen haben, daß neben jeder Verfügung auch ein Mann ſtehen muß, der ſie mit Herz und Takt ausführt.

So iſt Ihre Amtstätigkeit eine Freude für uns und ein Segen für unſere Schulen geworden. An die Stelle der Freude tritt nun die Dankbarkeit und der aufrichtige Wunſch, daß Sie die Jahre, die Ihnen noch beſchieden ſind, in Glück und Frieden verleben dürfen. Der Segen aber möge bleiben und weiter wirken!

Darmſtadt, den 29. Dezember 1916.

Die Antwort hierauf gab Herr Geheimerat Nodnagel in folgendem Briefe: Sehr geehrter Herr Kollege!

Die gehaltvollen und überaus herzlichen Worte des Abſchieds, die mir anläßlich meines Rücktritts vom Amte auch in Ihrem Namen und Auftrage von den hieſigen Herren übermittelt worden ſind, haben mich mit inniger Freude und lebhafter Genugtuung erfüllt.

Wenn die bewährten Männer, die zur Leitung der höheren Schulen gemeinſam mit mir berufen waren, ausſprechen zu dürfen glauben, daß meine Amtstätigkeiteine Freude für ſie und ein Segen für unſere Schulen geweſen ſei, ſo empfinde ich freilich, daß ich dies hohe Lob weniger eigenem Verdienſt zu danken habe als freundlich⸗wohlwollender Geſin⸗ nung, die den Willen für die Tat nimmt. Aber eines darf ich daraus entnehmen, nämlich dies, daß mir bei meiner Arbeit das Vertrauen der nächſten Berufsgenoſſen nicht gefehlt hat, und dies war immer mein innigſter Wunſch; er iſt nicht unerfüllt geblieben.